Schulsystem
Gesundheitspfleger für jeden Schüler gefordert
18.03.2009 | 19:58 Uhr 2009-03-18T19:58:00+0100Witten/Hagen. Zur Gewaltprävention an Schulen sollten „Schulgesundheitspfleger” eingesetzt werden, fordert Andreas Kocks, Pflegewissenschaftler der Universität Witten/Herdecke. Sie könnten neben der medizinischen Versorgung der Schüler ebenso als Ansprechpartner bei alltäglichen Sorgen dienen.
Depressionen, Perspektivlosigkeit, Außenseiterrolle: betrachtet man die Persönlichkeiten der Amokläufer von Erfurt, Emsdetten und Winnenden, fallen oftmals diese Begriffe als mögliche Motive der Amoktaten. Deutsche Schulen sollten deshalb bewusster auf einen sozialen und seelischen Kontakt mit den Schülern setzen, findet der Pflegewissenschaftler Andreas Kocks.
In anderen Ländern bereits etabliert
„Schulgesundheitspfleger” heißt für den Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke das Rezept zur Gewaltprävention an Schulen. Darunter versteht man eine Art Schulkrankenschwester, die neben der medizinischen Versorgung der Schüler ebenso als Ansprechpartner bei alltäglichen Sorgen dienen kann. In Deutschland ist diese Berufsgruppe durch die Orientierung auf Vertrauenslehrer, Schulärzte und Schulpsychologen noch unbekannt. In Ländern wie Skandinavien, Kanada, den USA und Großbritannien allerdings fest im Schulalltag etabliert.
„Schulgesundheitspfleger sind eine ganz einfache Möglichkeit, mit Kindern in Kontakt zu treten. Ein Angebot, das aber in Deutschland vollkommen fehlt”, erklärt Andreas Kocks. Sie kämen von außen an die Schulen und unterlägen der Schweigepflicht. „Schülern fällt es deshalb viel leichter, sich bei ihnen das Herz auszuschütten. Bei Vertrauenslehrern ist die Hemmschwelle oft größer, weil sie im Unterricht den Schülern natürlich Noten geben müssen.”
Großes Vertrauen
Andreas Kocks hat in seinen Studien die Arbeit sogenannter „School Health Nurses” in Schweden untersucht. Auf 600 Schüler falle dort eine Schulgesundheitspflegekraft. Mindestens einmal jährlich habe sie die Aufgabe, jedes Kind zu untersuchen. Im Schnitt werde sie aber von jedem Kind zusätzlich viermal pro Jahr aus eigenem Antrieb besucht. „In skandinavischen Schulen sind sie die Personen, die bei den Schülern das größte Vertrauen genießen”, resümiert Kocks. Sie beschäftigen sich neben der medizinischen Versorgung der Kinder mit ihrem sozialen Hintergrund. Stehen mit Rat und Tat zur Seite und stellen bei Bedarf den Kontakt zu Medizinern, Psychologen oder Sozialämtern her.
Schulgesundheitspfleger gibt es in vielen Ländern
„Schüler stehen unter einen immensen psychischen Erfolgsdruck, das darf man nicht unterschätzen. Zwar können Schulgesundheitspfleger sicher keine Amokläufe verhindern. Aber durch ihren engen Kontakt zum Schüler haben sie die beste Möglichkeit, früh zu erkennen, dass etwas nicht stimmt.”
Zahlreiche Landesministerien und Elternvertreter haben laut Kocks bereits Interesse an einer möglichen Einführung von Schulgesundheitspflegern bekundet. Nun gehe es darum, ein Modellprojekt zu entwickeln. „Ich denke, die Einführung wäre ein immenser Gewinn.”
