Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Keime am Arbeitsplatz

In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien

31.05.2012 | 12:15 Uhr
In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien
Auf Tastaturen und Mäusen tummeln sich Keime, aber nicht nur dort, fanden US-Wissenschaftler heraus. Foto: Arne Poll/ WAZ Fotopool

San Francisco.   Arbeitsplätze sind wahre Sammelbecken für Keime. Doch es gibt dabei große Unterschiede, ob es sich um ein Büro von Männern oder Frauen handelt. Das haben US-Forscher herausgefunden und liefern auch eine Erklärung.

Büros sind wahre Sammelbecken für Mikroben - vor allem wenn Männer in ihnen arbeiten. Denn auf ihren Schreibtischen, Tastaturen, Telefonen oder Computermäusen tummeln sich deutlich mehr Bakterien als auf denen von Frauen. Das haben US-amerikanische Forscher festgestellt, als sie 90 Büros in drei Städten auf ihre Mikrobenbelastung hin untersuchten.

Zu erklären sei die höhere Keimbelastung am ehesten durch Unterschiede in der Hygiene: „Männer sind dafür bekannt, dass sie ihre Hände seltener waschen als Frauen und sich auch weniger häufig die Zähne putzen, sie gelten allgemein als schlampiger“, konstatieren Krissi Hewitt von der San Diego State University und ihre Kollegen wenig schmeichelhaft im Fachmagazin „PloS ONE“. (doi:10.1371/journal.pone.0037849)

Zur Entlastung der Männer nennen die Forscher aber auch noch einen anderen Grund: Weil Männer im Allgemeinen größer seien als Frauen, hätten sie auch eine größere Hautoberfläche. Auf ihnen könnten sich daher auch mehr Mikroben ansiedeln. „Zusätzlich zur schlechteren Hygiene ist es daher möglich, dass Männer auch aus diesem Grund mehr Bakterien an ihre Umwelt abgegeben“, sagen die Wissenschaftler. Grundsätzlich unterschieden sich die Büro-Mikroben von Frauen und Männern nur in ihrer Menge, es kamen aber die gleichen Arten in etwa vergleichbaren Anteilen vor.

Mehr als 500 verschiedene Arten

In allen untersuchten Büros waren Telefonhörer und Stühle am stärksten mit Mikroben kontaminiert, wie die Wissenschaftler berichten. Etwas geringer seien die Keimzahlen auf den Schreibtischplatten, den Tastaturen und Mäusen gewesen. Insgesamt wiesen Hewitt und ihre Kollegen mehr als 500 verschiedene Bakterienarten auf den Oberflächen der Büroumgebung nach. Die meisten Büro-Mikroben seien harmlose Bewohner der menschlichen Haut oder der Schleimhäute von Nase und Mund. „Wir fanden aber auch eine überraschend hohe Anzahl von Keimen, die aus dem menschlichen Verdauungstrakt stammen“, schreiben die Forscher.

Zwar seien unter den Büro-Mikroben auch einige, die unter bestimmten Bedingungen Krankheiten verursachen könnten, die meisten von ihnen würden aber nur bei schwer immungeschwächten Menschen ein Problem.

In geringeren Anteilen fanden die Forscher auch Bodenmikroben und - ebenfalls für sie überraschend - Bakterien, die normalerweise in heißen Quellen und anderen extrem warmen Umgebungen vorkommen. „Es erscheint auf den ersten Blick ziemlich seltsam, diese Arten in Bürogebäuden zu finden“, sagen die Wissenschaftler. Aber andere Forscher hätten Spuren dieser temperaturresistenten Arten auch schon in anderen Innenräumen wie beispielsweise Klos oder Bädern gefunden. „Das zeigt vermutlich einfach, wie gut diese widerstandsfähigen Organismen überleben und sich verbreiten können“, schreiben die Mikrobiologen.

Gene helfen bei der Mikrobenbestimmung

Für ihre Studie hatten die Forscher in den Städten New York, San Francisco und Tucson jeweils 30 Büros untersucht. In allen Büros nahmen sie standardisierte Proben, indem sie mit einem speziellen Wattestäbchen 13 Quadratzentimeter der Oberfläche abstrichen. Alle Proben wurden auf Nährböden ausgebracht und bebrütet, um die Anzahl der Keime zu bestimmen. Zusätzlich isolierten die Forscher die DNA der Proben, um anhand eines Genabschnitts zu bestimmen, welche Bakteriengruppen und -gattungen vertreten waren.

