Rufschädigend
25.02.2008 | 19:18 Uhr 2008-02-25T19:18:00+0100Kommentar zu: Bahn kassiert für "Zug der Erinnerung"
Für die Deportationen in die Vernichtungslager hat die Reichsbahn einst vier Pfennig pro Kilometer kassiert, Kinder zahlten die Hälfte. Drei Millionen Menschen wurden per Zug in den Tod transportiert. Man darf sagen: Am Holocaust hat die Bahn gut verdient. Jetzt verdient die Bahn ein zweites Mal. Der Zug der Erinnerung, ein höchst lobenswertes privates Projekt, das die Judendeportation dokumentiert, muss zahlen wie eine Privatbahn, Trassengebühren und Stationspreise. Die Bahn AG beruft sich auf die Gesetze, die aber Spenden nicht verbieten - doch auch hier stellt sich die Bahn stur. Ein Skandal. Mit ihrer NS-Geschichte taten sich deutsche Unternehmen lange schwer. Das hat sich, gottlob, geändert. Viele Konzerne öffneten die Archive, bestallten Historiker zur Aufarbeitung ihrer NS-Historie. Die Deutsche Bahn aber wollte den Zug der Erinnerung erst gar nicht fahren lassen, jetzt soll er zahlen. Merkt denn Bahnchef Mehdorn nicht, wie sehr die Bahn damit selbst ihren Ruf ramponiert?
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