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Wo aus Neugier Wissenschaft wird

22.02.2011 | 23:00 Uhr
Wo aus Neugier Wissenschaft wird
Wie kommt die Vulkanasche nach Welver-Scheidingen? Dank ihres Experiments weiß Samantha Seithe die Antwort. Foto: Thomas Nitsche

Dortmund. Ganz am Rande der Halle hat Samantha Seithe ihr Pappmaché-Modell aufgestellt. Dabei hätte sie so schüchtern gar nicht sein müssen. Denn das, was die Neunjährige aus Welver-Scheidingen (bei Werl) experimentell erforscht hat, sei „schlicht großartig“ sagt Bernd Hamann. Und er muss es wissen.

Der Rektor des Dortmunder Leibniz Gymnasiums ist Wettbewerbsleiter der Regionalausscheidung von „Jugend forscht / Schüler experimentieren“ in Dortmund. Gestern präsentierten 100 junge Teilnehmer ihre Ergebnisse in den Räumen der Arbeitswelt Ausstellung „Dasa“ einer Fachjury. Nur die Erstplatzierten dürfen in den Landeswettbewerb einziehen. Jonas Fleck ist einer von ihnen. Der 14-jährige Schüler aus Dortmund hat einen Schlafphasen-Wecker entwickelt.

Samantha hingegen hat das große Ziel knapp verpasst. Doch die Neunjährige kann trotzdem stolz sein. Für ihre originelle Fragestellung und die saubere Versuchsdurchführung wurde die jüngste Wettbewerbsteilnehmerin mit einem zweiten Platz und dem Thyssen-Krupp Sonderpreis belohnt. „Bring frischen Wind in die Wissenschaft!“ lautet das Motto von Jugend forscht 2011. Das hellblonde Mädchen hat es quasi wörtlich genommen.

Die Hobby-Forscherin wird neugierig

Es ist im April 2010 als Samantha gelben Staub auf den Terrassenmöbeln zu Hause bemerkt. Die Schülerin erinnert sich an die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjalla, von der sie in den Nachrichten gehört hat. Im Internet sucht sie nach Mikroskopaufnahmen von Vulkanstaubpartikeln und vergleicht sie mit dem, was sie unter dem eigenen Mikroskop sieht, als sie den im Garten entdeckten Staub untersucht. Und sie bemerkt starke Ge­meinsamkeiten.

Also schaut sie genauer hin, streicht mit dem Finger über parkende Autos in ihrem Heimatort und notiert, wie viel Vulkanstaub sie findet. Was die Schülerin des Werler Ursulinengymnasiums überrascht: In Welver-Scheidingen scheint sich die Asche verstärkt abzulagern, nicht aber im nur wenige Kilometer entfernten Werl. Das macht die Hobby-Forscherin neugierig. Sie spricht mit Achim Hucke über ihre Beobachtungen. Einmal pro Woche trifft sie sich mit dem Geologen zu einer Experimentierstunde. „So kann Samantha ihren unbändigen Wissensdurst stillen“, erklärt er. Seine Schülerin ist hochintelligent. Sie geht bereits in die sechste Klasse, zwei Schuljahre hat sie übersprungen und immer noch gehört sie zu den Unterrichtsbesten.

Naturwissenschaften sind uncool? Von wegen!

Der Wettbewerb Jugend forscht ist deshalb genau das Richtige für sie. „Die Ausscheidung ist Begabtenförderung und Talentschmiede zu­gleich“, sagt Regionalleiter Ha­mann. Eine Teilnehmerin geht noch weiter: „ Alle, die in der Schule immer nur hören, Naturwissenschaften sind uncool, finden hier die gegenteilige Bestätigung.“

Insgesamt 45 Arbeiten aus den Bereichen Biologie, Chemie, Geowissenschaft, Mathematik, Informatik, Physik, Technik und Arbeitswelt von Teilnehmern aus Castrop-Rauxel, Dortmund, Hagen, Hamm, Iserlohn, Lippstadt, Lünen, Selm, Soest und Werl bewertet die Jury in Dortmund. Samanthas Experiment zählt zum Bereich Geowissenschaft.

Mit einer Radwanderkarte ihres Vaters hat sie ihre ­Heimatregion als Pappmaché-Modell nachgebaut. Mit zwei Tischventilatoren blies sie Staub über die ­Miniaturlandschaft. Und siehe da: In Werl lagerten sich offenbar kaum Partikel ab, weil der Ort höher liegt als Welver-Scheidingen. Im Modell wie auch in der Wirklichkeit. Bernd Hamann gefällt besonders, wie clever die Neunjährige ihre Fragen in experimentelle Forschung umgewandelt hat. Seine Vermutung: „Das Mädchen kommt noch mal groß ‘raus.“

Meike Baars



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