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Führerschein

Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen

08.02.2009 | 20:02 Uhr
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen

Warstein. Der 10. September ist Stichtag: Wer danach als Kraftfahrer gewerblich arbeiten möchte, muss kräftig investieren. Zusätzlich zur Führerscheinprüfung muss der Neueinsteiger dann eine 140-stündige Schulung und eine Prüfung bei der IHK absolvieren. Kosten inklusive Führerschein: Mehr als 6000 Euro.

Wer bisher einen Führerschein in den C-Klassen machen wollte, musste zwischen 1500 und 3000 Euro zahlen und durfte dann auch gewerblich fahren. Ab dem 10. September ist das nicht mehr so einfach. Grund dafür ist das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz, das nach einer europäischen Richtline erlassen wurde. Demnach müssen gewerbliche Fahrer, wenn sie Güter oder Personen transportieren, weitere Qualifikation vorweisen. Für Busfahrer gilt dies seit vergangenem Herbst, in diesem sind dann die Lkw-Fahrer dran.

Olaf Wohlmeiner aus Warstein-Allagen erwartet großen Ansturm auf seine Lkw-Fahrschule. Für Schulungen hat er extra ein altes Kasernengelände in der Nähe von Soest gemietet. Mit Kollege Holger Forsboom hat er eine Verkehrsfachschule gegründet. Nur für Lkw-Schulungen. Foto: Ilka Wiese

Die Anmeldezahlen in den Fahrschulen steigen bereits. „Bevor es im Herbst richtig teuer wird, wollen viele noch schnell ihren Führerschein machen”, erklärt Fahrlehrer Thomas Schnier aus Meschede. Bei seinem Kollegen Olaf Wohlmeiner aus Warstein-Allagen haben sich schon allein im Januar acht Schüler für den Lkw-Führerschein angemeldet. In der Vergangenheit waren es sonst zwischen 25 und 40 Anmeldungen pro Jahr.

Der Fahrlehrerverband Westfalen rechnet mit einem großen Ansturm auf die Fahrschulen, sobald die Nachricht bei den Leuten ankommt und warnt vor zu kurzfristiger Planung: „Fangen Sie ein halbes Jahr vorher mit dem Lkw-Führerschein an, sonst gibt es nachher nur Enttäuschungen”, rät der Vorsitzende Hans Plitt. Denn wer vor dem 10. September seine Fahrerlaubnis in der Tasche hat, darf weiterhin gewerblich fahren, muss die 140-stündige Schulung in den Fahrschulen nicht absolvieren und auch keine IHK-Prüfung ablegen.

Auch Unternehmen, die Kraftfahrer beschäftigen, werden die Änderung langfristig zu spüren bekommen.

„Bevor es im Herbst richtig teuer wird, wollen viele noch schnell ihren Führerschein machen.”  Fahrlehrer Thomas Schnier

„Es wird für uns schwieriger Fahrer zu finden, vor allem für das Saisongeschäft”, schätzt Frank Aufdermauer die Lage ein. Er ist Geschäftsführer der Merck-Spedition, eine Tochter der Warsteiner Brauerei. Denn bislang konnten Fahrer mit Lkw-Führerschein kurzfristig und aushilfsweise engagiert werden. Die fallen nun weg, weil Neuanfänger die hohen Investions-Kosten scheuen werden. „Aktuell gibt es viele Fahrer, weil insolvente Speditions-Unternehmen ihre Leute entlassen. Doch bald wird es einen Engpass geben”, so Aufdermauer.

Weiterer Knackpunkt für die Unternehmen: Ab dem 10. September müssen alle Kraftfahrer innerhalb von fünf Jahren ihre theoretischen Kenntnisse in einer 35-stündigen Fortbildung auffrischen. Dies betrifft alle 700 000 Kraftfahrer, die laut Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung auf deutschen Straßen unterwegs sind und ein Fahrzeug fahren das schwerer ist als 3,5 Tonnen.

Die Regelung bringt auch Vorteile. Fahrlehrer Schnier geht davon aus, dass der Berufsstand der Kraftfahrer angehoben wird. „Die Fahrer sind besser ausgebildet und damit wird es auch auf den Straßen sicherer.”

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Ilka Wiese

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Kommentare
02.03.2010
10:54
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von audia4driver26 | #28

heutzutage ist es ja auch so das man ohne lkw führerschein keine arbeitsstelle bekommt egal als strassenbauer oder maurer oder ähnliches, deswegen ist auch die arbeitslosenquote so hoch in deutschland. Das mit der neuen regelung ist der letzte mist, weil nicht jeder kraftfahrer oder facharbeiter vom baugewerbe sich diese fortbildung leisten kann und die wo den fürherschein schon länger machen die brauchen nicht so zu zahlen wie der neuling, das ist eine unverschämheit!! ich wäre einverstanden wenn nur das erste mal die fortbildung + ihk prüfung nötig wäre für lkw-anfänger. wenn die sch...s forbildung zum berufskraftfahrer für 140 oder 160 std im monat nur die hälfte von 2000 oder 3000 euro kosten würde, könnte man das schweren herzens akzeptieren, aber der vollle preis den der lkw-kraftfahrer ist die reine abzocke ³(hoch 3)

lkw führerschein mit der neuen regelung schafft arbeitslose und nicht arbeitsplätze!!!

eine richtige abzocke, gebe ich jedem hier völlig recht!!!

14.08.2009
20:15
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von Linda Hubert | #27

bevor ich hier kilometer schreibe will ic h erst mal testen ob das alles überhaupt ankommt.schließlich ist der letzte text von märz.

