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Prüfungen

Erneut Panne beim Zentralabitur in NRW

11.05.2011 | 18:12 Uhr
Erneut Panne beim Zentralabitur in NRW
Auch in diesem Jahr kam es zu Pannen beim Zentralabitur. Foto: Birgit Schweizer

Hagen.Neues Jahr, neues Zentralabitur, neue Fehler: Die Pannen-Serie bei der zentralen Reifeprüfung reißt nicht ab. Betroffen sind in diesem Jahr die Aufgaben für die Grundkurse Mathematik.

Gleich in zwei Fällen soll es zu Unstimmigkeiten gekommen sein. „Es gab keine ­Fehler, nur die Formulierung einer Aufgabe war irritierend“, sagt Barbara Löcherbach, Sprecherin des NRW-Schulministeriums. Das Fachressort leitete die Beschwerden der Lehrer an die Unabhängige Kommission zur Qualitätssicherung zentraler Prüfungen weiter.

Mehr als eine Irritation sieht Jürgen Baues, stellvertretender Vorsitzender des Philologenverbandes Nordrhein-Westfalen, in der Panne. „Im Bereich der Analysis gab es drei Aufgaben, aus denen die Lehrer wählen konnten. Zwei der Aufgaben enthielten allerdings Funktionsscharen, die nur von Schülern gelöst werden konnten, die CAS-Taschenrechner benutzen dürfen. Diese Gruppe ist sehr klein. So bestand für alle anderen keine Wahlmöglichkeit mehr. Die dritte Aufgabe - ohne Funktionsscharen - enthielt zudem noch einen Fehler“, sagt Baues. „Die Mathematik ist ein exaktes Fach. So etwas darf einfach nicht passieren“, so Baues weiter.

Am Mittwoch prüfte die Fachkommission die Aufgaben, die für den Grundkurs Mathematik zur Verfügung standen und teilte mit, dass sie keinen weiteren Handlungsbedarf sehe. Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung: „Ich bedaure sehr, dass es zu Aufregungen beim Zentralabitur 2011 gekommen ist. Nach allem, was wir wissen, hat es für die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile gegeben.“

Kathrin Klottka

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Kommentare
18.05.2011
19:16
Erneut Panne beim Zentralabitur in NRW
von hddr | #3

In den Vorgaben zum Abitur wird darauf hingewiesen, dass die Aufgaben so gestellt werden, dass Schüler mit grafikfähigem TR keine Vorteile haben können. Vor zwei Jahren (damals war ich als GK-Lehrer, dessen Schüler keinen GTR hatten, betroffen) habe ich dem Dezernenten einen längeren Brief geschrieben und darauf hingewiesen, dass diese Vorgaben absolut nicht beachtet worden sind; ich habe ihm an vier Beispielen klar gemacht, welchen zumindest zeitlichen Vorteil Schüler mit einem GTR hatten (etwa bei einer Matrix M das Produkt M*M zu bilden). Eine Antwort habe ich nie erhalten.
Was mich bei diesen ständigen Pannen im Fach Mathematik erbost, ist, dass ein Stab von selbsternannten Experten nicht in der Lage ist, fehlerfreie und angemessene Aufgaben zu erstellen.

14.05.2011
18:55
Erneut Panne beim Zentralabitur in NRW
von nemomomo | #2

Zentrales Abitur mit gleichen Vorraussetzungen gibt es nicht. Ist es denn fair, dass LK SS der Gymnasien einen grafikfähigen Taschenrechner benutzen dürfen, die des Berufskollegs, welche die gleichen Aufgaben lösen müssen aber nur einen ganz einfachen nicht programmierbaren Rechner, den sie nicht kannten und der alle Eingaben viel komplizierter macht ? Den vorher im Unterricht hatten die Schüler ihren eigenen Grafikrechner, ohne den auch wohl ein sinnvoller moderner LK Unterricht kaum noch möglich ist.
Aber dies Ungleichbehandlung von Schülern interessiert niemanden!

12.05.2011
19:12
Erneut Panne beim Zentralabitur in NRW
von hddr | #1

Frau Löhrmann bzw. die Kommission sollten sich zunächst sachkundig machen, bevor sie sich äußern. In den Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen für das Abitur 2011 werden als Inhaltliche Schwerpunkte für den Grundkurs u. a. die Untersuchung von ganzrationalen Funktionen (mit CAS einschließlich Funktionenscharen) genannt. Ich fasse diesen Punkt so auf, dass für Schülergruppen, die ohne CAS gearbeitet haben, Funktionenscharen nicht obligatorisch waren. Dies haben offensichtlich auch zahlreiche GK - Lehrer (etwa der meiner Tochter) so gesehen und daher im Unterricht Funktionenscharen nicht behandelt. Für sie gab es also nur eine einzig wählbare Analysisaufgabe. Das scheint mir durchaus ein gravierender Nachteil zu sein.
Wenn diese Aufgabe zudem noch einen Fehler aufwies (das kann ich nicht beurteilen, da ich sie nicht gesehen haben; meine Tochter berichtete mir, man habe die Breite einer Fläche berechnen sollen, was auch immer das sein soll), ist das für mich nicht nachvollziehbar. Angesichts des aufwendigen Verfahrens des Aufstellens und der anschließenden Überprüfung der Aufgaben dürfen keine Fehler auftreten. Falls doch sollten die damit betrauten Experten schleunigst ausgewechselt werden.

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