Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Gesundheitsreport

Berufspendler häufiger wegen psychischer Probleme krank geschrieben

27.06.2012 | 11:45 Uhr
Funktionen
Berufspendler häufiger wegen psychischer Probleme krank geschrieben
Berufspendler werden häufiger psychisch krank.Foto: dapd

Berlin.  In Deutschland sind Berufspendler wegen einer psychischen Diagnose häufiger krank geschrieben als andere Beschäftigte. Ingesamt steigen psychisch bedingte Fehlzeiten seit Jahren immer weiter an. Besonders betroffen sind Callcenter-Mitarbeiter, Pflegepersonal und Erzieher.

Berufspendler in Deutschland sind häufiger aufgrund einer psychischen Diagnose krankgeschrieben als andere Beschäftigte. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Während Pendler, zu denen etwa 45 Prozent der Beschäftigten zählen, demnach im Schnitt 2,2 Tage im Jahr wegen Depressionen , Burnout oder Belastungsstörungen krank geschrieben sind, waren dies bei den anderen Beschäftigten 1,9 Fehltage pro Kopf.

Insgesamt seien Pendler mit 12,7 Tagen im Jahr allerdings etwas weniger krank geschrieben als wohnortnah arbeitende Erwerbstätige - bei diesen liege der Schnitt bei 12,9 Tagen. Insgesamt sind die psychisch bedingten Fehlzeiten wie in den Vorjahren auch 2011 erneut deutlich gestiegen - der Studie zufolge um 6,3 Prozent.

Besonders betroffen seien Beschäftigte in Stadtstaaten wie Berlin und Hamburg. Ein erhöhtes Risiko haben laut TK auch Beschäftigte in Dienstleistungsberufen wie Callcenter-Mitarbeiter, Pflegepersonal und Erzieher. "Dass diese Berufe häufiger von Frauen ausgeübt werden, ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass weibliche Erwerbspersonen seelisch belasteter sind", erklärte TK-Vorstand Norbert Klusen.

Menschen zwischen 30 und 50 Jahren besonders betroffen

Dies gelte vor allem für Beschäftigte zwischen Mitte 30 und Mitte 50, der sogenannten Sandwich-Generation. "Sie befinden sich beruflich häufig in der Phase, in der entscheidende Weichen für die Karriere gestellt werden, sie kümmern sich um ihre Kinder und nicht selten inzwischen auch um die Pflege ihrer Eltern", erläuterte Klusen. Der TK-Report analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten der 3,7 Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbspersonen. (afp)

Kommentare
Aus dem Ressort
Heiligabend im Hospiz - "Hier ist es besonders emotional"
Gesundheit
"Fürchtet euch nicht, denn euch ist heute der Heiland geboren." Wenn das Weihnachtsevangelium im Hospiz St. Martin zitiert wird, dann herrscht eine...
Jeder vierte Europäer ist zu viel Verkehrslärm ausgesetzt
Lärm
Die Europäische Umweltagentur warnt: Zu viel Lärm kann zum vorzeitigen Tod führen. Vor allem der Verkehr vor der Haustür kann eine Ursache sein.
Trockene Luft im Büro: Zehn Tipps für Kontaktlinsenträger
Gesundheit
Die Kontaktlinsen drücken, die Augen brennen, der Schädel brummt: Im Winter macht trockene Heizungsluft dem Auge zu schaffen. Die Arbeit am PC schadet...
Geistig fit bleiben: Ausdauersport ist gut fürs Hirn
Gesundheit
Sport ist gut für den Körper, klar. Aber dass regelmäßige Bewegung auch das Gehirn auf Trab hält, wie eine aktuelle Studie nahe legt, dürfte weit...
So schützen Sie sich bei Schmuddelwetter vor Krankheiten
Winter-Wetter
Erkältungen, die klassische Grippe oder auch Magen-Darm-Infekte haben zurzeit Hochkonjunktur. Wieso das aktuelle Wetter seinen Teil dazu beiträgt.
Fotos und Videos