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Neuer Bahn-Konkurrent will im Herbst erste Fernverbindung starten

02.03.2012 | 14:42 Uhr
Neuer Bahn-Konkurrent will im Herbst erste Fernverbindung starten
Die Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz. Foto: dapd

Hamburg.   Der Kölner Zugbetreiber MSM will ab Herbst zweimal täglich Züge von Köln nach Hannover und von dort aus nach Berlin und Hamburg fahren lassen. Die Fahrzeiten sollen variieren, aber unter fünf Stunden liegen. Spontane Fahrten werden aber schwierig: Es herrscht Reservierungspflicht.

Die Deutsche Bahn bekommt auf wichtigen Fernstrecken Konkurrenz: Der Kölner Zugbetreiber MSM will ab Herbst zweimal täglich Züge von Köln nach Hannover und von dort aus nach Berlin und Hamburg fahren lassen, wie MSM-Chef Niko Maedge am Freitag ankündigte. Die Preise sollen unter denen des bisherigen Monopolisten DB liegen - allerdings besteht Reservierungspflicht.

„Wir werden mit einem variablen Preissystem, ähnlich wie bei manchen Airlines, arbeiten“, erklärte Maedge. Das günstigste Ticket für die gesamte Strecke solle 19,90 Euro kosten, das Kontingent sei aber begrenzt. Je nach Auslastung werde der Ticketpreis entsprechend teurer.

Fahrtzeiten unter fünf Stunden

„Wir möchten im Frühherbst starten“, sagte Maedge der „Financial Times Deutschland“ vom Freitag. Künftig sollen demnach zwei Loks und maximal 14 Waggons mit Platz für bis zu 700 Passagiere in Köln starten. In Hannover soll der Zug getrennt werden, mit höchstens sieben Waggons soll es dann nach Hamburg und Berlin weitergehen. Zwischenstopps seien in Düsseldorf, Duisburg, Essen, Dortmund, Hamm und Bielefeld geplant, teilte Maedge auf Anfrage mit. Auf der Strecke nach Hamburg seien Stopps in Celle und Lüneburg geplant.

Die Fahrzeiten sollen variieren, aber unter fünf Stunden liegen, wie Maedge der „FTD“ sagte. Die schnellste Verbindung solle die Strecke Köln-Hamburg in gut vier Stunden schaffen - so lange braucht auch die Deutsche Bahn. Für die Strecke Köln-Berlin brauchen die ICE der Deutschen Bahn rund viereinhalb Stunden. „Unser Angebot wird mindestens auf IC-Niveau liegen“, kündigte Maedge an.

Reservierungspflicht

Spontane Zugfahrten mit der künftigen Bahn-Konkurrenz werden Maedge zufolge aber schwierig: Es herrscht Reservierungspflicht. „Bei uns wird es keine Stehplätze oder das Sitzen auf dem Gang geben. Sonst vergraulen wir langfristig unsere Gäste“, sagte er der „FTD“.

Dem Bericht zufolge will MSM etwa 30 Wagen und vier Loks anmieten und damit genug Reserven für Wartung und Reparatur bereithalten. Die für die Infrastruktur zuständige Bahn-Tochter DB Netz hat laut Maedge die beantragten Trassen bestätigt. Der Vertrieb wird demnach gerade aufgebaut. Tickets sollen im Internet oder in Reisebüros gebucht werden können. Ab Juni soll das Angebot offensiv vermarktet werden.

Erfahrung mit Partyzügen

Das seit 2002 bestehende Unternehmen MSM hat schon Erfahrungen mit Sonderzügen gesammelt. Mit Partyzügen steuert das Unternehmen seit Jahren das Münchner Oktoberfest und das Stuttgarter Frühlingsfest an. Im Winter fährt ein Touristenzug von Hamburg aus über das Ruhrgebiet in österreichische Skigebiete.

Vor MSM wollte schon der „Hamburg-Köln-Express“ (HKX) der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. HKX hatte seinen Betriebsstart ursprünglich schon für 2010 geplant und ihn dann auf das Frühjahr 2011 verschoben. Das Vorhaben verzögert sich aber weiterhin. (afp)

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Kommentare
02.03.2012
23:30
Konkurrenz?
von altid | #2

Konkurrenz wäre es, wenn MSM und DB auf verschiedenen unabhängigen Gleisen zur gleichen Zeit fahren würden.

Wir haben es nicht mit einem Konkurrenzprogramm zu tun sondern mit dem ideologisch motiviertem Programm privaten Renditejägern neue Einnahmemöglichkeiten zu geben.

02.03.2012
15:55
ÖPNV?
von ottow | #1

In der Überschriftzeile steht "ÖPNV", das heißt aufgeschlüsselt: öffentlicher Personen-Nahverkehr. Nur geht es im Artikel um den Fernverkehr...

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