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Medaillenvorgabe

Versteckspiel verloren

10.08.2012 | 18:40 Uhr
Versteckspiel verloren
Die Vereinbarung mit den Sportverbänden über die Medaillenvorgabe für die deutsche Olympia-Mannschaft ist kein Geheimnis mehr.Foto: dapd

Geht doch: Ein Zwangsgeld in Höhe von 10 000 Euro, angedroht vom Berliner Verwaltungsgericht, verhilft Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zu aktiver Einsicht. Die Vereinbarung mit den Sportverbänden über die Medaillenvorgabe für die deutsche Olympia-Mannschaft ist kein Geheimnis mehr. Der CSU-Politiker rückt die Papiere raus. Seit gestern Nachmittag sind die Ziele in der Öffentlichkeit nachlesbar.

Dass die angepeilten Medaillen in London deutlich verpasst werden, ist eine Erkenntnis. Dass sich die Fördermittel ausschließlich nach der Anzahl der Medaillen ausrichten, ist eine andere. Und dass die Funktionäre das Leistungsvermögen ihrer Athleten maßlos überschätzen, ist nur folgerichtig. Schließlich geht es um die Verteilung des Geldes. Das Bundesinnenministerium fördert die Sportler mit 130 Millionen Euro im Jahr.

Die Hartnäckigkeit der Verweigerung stimmt nachdenklich

Mehr als nachdenklich muss die Hartnäckigkeit stimmen, mit der Friedrich die Herausgabe der Unterlagen verweigert hat. Warum nur? Gibt es ein Betriebsgeheimnis Spitzensport? Werden die tatsächlichen Zahlen zugunsten des Leistungssports verschleiert? Nur Offenheit und Transparenz helfen bei der Bewertung der staatlichen Ausgaben. Das wäre ganz im Sinne von Olympia. Versteckspiel ist da keine Disziplin.

Joachim Karpa



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