Von den Polizeibehörden der Nachbarn lernen
09.10.2008 | 11:24 Uhr 2008-10-09T11:24:00+0200Köln/Remscheid. Auf den Straßen von Nordrhein-Westfalen sterben jeden Tag zwei Menschen, über 84 000 werden im Jahr verletzt. Die Polizei will durch Aufklärung und Verkehrsüberwachung diese Zahl senken.
„Dabei können wir viel von den Polizeibehörden unserer Nachbarländer lernen”, sagte am Mittwoch der Leitende Polizeidirektor Wolfgang Blindenbacher vom NRW-Innenministerium in Remscheid.
Denn Europa wächst immer enger zusammen - dasselbe gilt für die europäischen Polizeibehörden. Grenzüberschreitende Kriminalität ist aber nur ein Aspekt der grenzüberschreitenden Kooperation, die sich vor allem im Netzwerk Tispol (zu deutsch so viel wie Verkehrsinformationssystem der Polizei) zeigt. Blindenbacher ist frisch gewählter Präsident von Tispol und zeigt derzeit einer Delegation von 40 Polizisten aus 20 Ländern, wie weit Deutschland bei der strategischen und operativen Verkehrsüberwachung ist.
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen macht seit einiger Zeit gute Erfahrungen mit integrativen Schwerpunktkontrollen. Dabei arbeiten Spezialisten von Polizei, Zoll, Bundesamt für Güterverkehr, TÜV und Dekra Hand in Hand und kontrollieren aus dem fließenden Verkehr gezogene Fahrzeuge unter anderem auf Ladungssicherheit, Gewichte und Abmessungen, suchen nach Waffen und Rauschgift und überprüfen, wie lange der Fahrer schon am Lenkrad sitzt. Bei einer solchen Schwerpunktkontrolle in Remscheid sammelten am Mittwoch Polizisten aus 20 Nachbarländern Informationen und schauten ihren deutschen Kollegen über die Schulter.
„Wir können aber auch viel von anderen europäischen Polizeibehörden lernen”, sagt Blindenbacher. „Zum Beispiel sind unsere Kollegen in Skandinavien führend bei der Bekämpfung der Unfallursache Alkohol. Dort gibt es Geräte, die Alkohol in der Atemluft des Fahrers feststellen und daraufhin die Zündung blockieren. Ich könnte mir gut vorstellen, in Deutschland solche Geräte für Gefahrguttransporte vorzuschreiben.”
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