"Ein enorm wichtiges Spiel - aber nicht das letzte"
17.03.2010 | 20:43 Uhr 2010-03-17T20:43:00+0100
Wuppertal. Zwei ehemalige Basketball-Auswahl-Kollegen, die auch im Verein schon in einer Mannschaft standen, wollen am Samstag als Trainer das wichtige Basketball-Westderby zwischen den Düsseldorf Giants und Phoenix Hagen gewinnen.
Sie spielten gemeinsam in der Nationalmannschaft und eine Saison bei Alba Berlin. Bei Brandt Hagen lösten sie sich Mitte der 90er-Jahre als Spieler ab. Samstag um 15 Uhr stehen sich Hans-Jürgen „Hansi” Gnad, seit gut einer Woche als Nachfolger von Achim Kuczmann Trainer der Düsseldorf Giants, und Phoenix Hagen-Coach Ingo Freyer gegenüber. Wir führten auf „neutralem Boden” in Wuppertal mit beiden Übungsleitern ein Interview.
Es wird von einem „Abstiegs-Endspiel” gesprochen. Wie sehen Sie die Bedeutung der Partie?
Hansi Gnad: Die Partie hat schon eine enorme Bedeutung, aber es ist noch nicht das letzte Saisonspiel. Wenn wir gewinnen, sind wir nicht gesichert, wenn wir verlieren nicht abgestiegen. Abgerechnet wird am 1. Mai.
Ingo Freyer: Nach zehn Niederlagen in Folge gegen Gegner aus den Top zwölf wollen wir dieses Spiel gegen einen unmittelbaren Konkurrenten unbedingt gewinnen. Gerettet sind wir aber auch im Siegfall noch nicht. Wir wissen, dass weitere Abstiegs-Endspiele folgen werden, zum Beispiel in Trier und Paderborn.
Was spricht für Düsseldorf - der Heimvorteil?
Gnad: Ich weiß nicht, ob wir einen Heimvorteil haben, wenn mehr als 600 Hagener Fans anreisen. Aber davor habe ich keine Angst. Unsere Mannschaft hat zuletzt auswärts besser gespielt als zu Hause. Vielleicht ist ein bisschen Auswärts-Atmosphäre also gar nicht so schlecht.
Was könnte für Phoenix Hagen sprechen?
Freyer: Dass wir uns schon länger mit der Abstiegsproblematik auseinandergesetzt haben als die Düsseldorfer, die andere Ziele hatten und dann unten 'reingerutscht sind. Uns war von Anfang an klar, dass wir mit drei, vier anderen Mannschaften um den Klassenerhalt spielen.
Geht man eine solche als „Endspiel” deklarierte Partie anders an als ein „normales Spiel"?
Gnad: Es ist natürlich schon im Vorfeld zu spüren, dass dies eine besondere Partie wird. Es ist ein Derby, dazu ein sehr wichtiges, bei dem die Emotionen hoch schlagen werden. So wie früher bei Köln gegen Leverkusen oder Leverkusen gegen Hagen. Ich weiß, worum es am Samstag geht, und das kriege ich auch in die Köpfe meiner Spieler.
Freyer: Man macht im Vorfeld eines so wichtigen Duells schon einiges anders als sonst, setzt andere Reizpunkte. Ich bin sicher, dass unsere Spieler auch mental für dieses Spiel bereit sind. Wie letzte Saison beim Aufstiegs-Endspiel in Bayreuth.
Wie ist die Personallage?
Gnad: Ungewiss, wie schon die ganze Saison über. Brendon Winters hat Kniebeschwerden, Brant Bailey Rückenprobleme. Aber das ist mir ganz egal. Ich werde schon fünf Leute finden, die spielen.
Freyer: Offen ist nach wie vor, ob Michael Jordan am Samstag nach seinem Muskelfaserriss erstmals wieder mitwirken kann. Auch der Einsatz von John Turek, der einen Rückfall erlitten hat, ist fraglich.
15:11
Interessantes Interview, ich bin wirklich gespannt. Aber wenn es diese Jahr nicht klapppen würde und Hagen stiege ab, wäre dies ja auch, angesichts der Rahmenbedingungen in Hagen, kein Beinbruch.
Management, Mannschaft und Trainerteam haben aus meiner Sicht als Dauerkarteninhaber immer alles gegeben, wenn aber ein Drittel des Etats in eine Halle gesteckt werden muß, dann kann es passieren, das die Qualität nicht reicht.
Ich denke, dann nimmt man halt einen neuen Anlauf mit weniger Belastungen nach Fertigstellung der Ischelandhalle - und das Hagen wiederkommt, haben wir ja mit dem Aufstieg letzes Jahr schon mal gesehen.
Aber zunächst einmal drücke ich dem Team die Daumen, ich würde natürlich viel lieber auch nächste Saison Erstligabasketball sehen.
Glückauf!