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Nach Lizenzverweigerung:

Phoenix Hagen sucht Lösungen

17.04.2009 | 18:58 Uhr
Phoenix Hagen sucht Lösungen

Die Hiobsbotschaft kam zur Unzeit - im Endspurt des sportlichen Aufstiegskampfes. Doch mit der Verweigerung der Lizenz für die Saison 2009/10 durch die Basketball-Bundesliga (BBL) findet man sich bei Phoenix Hagen nicht ab.

Das vorgesehene Zelt im Ischelandstadion wird es als Spielstätte zwar nicht geben, eine andere Lösung soll den Zweitligisten jedoch noch in die Eliteklasse führen.

„Wir wollen aufsteigen.” Auch die Nichterteilung der Bundesliga-Lizenz durch den Lizenzliga-Ausschuss hat am Credo von Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann nichts geändert. Und als er am Tag nach der Ablehnung die Begründung erhalten hat, ist sein Optimismus wieder gewachsen. „Jetzt wissen wir wenigstens offiziell, dass das Problem ausschließlich durch die Hallensituation entstanden ist”, sagte er - und sieht durchaus gute Chancen für einen erfolgreichen Widerspruch. Dass dem schuldenfreien Zweitligisten die Wirtschaftlichkeit abgesprochen worden ist, so die Begründung der BBL, „beruht darauf, dass die Hallensituation eine zuverlässige Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht zulässt”. BBL-Sprecher Dirk Kaiser: „Wo ist die tatsächliche Spielstätte und wie sind die Kosten da? Das konnte Phoenix nicht belastbar nachweisen.”

Proteste und Bedenken

Für den Zeitraum des geplanten Ausbaus der Ischelandhalle, die mit aktuell 1800 Besucherplätzen zu klein für die Bundesliga ist, wollte Phoenix in einem Achtmast-Zelt des Zirkus FlicFlac spielen. Das sollte nach einem Beschluss des Hagener Verwaltungs-Vorstands auf dem Rasen des benachbarten Ischelandstadions für acht Monate aufgestellt werden. Was nicht nur überregionales Aufsehen und heftige Proteste der Hagener Leichtathleten zur Folge hatte, sondern nach genauerer Prüfung auch Bedenken angesichts der Folgekosten. Da exakte Pläne über die Drainage des Rasens fehlen, kann nicht gesagt werden, wo die 900 Anker für das tonnenschwere Zelt ohne Schäden befestigt werden können. So hätte die Phoenix GmbH, die den Einbau eines neuen Rollrasens nach dem Wieder-Abbau einkalkuliert hatte, im schlimmsten Fall die komplette Erneuerung des Platzes mit Untergrund, Drainage und Laufbahn - Kosten bis zu 500 000 Euro - finanzieren müssen.

„Das war alles zu vage.”

Phoenix-Spieler Josh Mueller. Foto: Michael Kleinrensing

Angesichts dieses ungeklärten Risikos konnte Herkelmann die Enscheidung des Lizenz-Ausschusses verstehen. „Wir hatten große Sympathie für diese kreative, pfiffige Lösung”, betonte BBL-Sprecher Kaiser, „aber das war alles zu vage.” Dass das FlicFlac-Zelt nun nicht als Ausweich-Spielort infrage kommt, ist für Herkelmann klar. Stattdessen intensiviert man nun bereits laufende Gespräche über andere mögliche Spielstätten - in Hagen aber auch an externen Standorten -, die innerhalb der Widerspruchsfrist von sieben Tagen realisiert werden könnten. Denn auch wenn aus dem sportlichen Aufstieg der heute bei den Kaiserslautern Braves gastierenden Korbjäger nichts wird, benötigt man während des Ischelandhallen-Ausbaus in der 2. Liga eine Arena.

Eine andere Stadt?

„Wir müssen unbedingt eine Lösung für die kommende Saison in Hagen finden”, sagt Herkelmann, „und im schlimmsten Fall in eine andere Stadt ausweichen, um das Projekt Phoenix nicht zu gefährden.” 2003 zog der damalige Bundesligist Brandt Hagen nach Dortmund um, ehe die hohen Kosten dort zur Insolvenz führten. Dagegen spielten die Schwelmer Baskets sogar als Zweitligist in der weit kostengünstigeren Wuppertaler Unihalle - und stiegen auf. Zwei Aufgaben sieht Herkelmann deshalb kurzfristig: „Am Samstag muss das Team ein Spiel gewinnen. Und in den nächsten sieben Tage müssen wir die Gespräche zu einem Ergebnis führen.”

Axel Gaiser

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