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Warum Zähne so empfindlich auf Schmerz reagieren

30.12.2012 | 08:45 Uhr
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Warum Zähne so empfindlich auf Schmerz reagieren
Noch immer drücken sich die Deutschen Bürger vor dem Zahnarztbesuch, obwohl der Besuch zukünftige Zahnprobleme vorbeugt.Foto: dapd

Hamburg-Eppendorf.  Anhaltende Zahnschmerzen hält keiner lange aus, ohne zum Zahnarzt zu gehen. Das liegt unter anderem an den empfindsamen Nervenstrukturen, die unsere Zähne durchziehen. Die hohe Schmerzempfindlichkeit hat aber auch ihr Gutes: So merkt man schnell, wenn ein Zahn krank ist.

Hart wie Stein und doch kann ein Zahn so empfindsam sein: Wenn Kaltes, Süßes oder Saures Schmerzen verursachen, ist das oft nur ein Vorgeschmack auf die Qualen, die Karies im fortgeschrittenen Stadium verursachen kann. Wie ein Messer fährt der Zahnschmerz dann durch den Kiefer . Doch warum sind Zähne so empfindlich?

"Zahnschmerzen zwingen uns, etwas zu unternehmen, bevor Zahnprobleme gefährliche Ausmaße annehmen können", sagt Ursula Platzer, Dirketorin der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde in Hamburg-Eppendorf. Heutzutage löst ein Gang zum Zahnarzt das Problem vergleichsweise sanft. In früheren Zeiten bewegten die unerträglichen Schmerzen Menschen dagegen sogar zu sehr drastischen Maßnahmen: Es war immer noch besser, einen Zahn ohne Betäubung auszureißen, als dauerhaft bohrende Zahnschmerzen zu ertragen. "Das hat einen biologischen Sinn", betont Platzer, "denn eine infektiöse Entzündung kann lebensbedrohliche Ausmaße annehmen." Der Schmerz ist also eine unangenehme Triebfeder für wichtige Maßnahmen.

Wie entstehen die Schmerzen?

"Für die Empfindsamkeit sind Nervenstrukturen verantwortlich, die Teile des Zahns durchziehen", sagt Platzer. Zähne bestehen aus mehreren Schichten, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Ganz außen liegt der Zahnschmelz, der die unteren Schichten schützt. Es handelt sich um die härteste Substanz im menschlichen Körper.

Darunter liegt das sogenannte Dentin, das wiederum die Pulpa umschließt, die umgangssprachlich oft als "Zahnnerv" bezeichnet wird. Es handelt sich aber um eine komplexe Struktur aus Bindegewebe, die von Blutgefäßen sowie Nervenfasern durchzogen ist. "Von der Pulpa reichen feine Kanälchen, die Nervenzellfortsätze enthalten, bis ins Dentin. Sie lösen die Schmerzen aus, wenn das Dentin gereizt wird", erklärt Platzer.

Warum nagt Karies am Zahn?

Karies wird durch Bakterien verursacht, die von Kohlenhydraten aus unserer Nahrung leben. "Sie produzieren Säuren, die den Zahnschmelz und später auch das Dentin angreifen", erläutert Platzer. Die Kariesbakterien ätzen sich also gleichsam in Richtung Pulpa durch die Schichten des Zahnes. Schon beim ersten Kontakt mit dem Dentin reagiert die Pulpa darauf, indem sie weiteres Dentin bildet, um einen Schutzwall gegen die Eindringlinge aufzubauen. Allerdings sind die Mikroorganismen häufig schneller und nagen sich dann komplett bis auf die Pulpa durch. Zahnmediziner nennen dieses Stadium bezeichnenderweise "Caries penetrans".

Die Pulpa bekommt dadurch eine unheilvolle Öffnung zur Mundhöhle. Zucker oder Säuren aus der Nahrung können bereits bei freiliegendem Dentin die eingebetteten Nervenfortsätze reizen und dadurch Zahnschmerzen verursachen. Erreichen diese Stoffe allerdings am Ende das empfindliche Gewebe der Pulpa direkt, können die Qualen fürchterliche Ausmaße annehmen. Das treibt schließlich auch Menschen mit einer ausgeprägten Zahnbehandlungsphobie in die nächste Zahnarztpraxis.

Ohne Behandlung könnten sich aus Infektionen im Zahnbereich sonst schlimme Folgen ergeben, betont Platzer. Es könnte am Ende sogar zu einer lebensbedrohlichen Entzündung des Knochenmarks kommen. "Zahnschmerz ist also ein wichtiges Alarmsystem", resümiert die Zahnmedizinerin. (dapd)

Kommentare
30.12.2012
12:41
Das ist doch blöder Quatsch!
von ruhrgebieti | #1

Als ob Leute in den 6 Millionen Jahren Evolution des Menschen Zahnnerven entwickelt haben, um zum Zahnarzt gehen zu können?!

Selbst das Ausreißen von Zähnen gibt es bestenfalls seit einigen Tausend Jahren.

Welches Tier reißt sich denn selbst den Zahn aus? Und wozu brauchen die dann Nerven in den Zähnen? Ganz sicher nicht um in die nächste Zahnarztpraxis zu gehen.

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2012-12-30 08:45
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