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Kolumne

Rückspiegel - Reinfeiern, rausfeiern

08.04.2011 | 00:00 Uhr
Rückspiegel - Reinfeiern, rausfeiern
Morgan-Produktion mit fein gedengeltem Blech über Holzrahmen.

Essen.   Wenn alte Autos im Trend liegen, muss man doch – um im falschen Bild zu bleiben – schnell auf den Zug aufspringen. Dies findet zumindest Autoredakteur Gerd Heidecke und fragt sich, warum Opel sein 149-jähriges Bestehen als 150-Jähriges ausgab.

Alte Autos liegen im Trend. Da muss man doch – um im falschen Bild zu bleiben – schnell auf den Zug aufspringen.

„Es gibt sie noch, die guten Dinge“, wirbt Ma­nufactum seit Jahren in eigener Sache. Jetzt hat der bekannte Katalog-Edelversender etwas Neues im Programm: den Morgan 4/4. Der britische Roadster mit dem rostfreien Eschenholzrahmen wird seit 75 Jahren in reiner Handarbeit gefertigt, ist also wie für die Waltroper Wahrer des Wahren, Schönen, Echten wie gemacht.

Hauptsache, es verkauft sich

Ob so ein Spaß-Drittauto sich mit ehemals alternativen, grün angehauchten An­sprüchen verträgt? Wie im­mer gibt es im Autogeschäft nur eine Wahrheit: Hauptsache, es verkauft sich (für knapp 44.000 Euro). Übrigens: Der für die Verbreitung von ökologischem Gedankengut eher unverdächtige Mercedes-Tuningspezialist Brabus hat inzwischen auch den knochenharten Leichtgewichts-Zweisitzer im erweiterten Programm.

Und wenn man der Öffentlichkeit eigentlich gar nichts zu verkaufen hat? Opel ließ sich auf der Techno-Classica Anfang April anno 2011 etwas einfallen. Mangels eines anderen geeignet erscheinenden automobilen Jubiläums feierten Rüsselsheimer das 150-jährige Firmenjubiläum und stellte die erste Nähmaschine von Firmengründer Adam O. in einer Vitrine aus. Dass das Unternehmen erst 2012 150 wird, störte dabei nicht weiter. Man feierte also sozusagen rein. Das eröffnet jeder Art von Jubiläumsfeiern ganz neue Perspektiven. Tipp für Opel: Bei der Techno-Classica 2013 aus dem Jubiläumsjahr rausfeiern.

Gerd Heidecke



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