„Wir Menschen verbringen immer mehr Zeit in geschlossenen Räumen, dennoch wissen wir bisher kaum etwas darüber, welche Bakterien und Viren es dort gibt, wo wir leben, arbeiten und spielen“, sagt Studienleiter Scott Kelley von der San Diego State University. Die Studie helfe dabei festzustellen, welche Mikroben in normalen, gesunden Gebäuden vorkommen. Dadurch könne man die Ursache für verschiedene, in bestimmten Gebäuden gehäuft auftretende Erkrankungen besser aufspüren. (dapd)



Kommentare
01.06.2012
07:22
In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien
von foxtrott | #6

Männer sind nicht nur schlampiger, sie jammern auch gern unsachlich, wie man an den Kommentaren hier sehen kann...

1 Antwort
äh...
von Hansiwurstl | #6-1

ich habe eigentlich genau KEINEN Kommentar gefunden, in dem "gejammert" wird. Können Sie mir helfen?

31.05.2012
21:40
In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien
von Hansiwurstl | #5

kein Wunder: die fassen sich so oft an den Sack!

31.05.2012
20:10
Wie reduziert man die Anzahl der Mikroben und sonstigen Viecher in einer halben Minute?
von bearny | #4

Tastatur umdrehen, ausklopfen und alles erschlagen, was da krabbelt,....

31.05.2012
19:38
In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien
von Oemes | #3

Krissi führe ich gerne mal auf einer Frauen-Toilette,dann weiss sie wie Hygenisch Frauen sind.

31.05.2012
15:39
In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien
von helmutscholtz | #2

Und Charles Gerba von der University of Arizona fand in SEINER Untersuchung das Gegenteil heraus...
http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/vorsorge/risiko/tid-20190/hygiene-buero_aid_563904.html

1 Antwort
In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien
von Vatta | #2-1

Danke, dass Sie den Artikel des Focus gefunden haben!!

Der Bericht in der WAZ ist mal wieder sowas von Klischeebeladen.

JEDE Putzfrau Deutschlands wird bestätigen, dass z.B. die Männertoiletten stets sauberer sind als die der Damen. Aber Männer kann man ja mal eben so als Hygiene-Schlampen bezeichnen.....

31.05.2012
14:02
In Büros von Männern tummeln sich mehr Bakterien
von eisenkopf | #1

Klar, die Bakterien in den Frauen-Büros sind ja schon von der Parfümwolke verreckt ;-)

Aus dem Ressort
Weniger Deutsche fehlen wegen Burnouts bei der Arbeit
Gesundheit
Zehn Jahre schien die Diagnose "Burnout" unter deutschen Arbeitnehmern immer stärker zu grassieren. Doch 2013 hat sich der Trend gewendet, das zeigt eine Studie der Krankenkasse DAK. Die Ärzte finden nun immer öfter die Krankheit hinter der Krankheit.
DAK: Weniger Fehltage wegen Burnout - mehr wegen Depression
Gesundheit
Immer wieder hört man von mehr und mehr Burnout-Fällen. Eine Studie der DAK zeigt nun: Die Zahl der Fehltage wegen Burnouts ist gesunken. Die schlechte Nachricht: Dafür setzen Depressionen den Arbeitnehmern in Deutschland zu.
Essener hat schon 289 Mal sein Blut beim DRK gespendet
Blutspende
Wolf Tiemeier aus Essen-Holsterhausen hat seit seinem 18. Lebensjahr 289 Mal Blut und Blutbestandteile beim DRK gespendet. Damit ist er in der Stadt Rekordhalter. Die Spenden gehören für den 56-Jährigen mittlerweile zum Alltag. „Sie sollten für jeden selbstverständlich sein“, sagt er.
Im Herbst starten Pollenallergiker mit Hyposensibilisierung
Gesundheit
In den Herbst- und Wintermonaten können Pollenallergiker beschwerdefrei durchatmen. Doch sollten sie daran denken, dass ihnen im nächsten Frühjahr mit der Überreaktion des Körpers wieder eine große Belastung bevorsteht. Eine Therapie kann helfen.
Versicherer Generali will Fitnessdaten von Kunden sammeln
Gesundheit
Gesünder leben und bei der Krankenversicherung davon profitieren: Per Telemonitoring will Generali künftig Kundendaten über Fitness und Lebensstil erfassen. Verbraucherschützer sind alarmiert.
Umfrage
Hygiene, Arbeitsrecht, Streit zwischen Konzern und Franchise-Nehmer: Viele Burger King-Filialen mussten schließen. Was denken Sie darüber?

Hygiene, Arbeitsrecht, Streit zwischen Konzern und Franchise-Nehmer: Viele Burger King-Filialen mussten schließen. Was denken Sie darüber?

 
Fotos und Videos