Projekt sichert die berufliche Zukunft
04.06.2012 | 15:22 Uhr 2012-06-04T15:22:30+0200
„Wir können mehr - Qualifizierung sichert unsere Zukunft“ heißt ein Projekt zur regionalen Fachkräftesicherung. Es richtet sich an junge Menschen, die in der Berufswelt noch nicht Fuß gefasst haben. Sascha Fahle, Azubi zum Maschinen- und Anlagenführer, ist mit dabei.
Kreis Olpe. Sascha Fahle (28), Auszubildender
zum Maschinen- und Anlagenführer, und Stephan Stracke, Geschäftsführer des
Arbeitgeberverbandes für den Kreis Olpe, sind ein Team. „Wir können mehr“ ist
ihre gemeinsame Maxime.
„Wir können mehr - Qualifizierung sichert unsere
Zukunft“ heißt ein Projekt zur regionalen Fachkräftesicherung. Initiiert von der
Agentur für Arbeit Siegen spricht es Menschen zwischen 25 und 35 Jahren an, die
in der Berufswelt noch nicht Fuß gefasst haben und durch betriebsnahe
Qualifizierung integriert werden sollen.
Kooperationspartner sind die
hiesigen Arbeitgeberverbände, die Industrie- und Handelskammer, die
Kreishandwerkerschaft sowie die Arbeitgeber. Unterstützung kommt auch vom DGB.
Letztendlich vereint vor dem Hintergrund des demografischen Wandels alle ein
Bestreben: die Potenziale möglichst vieler Menschen erschließen und nutzen.
Begleiten und beraten
„Es wird eine Klientel angesprochen, das bisher
nicht im Fokus stand. Menschen, die durch Pech oder widrige Lebensumstände ihre
Ausbildung, ob Lehre oder Studium, abgebrochen haben, brauchen eine zweite
Chance“, so Stephan Stracke, im Rahmen des Projektes persönlicher Pate von Sascha Fahle und als solcher mit dem betraut, was ein Pate
so tut: begleiten, beraten, Beistand leisten.
Sascha Fahle aus Wenden brach seinerzeit seine Ausbildung ab. Dann kam die
Bundeswehr. Danach arbeitete er einige Jahre als Produktionshelfer im
Metallbereich, mitunter auch als Leiharbeiter. Eine insgesamt unbefriedigende
Situation ohne langfristige Perspektive gleich einer Endlosspirale ins Nichts.
Sprungbrett zum Erfolg
„Wir können mehr“ brachte den Kontakt zu Stephan Stracke. Gemeinsam
suchten sie ein Sprungbrett in eine erfolgreiche berufliche Zukunft, loteten
Möglichkeiten aus, gingen auf Unternehmen zu und wurden fündig.
Im März
dieses Jahres hat Sascha Fahle bei der Gebr. Kemmerich
GmbH in Attendorn eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer begonnen. 18
Monate wird er nun Lehrling sein und muss auch finanziell den Gürtel etwas enger
schnallen. „In Deutschland braucht man Abschlüsse. Man muss seine Qualitäten per
Zeugnis vorweisen können“, betont Stracke, der sich als „Mittelsmann auf
Augenhöhe“ versteht, als Ansprechpartner auch dann, wenn es Spannungen gibt und
als solcher gleichsam eine Brücke schlägt zwischen Azubi und Unternehmen.
Individuelle Lösungen
„Die Wirtschaft ist auf Wachstum ausgelegt und
braucht genügend Arbeitskräfte. Die Unternehmen müssen ausweichen auf sogenannte
Randgruppen, auf diejenigen, die durch das Raster fallen und nicht unbedingt dem
Idealbild entsprechen, aber durchaus Potenzial haben“, möchte Stracke die
Unternehmen darin bestärken, den Blick zu schärfen und Bewerbern und
Bewerberinnen mit Ecken und Kanten offen gegenüber zu stehen.
„Wir
können mehr“ sei ein Anschub, aus bisherigen Schablonen herauszutreten. „Um auch
in Zukunft erfolgreich agieren zu können, brauchen wir Individuallösungen und
müssen Fenster öffnen.“ Sascha Fahle hat den Einstieg
gefunden. Hochmotiviert und mit einem festen Ziel vor den Augen möchte er seine
Chance nutzen. Der Anfang ist gemacht, der Weg liegt klar vor ihm.
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