Natur
Immer auf den Wegen bleiben
31.08.2010 | 17:38 Uhr 2010-08-31T17:38:00+0200
Hagen.Hagen. Rotkappe, Marone oder Hallimasch - Kenner können sie im Wald in diesen Tagen riechen. Die Pilzsaison beginnt und die Sammler erobern die heimischen Wälder.
Mit ihrer Sammelleidenschaft machen sich die Pilzfans nicht nur Freunde. Denn auf der Suche nach den schönsten Exemplaren bleibt kaum ein Sammler auf den Wegen. „Wenn sie im Pilz-Wahn sind, dann gehen sie tief in die Dickungen“, weiß Johannes Quinkert, Obmann für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Kreisjägerschaft im Hochsauerlandkreis. Er fürchtet um die Ruhe des Wildes, wenn vor allem aus den Städten des Ruhrgebiets nun die Massen in die Wälder strömen.
Wie Recht Quinkert hat, belegt eine Studie der Deutschen Wildtier Stiftung. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) wurde untersucht, welche Störungen das Wild am meisten beeinflussen. Überraschendes Fazit dabei: Der einsam durch die Wälder streifende Pilzsammler stresst Tiere mehr als lärmende Holzarbeiter.
Eine Hirschkuh samt Kalb waren für das Experiment mit einem Sender ausgestattet worden. „Der Fahrer einer großen, lärmenden Holzerntemaschine hat beim Fällen von Bäumen das Muttertier und ihr Kalb immer wieder be-obachtet“, sagt Friedrich Burghardt, wissenschaftlicher Betreuer des ungewöhnlichen Forschungsprojektes. Die Positionsdaten des Halsband-Senders zeigen: „Hirschkuh Vera blieb in ihrem gewohnten Tageseinstand und ließ sich durch den Lärm der großen Maschine nicht stören oder gar vertreiben!“ Ganz anders jedoch reagierte das Muttertier auf einen Projektmitarbeiter, der sich wie ein Pilzsucher durch den Wald und die Lichtungen bewegte. „Während die Hirschkuh die Nähe des extrem lauten Forstfahrzeugs tolerierte, ergriff sie mit ihrem Kalb vor dem Pilzsucher die Flucht und kehrte erst nach über 24 Stunden in ihren Tageseinstand zurück.“
„Unkalkulierbare Störungen wie Wanderer, Mountainbike-Fahrer oder Pilzsucher, die die üblichen Wege verlassen, werden von Rotwild als Bedrohung angesehen“, sagt Andreas Kinser, Forst- und Jagdexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. Johannes Quinkert fügt noch einen Aspekt hinzu: „Geo-Cacher gehören in zunehmendem Maße auch dazu“, sagt der Jagdexperte. Geo-Cacher, das sind Schatzsucher, die mit Hilfe eines Senders durch die Natur pirschen. Und dabei in vielen Fällen wie die Pilzsucher gerade nicht auf den Wegen bleiben.
Von diesen sollten die Waldbesucher aber nach Ansicht von Wild- und Naturschützern nicht abweichen. Und Johannes Quinkert beruhigt: „Auch dort findet man Pilze. Genug für die eine Portion, auf die sich sowieso jeder beschränken sollte.“
15:09
Zum Glück ist es ja nicght verboten, zu Fuß die Wege im Wald zu verlassen. Außer forstl. Kulturen und Einrichtungen gibt es da jede Menge Wald. Es handelt sich ja auch nur um eine Empfehlung. Wer es genau wissen will, schaut in den entsprecghenden Landeswaldgesetzen nach
17:23
Es regen sich wohl die Pächter auf, die Angst haben, dass sie für Ihre Geld kein Reh mehr schiessen können. Jeder Pilzsammler geht zu Fuss in den Wald und dann versteckt sich eben ein Reh, uim gegensatz zu faulen pächtern die mit ihrem Bmw X6 bis zum Hochsitz fahren. Dem Reh macht das bestimmt nichts aus, etwas in Bewegung zu bleiben. Es ist nur wiedermal, das neureiche Pächter meinen Ihnen gehört der Wald mehr als normalen Menschen und müssten ihr Statussymbol gegen Pilzesammler aufspielen. Aber so ist es ja in Deutschland nicht, der Wald gehört noch allen, egal ob staatlich oder Privatwald.
14:05
Geo-Cacher mit Sender? Sensationelle Entwicklung? Ich kenne diese Leute eigentlich nur mit Empfängern in der Hand. Vielleicht kann uns Frau Schlenga ja aufklären?