Komitee gegen Vogelmord
Falkner fängt illegal Greifvögel mit lebenden Tauben
28.02.2010 | 20:44 Uhr 2010-02-28T20:44:00+0100
Soest. Vogelschützer haben einen Falkner auf frischer Tat ertappt. Der Mann hatte illegal Fallen zum Fang für Freifvögel aufgestellt. Als Köder verwendete der Wilderer lebende Tauben. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet.
Der Hinweis kam vom Arbeitskreis Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest: In einem Waldstück bei Bad Waldliesborn hat ein Falkner aus dem Kreis Soest illegal Fallen zum Fang für Freifvögel aufgestellt.
Mitglieder des Bonner Komitees gegen den Vogelmord gingen dem Hinweis am Samstagabend nach und entdeckten im Waldstück „Altes Lager” drei Habichtfangkörbe. Als Köder verwendete der Wilderer lebende Tauben, die mit Schnüren an den Fallen befestigt worden waren, um hungrige Greifvögel anzulocken. In einer der Fallen steckte bereits ein lebender, frisch gefangener Mäusebussard.
Überwachung
„Als wir die Überwachung abends wegen Dunkelheit abbrechen und den Bussard befreien wollten, erschien ein etwa 35-jähriger Mann und machte sich an den Fallen zu schaffen”, berichtet Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Die Vogelschützer verließen daraufhin ihr Versteck und stellten den Vogelfänger mit Taschenlampen und laufenden Videokameras zur Rede. „Der Mann war völlig überrascht und hat sofort zugegeben, die Fallen aufgestellt und den Bussard gefangen zu haben”, so Hirschfeld. Den Greifvogel, so behauptete der Falkner, habe er kurz vor Eintreffen der Vogelschützer wieder freigelassen.
Polizei greift ein
Gegen 21 Uhr traf eine Streifenwagenbesatzung der Polizei Lippstadt am Tatort ein und stellte die Fanggeräte sicher. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet. Bei einer anschließenden Kontrolle der Wohnräume des Verdächtigen wurde in einer Voliere ein lebender Habicht entdeckt. Ob auch dieses Tier illegal gefangen wurde, wird zur Zeit überprüft.
Toter Habicht
Am Sonntagmorgen machten die Mitglieder des Komitees einen weiteren schockierende Fund: Bei einer gründlichen Nachsuche im Bereich der Fangstellen fanden sie einen toten Mäusebussard mit eingeschlagenem Schädel. Die Tierschützer: „Dabei handelt es sich eindeutig um den Vogel, der gestern in die Falle geraten und angeblich von dem Verdächtigen freigelassen worden ist. Wir vermuten, dass der Mann unsere Leute gehört und den Bussard kurz vor deren Ankunft am Tatort in Panik getötet und in den Wald geschmissen hat."
Überprüfung
Der tote Vogel wurde von der Polizei zur weiteren Untersuchung übergeben. Angesichts der Zustände in dem betroffenen Jagdrevier fordern die Vogelschützer nun eine gründliche Überprüfung des Falles durch die Behörden.
Aktion Krummschnabel
Die Aktion bei Bad Waldliesborn war Teil der Operation „Krummschnabel”, bei der Vogelschützer, Polizisten und Veterinäre am Wochenende zeitgleich verdächtige Jagdreviere in ganz NRW kontrolliert haben. Dabei wurden insgesamt 18 tote Greifvögel und Eulen entdeckt und zahlreiche illegale Fallen, darunter Tellereisen, Habichtfangkörbe und verschiedene Typen von Käfigfallen, beschlagnahmt oder den Behörden gemeldet. Betroffen waren laut Komitee Jagreviere in den Kreisen Warendorf, Steinfurt, Soest, Kleve, Düren und dem Rhein-Erft Kreis.

19:49
Wir brauchen viel mehr Zivilcourage, um diesen Typen, die sich leider ausschließlich in Jäger-, Taubenzüchter- und Hühnerzüchterkreisen finden - wobei sie oft das eine und das andere sind - ihr Meuchel-Handwerk zu legen. Einfach nur ekelhaft, diesen wunderbaren Vögeln so nachzustellen.
Danke an die Leute vom ABU und vor allem an das Komitee nach Bonn!
Und es ist an der Zeit, dass solche Straftäter wirklich ANGEMESSEN bestraft werden!
