Wettskandal
32 Spiele in Deutschland betroffen
20.11.2009 | 18:35 Uhr 2009-11-20T18:35:00+0100Bochum. Der neue Fußball-Wettskandal nimmt ungeahnte Dimensionen an. 200 Spiele sollen manipuliert worden sein, 32 in Deutschland. Der Schaden beträgt zehn Millionen Euro.
Welcher Verein? Welche Spieler? Welche Begegnungen? Welche Summen? „Aus ermittlungstaktischen Gründen nennen wir keine Einzelheiten”, sagte Staatsanwalt Andreas Bachmann. Ein Spieler des FC Würzburger Kickers wurde verhaftet. Das teilte der Verein mit. Der Fußballer war bereits in einen früheren Wettskandal verwickelt.
Bilanz der Ermittlungen
Die Bilanz der Ermittlungen seit Januar trug Polizeidirektor Friedhelm Althans gestern in Bochum vor. „In Deutschland handelt es sich um vier Spiele der Zweiten Liga, drei der Dritten Liga, 18 Partien der Regionalligen sowie fünf Partien in den Oberligen und zwei Spiele im U19-Bereich.” Dazu kommen seiner Einschätzung nach mindestens zwölf Spiele der Europa League und drei Spiele der Champions League. Einzelheiten nennt er nicht. Mit einer Ausnahme: „Alle Begegnungen fanden 2009 statt.”
Die international agierende Bande soll europaweit Spiele verschoben haben, allein 22 in der Zweiten Liga der Schweiz. In der Türkei sind 29 Begegnungen betroffen. Die Staatsanwaltschaft geht von über 200 Tatverdächtigen aus. Am Donnerstag erfolgten in Deutschland 15 Festnahmen, Beamte durchsuchten 50 Wohnungen. Schwerpunkte lagen in Berlin, Nürnberg und im Ruhrgebiet. Der Vertreter der Uefa, Peter Limacher, zeigte sich in Bochum tief betroffen: „Das ist zweifellos der größte Betrugsskandal im europäischen Fußball.”

0mitdiskutieren