Stimmzettel landeten im Schredder
01.09.2009 | 07:32 Uhr 2009-09-01T07:32:00+0200
Telgte. Landeswahlleiterin Helga Bock in Düsseldorf kann sich nicht an Vergleichbares erinnern. In Telgte, Kreis Warendorf, sind 500 bis 600 Briefwahl-Stimmen vor der Auszählung geschreddert worden.
Die Aufregung um die verloren gegangenen Voten der Wähler ist groß. „Nach unserer Einschätzung wird es eine Wiederholungswahl in Telgte geben müssen”, sagt der Pressesprecher des Kreises Warendorf, Norbert Kampelmann. „Der Vorgang wird Konsequenzen haben.”
Um auch nichts falsch zu machen, eilten Kreiswahlleiter Heinz Börger und Heribert Schönhauer, Wahlleiter in Telgte, am Montag zu Gesprächen nach Düsseldorf, um sich bei der Landeswahlleiterin Rat zu holen. „Nein”, versichert Kampelmann, „sie mussten nicht stramm stehen. Wir sind selbst aus allen Wolken gefallen, als wir davon hörten.”
Nur 85 Stimmen Differenz
Eine besondere Note bekommt die Panne, weil Telgtes Bürgermeister Dietrich Meendermann (CDU), der ohne Gegenkandidat antrat, mit 4342 Stimmen bei 4257 Gegenstimmen gewählt wurde. Eine überschaubare Differenz von 85. Kampelmann: „Bei eindeutigeren Ergebnissen wäre die Sache vielleicht einfacher, aber bei einem so knappen Ergebnis entscheidet jede Stimme.”
In Telgte kann niemand am Tag nach der Kommunalwahl über die voreilige Entsorgung der Wählerstimmen lachen. „Man glaubt, so etwas kann nicht passieren, und dann passiert es”, sagt Ludger Hobeling, stellvertretender Pressesprecher der Stadt. „Wir haben die Wahl bis ins Kleinste geplant, damit konnten wir nicht rechnen.”
"Es war menschliches Versagen"
Wie und warum nahezu ein Drittel der Briefwähler-Stimmen nie ausgezählt werden konnten, bleibt ein Rätsel. „Es war menschliches Versagen.” Die Urne stand wie alle anderen in einem alarmgesicherten und abgeschlossenen Kellerraum des Rathauses. Als sie zur Wahl herausgestellt wurden, muss sie einem Mitarbeiter als zu schwer vorgekommen sein - und war aus seiner Sicht ein Fall für den Schredder. Und ein Fall mit Folgen: Die Wahl des Bürgermeisters und die Rats- und Kreiswahl müssen auf den Prüfstand.
Kreis und Stadt erwarten ein Wahlprüfungsverfahren, das nach den konstituierenden Sitzungen im Oktober eingeleitet werden kann.
20:43
So etwas erinnert einen gleich an Hausmeister Krause, anders kann man so etwas nicht Erklären. Ist schon ein starkes Stück.
20:56
Viel Hirn kann der Typ nicht gehabt haben wenn man knallrote Umschläge schreddert oder hatte da jemand einfach keinen Bock mehr ?!?
14:27
Nene, da muss was anderes hinterstecken. Wenn die Briefe schon in der Urne war, dann muss diese doch verschlossen gewesen sein. Wie kann der mutmaßliche Mitarbeiter dann an die Stimmzettel gekommen sein? Der hat die da bestimmt nicht in stundenlanger Arbeit mit dem Messer rausgepuhlt. Also für mich klingt das nach einer schlechten Notlüge.
18:09
wie gut, dass die OSZE Wahlbeobachter nach DE geschickt hat
16:43
neinnein, nicht strammstehen. wir haben uns ja selbst erschrocken.
klar. klingt so logisch, das muss man sich merken.
muss sie einem mitarbeiter als zu schwer vorgekommen sein...
klar. da hatten wohl zu viele leute gewählt.
wie die telgter kann ich da auch nicht drüber lachen. aber die armen verantwortlichen so leichtfertig aus ihrer rolle zu entlassen, fände ich auch nicht lustig.
.~.
11:45
Was hat denn dieser Mitarbeiter gedacht, was in der Urne wäre ???
Sah diese aus wie eine Mülltonne ?
Einen Inhalt nach Gewicht zu bewerten..., das kenne ich vielleicht aus second-hand-Märkten, aber beim Umgang mit Wahl-Urnen ?
Sachen gibts...