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Hella setzt auf LED-Straßenleuchten

15.05.2009 | 20:52 Uhr
Hella setzt auf LED-Straßenleuchten

Lippstadt. „Das ist eine große Stunde für NRW”, sagt Umweltminister Uhlenberg. Dann drückt er mit Hella-Chef Jürgen Behrend und Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer auf einen Knopf - und es wird Licht. Die neue LED-Straßenbeleuchtung von Hella durchbricht die Dunkelheit.

Starten den den Testlauf der LED-Straßenleuchten: Hella-Chef Jürgen Behrend, Umweltminister Eckhard Uhlenberg und Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer. Foto: Manfred Böckmann

Für Hella hat ein neues Zeitalter begonnen. Vielleicht auch für uns alle. Die modernen Straßenlampen überraschen: Die schlichten Leuchten in modularer Bauweise verbreiten ein helles, aber nicht grelles, sehr gleichmäßiges und farbneutrales Licht. Es kann durch unterschiedliche Ausrichtung der Module - sie bestehen aus je acht Leuchteinheiten - gerichtet werden, sogar Straßenecken kann man so ausleuchten ohne gleichzeitig Licht in die Fenster der Häuser zu schicken.

Zukunftsweisend

Ist das die Straßenbeleuchtung der Zukunft? Wenn es nach Bürgermeister Sommer geht, ja: 9500 Straßenlampen gibt es in seiner Stadt. 44 verschiedene Leuchten aus den 70er Jahren mit 24 unterschiedlichen Leuchtmitteln zwischen 11 und 200 Watt Leistung. Die jährliche Stromrechnung beläuft sich auf 550 000 Euro. Hinzu kommen Wartung und Beschwerden von Bürgern, die entweder mehr Licht in ihrer Straße oder weniger Licht in ihrem Vorgarten wollen.

Hella-Chef Behrends beobachtet den Testlauf und die Reaktionen sehr sorgfältig. Für Hella hängt einiges von dem neuen Produkt ab. Das so genannte Eco Street Light ist Hellas Vorstoß in neue Geschäftsbereiche. Obwohl - so neu ist das für die Lippstädter Ingenieure auch nicht. Mit Licht aussendenden Halbleitern kennen sie sich bestens aus, entwickelten für die Autoindustrie erst Innenbeleuchtungdann Rückleuchten und nun Scheinwerfer in der neuen Technik.

Ehrgeiziges Projekt

Hella sieht die Übertragung seines LED-Wissens aus dem Automobil-Geschäft in die Straßenbeleuchtung daher auch nur als logische Erweiterung der Kernkompetenz. Eine Erweiterung, die jetzt in der weltweiten Absatzkrise am Automarkt sehr gelegen kommt. Zwei Jahre Forschung und Entwicklung haben die Ingenieure in das ehrgeizige Projekt gesteckt.

Ein Risiko, aber auch eine große Chance für Hella. Denn der Markt ist riesig und die derzeitige Straßenbeleuchtung ist in Lippstadt genauso überaltert wie in Deutschland und dem Rest der Welt. Niemand weiß das besser als Professor Tran Quoc Khanh von der TU Darmstadt. Der Licht-Experte ist überzeugt: „Die Zeit ist reif für die LED-Technik.” Die 9,1 Millionen Straßenlampen in Deutschland, vor allem Quecksilber-, Natriumdampflampen und Leuchtstoffröhren, seien ineffizient, teuer und wenig umweltschonend: „Das Einsparpotenzial bei Straßenbeleuchtung beträgt 260 Millionen Euro und 1,6 Millionen Tonnen CO2 - jährlich”, sagt der Professor, der derzeit Details bei einem Langzeit-Praxistest erforscht.

Amortisationszeit von 5-8 Jahren

LED-Technik ist zwar teuer in der Anschaffung, kann aber neben dem geringeren Stromverbrauch auch lange Haltbarkeit, eine neutrale Lichtfarbe und die deutlich bessere Ausrichtbarkeit des Lichtes in die Waagschale werfen. „Die Amortisationszeit beträgt derzeit fünf bis acht Jahre”, rechnet Khanh vor.

Hellas LED-Laternen geht Ende des Jahres in Serie. Vorhandene Masten können weiter verwendet werden, Module für Peitschenmasten und Drahtseilaufhängung über der Straße folgen. Bis Ende 2010 soll ein weiterer Entwicklungssprung Realität werden: Durch Elektronik und Sensorik könnte bei Bedarf Straßenbeleuchtung etwa spätnachts gedimmt werden - und bei Bewegung auf dem Gehweg oder der Fahrbahn automatisch wieder hochfahren.

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Ulrich Friske

Kommentare
16.06.2009
20:28
Hella setzt auf LED-Straßenleuchten
von segelmanny | #8

Sehr geehrter Herr Reutther, was die Energieeffizienz einer Leuchte (damit ist die Laterne selbst gemeint) mit LED Technik anbetrifft - muss ich Ihnen...
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2009-05-15 20:52
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