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Medizinische Versorgung

Erste Krankenkasse schafft Praxisgebühr bei Zahnarzt de facto ab

05.07.2012 | 16:26 Uhr
Erste Krankenkasse schafft Praxisgebühr bei Zahnarzt de facto ab
Bald ohne "Eintrittsgeld": Die hanseatische Krankenkasse (HEK) schafft die Praxisgebühr beim Zahnarzt de facto ab.Foto: Getty

Berlin.  Über den Sinn der Praxisgebühr ist in den letzten Wochen angesichts hoher Krankenkassenrücklagen wieder viel diskutiert worden. Nun handelt die Hanseatische Krankenkasse. Allerdings streicht sie nicht die Praxisgebühr für den Besuch bei Allgemeinmedizinern, sondern beim Zahnarzt.

Als erste gesetzliche Kasse schafft die Hanseatische Krankenkasse (HEK) die Praxisgebühr beim Zahnarzt de facto ab. Der Verwaltungsrat beschloss am Donnerstag in Hamburg, den 400.000 Versicherten rückwirkend zum 1. Januar 2012 die zehn Euro pro Quartal zurückzuzahlen. Voraussetzung ist, dass sie einmal im Jahr ihre Zähne im Rahmen des Bonusprogramms untersuchen lassen.

Die Quittungen über die Gebühr können dann mit der Kopie des Bonusheftes bei der Kasse eingereicht werden. Sucht ein Versicherter in einem Jahr in jedem Quartal eine Zahnarztpraxis auf, bekommt er die kompletten 40 Euro zurück.

Nach eigenen Angaben verzichtet die Kasse damit auf Einnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Der HEK-Verwaltungsrat forderte zugleich die Bundesregierung auf, die Praxisgebühr insgesamt abzuschaffen. Die Gebühr habe keinerlei Steuerungsfunktion und verursache Bürokratiekosten, sagte Verwaltungsratschef Horst Wittrin.

Kasse unterstützt Forderung des Gesundheitsministers

Die HEK gehe daher voran und unterstütze die Forderung von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP)   und weiterer Politiker nach Abschaffung der Praxisgebühr.

Die Hanseatische Krankenkasse reagiert damit auch auf die Debatte über ihre hohen Rücklagen . Das Bundesversicherungsamt hatte die Kasse und zwei weitere Mitbewerber aufgefordert, Prämien an die Mitglieder zurückzuzahlen oder zu begründen, warum sie dies nicht beabsichtigen. Der HEK-Verwaltungsrat legte sich in seiner Sitzung hierzu aber nicht fest.

Wie unlängst bei der Techniker Krankenkasse (TK) wurde hingegen der Vorstand beauftragt, "im Rahmen der Haushaltsplanung 2013 ein Konzept zum Einsatz der Finanzreserven zum Wohle der HEK-Versicherten zu entwickeln". (reuters)

Kommentare
06.07.2012
12:37
Knappschaft bietet seit Jahen schon das Prosper-Modell an!
von AuroraBorealis | #4

Die Knappschaft bietet seit Jahren das so genannte Prosper-Modell an.
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2012-07-05 16:26
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