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An Schlaflosigkeit ist häufig die Schilddrüse Schuld

24.02.2013 | 14:13 Uhr
An Schlaflosigkeit ist häufig die Schilddrüse Schuld
Schlafstörungen? Die Ursache kann eine Schilddrüsenerkrankung sein.Foto: Annette Zoepf/dapd

Essen.  Viele Leute klagen über Schlaflosigkeit und Unruhe. Sie nehmen Schlafmittel ein, doch an ihrem Erschöpfungszustand ändert sich nichts. Oft steckt eine Schilddrüsenerkrankung dahinter. Doch das wird nicht immer erkannt. Ein Gespräch mit dem Endokrinologen (Experte für Hormon-Erkrankungen) Professor Burkhard Herrmann aus Bochum.

Der Endokrinologe Professor Burkhard Herrmann aus Bochum erläutert, welche Symptome bei einer Schilddrüsenfehlfunktion auftreten können - und wie man Abhilfe schaffen kann.

Schilddrüsenstörungen gelten als eine Art Volkskrankheit.

Burkhard Herrmann: In der Tat kommen die Symptome wie innere Unruhe, Ein- und Durchschlafstörungen häufig vor. Sie können Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sein. Meist kommt noch ein schneller Puls hinzu. Außerdem berichten die Betroffenen über Durchfälle und über Gewichtsverlust.

Der gesamte Stoffwechsel ist beschleunigt?

Herrmann: Ja, der Mensch fühlt sich, als stehe er unter Strom. Es können auch noch Herzrhythmusstörungen hinzu kommen.

Wie kann man erkennen, ob sich hinter den Beschwerden eine Schilddrüsenerkrankung verbirgt?

Herrmann: Durch eine einfache Blutuntersuchung. Eine Bestimmung der Schilddrüsenhormone kann Sicherheit geben. Es werden dann die so genannten Werte für T3, T4 und TSH bestimmt. Die oben beschriebenen Symptome weisen auf eine Überfunktion hin.

Was sind die Ursachen?

Herrmann: Häufig werden die Symptome durch eine knotige Veränderung der Schilddrüse ausgelöst.

Wie häufig kommt das vor?

Herrmann: Jeder Vierte Deutsche etwa hat Knoten an der Schilddrüse.

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Warum entstehen diese Knoten?

Herrmann: Trotz verbesserter Jodversorgung ist Deutschland immer noch ein leichtes Jodmangelgebiet. Hinzu kommt auch noch eine erbliche Veranlagung.

Was kann man tun?

Herrmann: Jeder Knoten muss untersucht werden. Mit Ultraschall oder bei Knoten, die über einen Zentimeter groß sind, per Spezialuntersuchung, dem so genannten Szintigramm. In den allermeisten Fällen sind die Knoten allerdings gutartig. Diese Knoten nennt man warme Knoten. Kalte Knoten können selten bösartig sein. Aber auch diese Krankheit ist häufig heilbar.

Wie sieht die Therapie aus?

Herrmann: Gutartige Knoten müssen keinesfalls immer operiert werden, das ist abhängig von der Größe und den Beschwerden. Ansonsten gibt man Tabletten mit Schilddrüsen-Hormonen und Jod.

Wie therapiert man bösartige, also kalte Knoten?

Herrmann: Mit Tabletten, den so genannten Schilddrüsenblockern. Hilft das nicht, werden sie entfernt oder es wird eine Radiojodtherapie eingesetzt. Dabei muss der Patient eine Kapsel einnehmen, die radioaktives Jod enthält. Das hormonproduzierende Gewebe wird so zerstört.

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Was passiert bei der Schilddrüsen-Unterfunktion?

Herrmann: Man fühlt sich müde, antriebsarm, friert und nimmt zu. Die häufigste Form ist die so genannte Hashimoto-Erkrankung. Die Schilddrüse wird von selbst kleiner und produziert keine Hormone mehr. Auch hier kann eine Hormontherapie Abhilfe schaffen. Die therapie-bedürftige Unterfunktion kommt nicht so häufig vor.

Was kann man vorbeugend gegen eine Überfunktion tun?

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Herrmann: Zum Glück gibt es ja jetzt grundsätzlich jodiertes Speisesalz. Und einmal in der Woche sollte man eine Seefisch-Mahlzeit zu sich nehmen.

Was ist Morbus Basedow?

Herrmann: Hierbei handelt es sich um eine Auto-Immunerkrankung. In der Hälfte der Fälle ist sie erkennbar an den heraustretenden Augäpfeln. Es ist eine der Ursachen für die Überfunktion und kommt bei Frauen deutlich häufiger vor. Diese Erkrankung wird meist auch medikamentös behandelt.

Petra Koruhn



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