- Eltern in der Pflicht
- Fotostrecke: Der Amoklauf in Winnenden
- Schweigeminute für die Opfer von Winnenden
- Spezial-Seite: Der Amoklauf von Winnenden

14:23
Wenn es denn nun schon so ist, dass viele Eltern nicht mehr dazu in der Lage sind, ihre Kinder im Sinne von Recht, Ordnung, Ethik, Gesundheit, etc. zu erzeiehen, dann finde ich eine solche Instnaz durchaus sehr sinnvoll! Lehrer alleine können und sollten so etwas nicht noch zusätzlich zum normalen Bildungs- und Erziehungsauftrag leisten.
Ob es sich dabei um einen Schulgesundheitspfleger handeln muss, oder um eine andere Instanz (Sozialarbeiter, Psychologe, etc.), das sei dahin gestellt
09:29
das führt zu einem weiteren verlust von elterlicher verantwortung.
ich bin früher mit meinen problemen zu meinen eltern gegangen. ehrlich gesagt, zu meiner mutter, die nämlich nicht berufstätig, sondern immer für uns kinder da war.
wo liegt der sinn, kinder zu erzeugen, wenn man nicht bereit ist, in diese zu investieren und ihnen das leben lang zur seite zu stehen?
anstatt das ganze gesundheitspfleger zu nennen, wäre ersatzmama auch treffend.
ganztagsschule, gesundheitspfleger für die probleme... wann haben eltern und kinder heutzutage denn mal zeit, sich in ruhe zusammenzusetzen und über ihren alltag und ihre sorgen zu sprechen??
08:25
Die Betreuung durch Erwachsene haben wir schon längst und bringt hier keinen zusätzlichen Nutzen.
In England gibt es Präfekten: ältere Schüler kümmern sich um jüngere.
Vorteile:
1. Erziehung durch peer-group
2. keine Kosten
3. sinnvolle Aufgaben und damit Anerkennung für die älteren Schüler
4. weniger Ärger
5. Entlastung für die Erwachsenen
Hat da jemand einen besseren Vorschlag?
08:10
Ich fordere einen Universitätsgesundheitspfleger der sich um durchgeknallte Pflegewissenschaftler bemüht.
07:13
Putzt dieser Gesundheitspfleger den so vernachlässigten Kindern auch den A... ab?
Ich kann #5 und #6 nur zustimmen!!!
06:40
Warum werden Kinder nicht gleich nach der Geburt ihren Erzeugern weggenommen und in staatliche Erziehungscamps gepfercht, in denen Schulgesundheitspfleger aus dem Erziehungsorden der Uni Witten/Herdecke standardisierten sozialen und seelischen Kontakt zu den Menschenwürmlein suchen, möglichst je 500 Einheiten?
06:35
Ein weiterer Schritt, die Familie aufzulösen.
02:37
Nennt das doch einfach Schulpfleger hierunter lassen sich dann alle Disziplinen sortieren (z. B. Schulpfleger für Gesundheit)
23:35
Warum wird der Einfluß von Amokdrogen wie Ritalin und Derivaten nicht diskutiert??
Einfluß der Pharmalobby?
„Alle Jugendlichen, die in den letzten zehn Jahre in Amerika Amok gelaufen sind, wurden mit Psychopharmaka behandelt, hautsächlich Antidepressiva.“
http://ef-magazin.de/2009/03/13/1029-amoklauf-von-winnenden-die-moral-von-der-geschichte
23:35
Der Pflegewissenschaftler findet,dass dem so sein sollte.
Mein Fach ist die Idiosynkrasie.
Ich bin entgegengesetzter Meinung.
Ein solches Vorgehen bringt nichts.
Es kostet unnötig Geld.
Ausserdem sollten entsprechend ausgebildete Betreuer unbedingt in den Beamtenstatus,besser noch Politikerstatus
übernommen werden.
Eine solch delikate Betreuung gewaltpräventativer Art
sollte nur von speziell selektierten und intellektuell
qualifizierten Experten praktiziert werden dürfen.
Eine rein wissenschaftliche Qualifikation genügt nicht.
Ein praxiserfahrener,sozialintellektuell ausgebildeter
Psychologe wäre ein diskussionswürdiger Aspirant für
diese verantwortliche Aufgabe.