08:27
Die Ausbreitung des Jagdbetriebes über die gesamte Erde haben viele Säugetiere, Vögel und Reptilien nicht oder nur in Restbeständen überlebt. Tierarten, die begehrte Jagdtrophäen oder hochbezahlte Produkte lieferten, wurden besonders hartnäckig verfolgt. Jäger behaupten gern, daß Beutegreifer wie Fuchs, Marder, Dachs und Raubvögel den Bestand an rückläufigen und seltenen Arten wie Hase, Rebhuhn, Auer- und Birkhuhn gefährden und daher bejagt werden müssen. Aber in keinem Ökosystem gefährden Raubtiere den Bestand ihrer Beutetiere. Tierarten oder -unterarten, deren Lebensräume durch die Landnutzung des Menschen großflächig zerstört wurden, geraten durch die Bejagung besonders schnell an den Rand der Ausrottung. Zwölf Prozent der Arten der Roten Listen gefährdeter Tierarten sind durch direkte Verfolgung in ihrem Bestand gefährdet.
16:02
Wenn ich sowas schon lese...
...Kirche im Dorf lassen... (#4)
...Prioritäten setzen...(#7)
Nach dieser Logik heisst das, weil es schlimmere Verbrechen gibt und in anderen Ländern keinen ausreichenden Tierschutz gibt, brauchen wir uns in Deutschland auch nicht so anstellen, was?
Prioritäten setzen könnte man übrigens auch so interpretieren: Da die Spezies Mensch nachweislich das gefährlichste Raubtier und für die Ausrottung aller anderen Lebewesen verantwortlich ist, hat es doch wohl oberste Priorität, die besonders schädlichen Exemplare Mensch aus dem Verkehr zu ziehen, oder?
Keines der verfolgten und gequälten Tiere tut jemandem was zu Leide oder richtet größeren Schaden als der Mensch!
Und sie haben auch ein Recht zu leben!
Der Herr verschone uns vor Sauerländern...
12:10
#7: das heisst also, solange es noch Raubüberfälle gibt, brauchen wir uns auch um Steuerhinterzieher und Betrüger nicht zu kümmern? Komische Logik.
11:53
ich denke wir haben da in deutschland gaz gute gesetze.
in meinen augen erfüllt der vogelmörder mehrere tatbestände: tierquälerei, und verstoß gegen da jagdrecht und wahrscheinlich kommt dann auch noch jagdwilderei hinzu. alles zusammen kommt man dann schon auf eine ganz ordentliche strafe.
11:37
Bei uns kommt alles in den Knast! Was passiert denn, wenn die armen Vögel über die Grenze fliegen? Seid ihr in Belgien oder Italien auch am Start? Ich persönlich mag auch diese Art und Weise der Vogeljagd nicht. Aber warum soll man mit Kanonen auf Spatzen schießen? Sollte man sich nicht erst mal auf Kinderschänder, egal aus welchem Umfeld sie kommen, kümmern?
#6 Klar verstehe ich auch Ihre Aufregung und kapiere nicht, wozu Menschen in der Lage sind.
Wie heißt das so schön? Man muß Prioritäten setzen! Also, erst um die ganz wichtigen Dinge kümmern, danach muß man diese Leute natürlich auch zur Rechenschaft ziehen, keine Frage.
10:59
Lieber Sauerländer,
und genau wegen Leuten wie Ihnen sieht es auf der ganzen Welt in Punkto Umwelt-, Naturschutz und Menschenrechte auch so wie heute aus !
Hier lebt alles nur nach Menschen Gnaden, gell ?
Der Stärkere gewinnt, was kratzt einen der Vogel, der Hund oder die Ratte ?
Haben Sie in Biologie nicht aufgepasst ? Oder hat man Ihnen gelehrt das Tiere so etwas wie Schmerzen, Angst, Panik etc nicht haben ?
10:22
zu 4 Sauerländer...
warum sollten solche Leute ungeschoren davon kommen?
Und wir können froh sein, dass es das Komitee gegen den Vogelmord gibt (das sind keine radikalen Tierschützer) und viel für die Artenvielfalt in Deutschland macht.
Und für diese Arbeit im Kreis Soest allen Beteiligten ein großes Dankeschön, dass dieser Tierquäler nun gefasst wurde.
10:03
Der Herr verschone uns vor den radikalen Tierschützern!
Was für Strafen sollen denn wegen eines toten Mäusebussards verhängt werden? Am besten Gleich aufhängen, den Vogelmörder?
Sicher ist das ungesetzlich, aber da sollte man doch wohl die Kirche im Dorf lassen.
08:56
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