23.03.2009
21:59
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von theoprax | #26

Noch ist ja Zeit, den Führerschein ohne die Neuregelungen zu machen. Man sollte halt jetzt zügig anfangen. Zum Beispiel bei dieser Fahrschule in München: http://www.theorieundpraxis.de/fahrschule-muenchen-schwabing-haidhausen/lkw-lastkraftwagen/lkw-berufskraftfahrer/

23.03.2009
21:58
Blockierter Kommentar.
von Theoprax | #25

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.02.2009
01:28
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von lkw Führerschein | #24

Eine Abzocke unter dem Deckmantel der Verkehrsicherheit

10.02.2009
23:56
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von norbert.r | #23

Wie ist die Regelung für alte Hasen ?
Ich habe Einzelhandelskaufmann gelernt nicht Kaufmann im Einzelhandel (wie der Beruf heute heisst) und nach meiner Ausbildung (1972) auf einem VW Bus angefangen, dann Kl. 2 gemacht und bin noch am Prüfungstag sofort mit Anhänger in die Pampa geschickt worden. Bis 1999 habe ich diesen Job gemacht.
Damals galt learning by doing.
Die Idioten denen sowas einfällt möchte ich mal
LKW Fahren sehen (auch mit Ausbildung).
Ich möchte heute den Job als LKW-Fahrer nicht mehr machen. Die Herrschaften sollen sich doch ihre Lebensmittel, Elektrogräte, Autos usw. direkt beim Hersteller abholen dann sind die Autobahnen nicht mit LKW sondern mit gepanzerten PKW verstopft.

10.02.2009
12:40
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von LongRider61 | #22

Das alles riecht extrem nach Abzocke, da haben sich wieder einige Verbände ihr Geld per Gesetz gesichert. Der Dumme ist nur wieder derjenige der mit seinem *Führerschein* den Lebensunterhalt verdienen muss. Dazu kommt das bei kleinem Verdienst noch mehr Kosten entstehen die selbst zu tregn sind. *Erbärmlich*

10.02.2009
12:10
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von raumvater | #21

Führerschein für LKW 6000€ ab dem 10.September, dann noch die Berufskraftfahrerausbildung, plus alle fünf Jahre eine 35 stündige Auffrischung und alle fünf Jahre die Führerscheinverlängerung mit Untersuchnung beim Amtsarzt. Wer übernimmt denn diese Kosten die alle fünf Jahre anfallen. Bekanntlich bezahlen die Spediteure diese Kosten nicht, dies muss der Kraftfahrer selber tragen. Wer wird denn noch dann einen Führerschein für LKW machen wollen oder bezahlen können. Wenn wir dies hochrechnen, werden in spätestens 20 Jahren keine Kraftfahrer mehr da sein, die bei den Speditionen arbeiten werden.
Hier wird ein Berufsstand von der EU-Politik in den Abgrund verbannt. Aus - und Weiterbildung in diesen Berufszweig ist wichtig und auch in Ordnung, nur sollte man sich über die Kosten einig sein und wer dafür aufkommen soll, es kann nicht sein, dass dies alles beim Kraftfahrer alleine hängen bleiben soll.
Wenn schon soviel wert auf die Weiterschulung und Auffrischung des Führerscheins gelegt wird, warum wird dann nicht auch bei den PKW-Fahrer diese Nachschulungen angewannt, denn auch dies Fahrer haben nach 20 oder 30 Jahre vieles vergessen was sie einemal in der Fahrschule gelernt haben und sind auch nicht immer auf den neusten Stand der StVO oder der StVzO, hier sollte eine Gleichbehandlung standfinden, um alle auf einen gleichen Wissensstand zu halten. Solange dies nicht der Fall ist, wird es immer Unstimmigkeiten im Verkehr zwieschen nichtwisser und gut Weitergebildetet geben und die missverständnisse weiter für Unfälle sorgen.
Es kann nicht sein, dass es reicht wenn 700000 Kraftfahrer weitergebildet werden und etlige Millionen Fahrer weiter ohne Nachschulung unterwegs sind. So kann man die Unfallzahlen nicht senken!!!

10.02.2009
10:20
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von UHU | #20

Hallo legion, du hast neben den unterdimensionierten Bremsen das ebbenfalls unterdimensionierte Gehirn des Fahrers vergessen.

10.02.2009
03:03
Ansturm auf die Lkw-Fahrschulen
von legion | #19

> Dies betrifft alle 700 000 Kraftfahrer, die [...] auf deutschen Straßen unterwegs sind und ein
> Fahrzeug fahren das schwerer ist als 3,5 Tonnen.

Demnächst kann man also damit rechnen noch mehr Kamikaze-Piloten mit Klein-Transportern auf den Straßen zu finden. Ich bekomm es jedesmal mit der Angst zu tun, wenn ich mit 140 überhole und von hinten ein weißer Flitzer mit 180 im Rückspiegel auftaucht und ungebremst auf mich zu kommt. Gelegenheits-Jobber (400€) mit kaum mehr Erfahrung als PKW-fahren haben steuern Kisten, mit überdimensioniertem Motor und unterdimensionierter Bremse.
Und von dem was ein Berufskraftfahrer wissen sollte (zb. Ladungssicherung) haben diese Aushilfskräfte ja auch keine Ahnung weil sie die Ausbildung eben nicht haben.
Dafür sind sie billig - und mehr zählt heute ja nicht mehr.

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