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Rettungsdienst

Noch kommt der Notarzt pünktlich

11.10.2011 | 09:00 Uhr
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Noch kommt der Notarzt pünktlich
Ein Notarztwagen im Einsatz. Hoffentlich kommt er rechtzeitig. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool

Hagen/Meschede. Der künftig drohende Ärztemangel stellt auch die Notarztversorgung auf dem Land vor wachsende Probleme. Gegenwärtig aber müssen Notfallpatienten in Nordrhein-Westfalen nach einhelliger Auffassung der Experten in der Regel nicht länger auf den Rettungswagen warten, als es das Gesetz vorgibt: acht Minuten in den Städten, zwölf Minuten auf dem Land. Was bundesweit längst nicht mehr gilt. Erst am Wochenende schlug Prof. Peter Sefrin, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte, Alarm: Der Sparzwang führe zur Ausdünnung von Standorten und damit längeren Wartezeiten für die Patienten. „Das betrifft ganze Landstriche in Deutschland“, bestätigt Dietmar Wetzchewald vom Institut für Notfallmedizin Arnsberg; er nennt Mecklenburg, Bayern, Baden-Württemberg - aber ausdrücklich nicht NRW.

In NRW sind Kreise und kreisfreie Städte für den Rettungsdienst zuständig, angesiedelt ist er oft bei Krankenhäusern. Die vom Land festgelegten „Hilfsfristen“ bis zum Eintreffen eines Rettungswagens (nicht des Notarztes!) vor der Haustür, eben 8 bzw. 12 Minuten, zählen bundesweit zu den strengsten Vorgaben, aber sie werden, wie vorgeschrieben, zu mindestens 90 Prozent eingehalten. Auch, weil die Zahl der Standorte bislang nicht eingeschränkt wurde, wie Frank Riebandt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Notärzte NRW (AGNNW), betont. Im Hochsauerlandkreis etwa gibt es neun Notarztstandorte; sie müssen rund um die Uhr mit einem Notarzt besetzt sein - „eine Herkulesaufgabe“, sagt Karsten Müller, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im HSK. Aber eine, die der Kreis erfülle; „noch nicht eine Notarztstunde war nicht besetzt“, sagt Müller stolz. Was in Siegen-Wittgenstein schon nicht mehr immer gelingt, „es gibt schon mal eine Stunde, in der einer von neun Standorten nicht besetzt ist“, räumt Ralf Henze ein, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes. Immer mehr niedergelassene Ärzte übernehmen in Siegen-Wittgenstein die Besetzung der Notarztstandorte, die dort vom DRK betrieben werden. „Wir müssen ganz neue Wegen gehen“, sagt Henze dazu; den Krankenhäusern fehlten zunehmend geeignete Ärzte. Zuletzt hätten die Häuser in Kreuztal und Freudenberg den Notarztdienst abgegeben. Längst gebe es gar Notarztbörsen, wo man bis zu 1000 Euro für 24 Stunden zu zahlen habe, berichtet der DRK-Geschäftsführer: „So weit sind wir aber noch nicht.“

Lorenz Redicker

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