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Solarbranche nicht abschreiben

11.07.2012 | 18:43 Uhr

Ein ruinöser Verdrängungswettbewerb fordert weitere Opfer, trotzdem hat die Solarindustrie in Deutschland eine Zukunft .

Die Pleitewelle in der Solarindustrie fordert ihr nächstes Opfer. Centrotherm hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Damit trifft es einen großen und prominenten Spieler auf diesem Feld.

Unerwartet kommt die Nachricht eigentlich nicht, trotzdem erscheint diese Entwicklung angesichts der angekündigten und mit öffentlichen Mitteln unterstützten Energiewende widersinnig. Allerdings nur auf den ersten Blick. Denn die auf deutschen Dächern montierten Anlagen stammen nur zu einem geringen Prozentsatz aus dem eigenen Land. Die Konkurrenz aus China, wo die Solarbranche zur Schlüsselindustrie erhoben wurde, hat Überkapazitäten geschaffen, die den Preisverfall ausgelöst haben. Zugespitzt könnte man sagen, dass die Förderpolitik der Bundesregierung die chinesische Produktion erst richtig angefacht hat. Und da der ruinöse Verdrängungskampf weiter läuft, ist ein Ende der Flaute nicht absehbar.

Gleichwohl sollten wir die Solarbranche keinesfalls abschreiben. Made in Germany bleibt ein Qualitätssiegel - gerade im Zusammenhang mit der Sonnentechnologie, die beim Thema erneuerbare Energie über erhebliches Potenzial verfügt. Zum Beispiel auf dem Feld der Wechselrichter und Steuerungsanlagen, die viel komplexer sind als einfache Photovoltaik-Paneele.

Torsten Berninghaus

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