Ende einer politischen Karriere
25.06.2010 | 08:18 Uhr 2010-06-25T08:18:00+0200
Düsseldorf/Essen. Er hatte geschafft, woran zahlreiche Vorgänger gescheitert waren: Jürgen Rüttgers führte die NRW-CDU 2005 nach 39 langen Oppositionsjahren im Düsseldorfer Landtag an die Macht.
Zuvor war es ihm gelungen, als Vorsitzender der Landes-CDU die notorisch zerstrittenen Westfalen und Rheinländer in der Union auf eine gemeinsame Linie einzuschwören. Nun, gerade einmal fünf Jahre nach dem Wahltriumph, steht die politische Karriere von Jürgen Rüttgers vor dem Ende. Nach der Absage an eine mögliche Rolle als Oppositionsführer kündigte der Noch-Ministerpräsident am Donnerstagabend auch seinen Rückzug vom Parteivorsitz an.
„Ich strebe keine Ämter mehr an“
Während einer Sitzung mit den 54 Kreisvorsitzenden der rund 170.000 Mitgliedern zählenden Landespartei in der Essener Messe hatte Rüttgers so deutlich wie nie zuvor gemacht, dass er einem personellen Neuanfang nicht im Wege stehen werde. Am späteren Abend legte er dann klipp und klar nach: „Ich strebe keine Ämter mehr an.“
Wer weiß, wie stark das politische Gen in dem promovierten Juristen ausgeprägt ist, kann erahnen, wie schwer ihm der Schritt fallen muss. Ein Leben ohne Dienstwagen und Leibgarde konnte sich der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Pulheimer schon länger sehr gut vorstellen, eines ohne politischen Gestaltungsspielraum indes kaum. Er hatte die Ochsentour hinter sich gebracht: Dezernent, Kommunalpolitiker, parlamentarischer Geschäftsführer während der prägenden Lehrjahre bei Helmut Kohl, dann Bundesminister, schließlich Oppositionsführer im Land und Ministerpräsident.
Der Rückzug aus der Politik hatte sich schon vor gut sechs Wochen, am Wahlabend des 9. Mai, angedeutet. Um zehn Prozent war die CDU bei der Landtagswahl abgestürzt. Die schwarz-gelbe Koalition stand ohne Mehrheit da, Rüttgers wollte hinschmeißen. Denn er weiß, dass es in solchen Momenten nur darum gehen kann, erhobenen Hauptes aus der Niederlage herauszukommen. Nur das eindringliche Zureden seiner Kollegen in der Parteispitze hinderte ihn daran, noch am Wahlabend seinen Rückzug zu verkünden.
Kritik ließ nicht nach
Was bleibt? „Der Vorsitzende der Arbeiterpartei in Nordrhein-Westfalen bin ich“, hatte Rüttgers am Tag nach seinem Wahlsieg 2005 stolz verkündet. Der Elektriker-Sohn hatte es geschafft, die SPD in ihrer Hochburg in die Opposition zu schicken. Danach zog Rüttgers mit der FDP unter dem Koalitionsmotto „Privat vor Staat“ ein strammes Regierungsprogramm durch. Doch musste er Rückschläge hinnehmen. In der Schulpolitik wollte die Kritik nicht nachlassen, auch die Wirtschaftspolitik stieß auf manchen Widerspruch. Rüttgers, der zunächst die Nähe zu den Gewerkschaften gesucht hatte, fand dort immer weniger Zuspruch. Hinzu kamen parteiinterne Querelen, ein kräftiger Gegenwind aus Berlin und die Griechenland-Krise.
Gescheitert ist Rüttgers wohl nicht wegen seines Regierungshandwerks. Doch in der Politik, das hat er selbst immer gesagt, „hängt eben alles mit allem zusammen.“

01:05
#44
Das würden alle so machen,egal ob Rot, Gelb, Grün, Schwarz oder Superrot - das hat nichts mit Rüttgers zu tun. Einzig allein ein Produkt der verkommenen Politkerkaste!!
16:04
Aha, er kann sich also ein Leben ohne Dienstwagen vorstellen!? Wieso fordert er jetzt plötzlich freie Dienstwagennutzung für 5 Jahre nach seinem Ausscheiden ein?? Unfassbar!!!
23:52
#40
Warum so böse auf Hirnabstandsgebot, er ist doch nur seinen eigenen Nick treu geblieben....jedmögliches Hirn sollte Abstand von seinem Körper halten....
17:43
Endlich hat er es kapiert !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
15:07
gott sei dank wieder ein taugenichts weniger,den wird keiner vermissen
14:19
Oh je Hirnabstandsgebot, da wollen Sie ja den Bock zum Gärtner machen.
Oscar Lafontaine als Volksvertreter hinzustellen und dann noch als einen nicht korrumpierbaren ist wohl mehr als lachhaft. Das Sie auf diesen Populisten hereinfallen. Ein Mensch der die Pressefreiheit mit Füßen tritt und einen Diktator wie den Staatspräsidenten von Venezuela zum Helden der Nation erhebt, würde auch seine Mutter verkaufen, wenn der Preis stimmt.
Von daher nennen Sie den Oscar besser nicht Volksvertreter.
13:07
Er hatte geschafft, woran zahlreiche Vorgänger gescheitert waren: Jürgen Rüttgers führte die NRW-CDU 2005 nach 39 langen Oppositionsjahren im Düsseldorfer Landtag an die Macht.
Das ist so ja nicht ganz richtig. Das Schröder-Tief hat die Genossen an Rhein und Ruhr in die Opposition befördert. Da hätte auch jedes andere CDU-Gesicht stehen können.
12:20
@ #35 Sozialschmarotzer...raus, 25.06.2010 um 12:08h;
Gut, dass die Luft für Politiker dieser Denke immer dünner wird und das Wahlvolk mehr und mehr begreift, dass es noch Volksvertreter mit Ruckgrat gibt, die noch morgens unbeschadet in den Spiegel sehen wollen ...
Bestes Beispiel hierfür ist Oskar Lafontaine ...
Der hat sich und seine Werte nie verraten, war also nicht korrumpierbar ...
In diesem Sinne, für eine bessere Poltikethik ...
12:15
Mann, hat das gedauert bis der die Einschläge spürte.
12:14
Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer, Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten. (Elie Wiesel, Friedensnobelpreis,1986).
...werde Sie nicht vermissen!