Geistvoller Festival-Mix zu Pfingsten
01.06.2009 | 18:43 Uhr 2009-06-01T18:43:00+0200
Mittelalter-Rocker im langen Ledermantel, Bankergattin im Kostüm und Familienvater mit Kinderwagen - KulturPur bringt Menschen zusammen.
Hilchenbach-Lützel.Mittelalter-Rocker im langen Ledermantel, Bankergattin im Kostüm und Familienvater mit Kinderwagen - KulturPur bringt Menschen zusammen, die sich sonst wahrscheinlich nie treffen würden. Rund 61 000 Besucher lockte das größte Zeltfestival Südwestfalens an fünf Tagen nach Hilchenbach-Lützel.
Von Sturmböen bis Starallüren: In knapp zwei Jahrzehnten KulturPur-Festival auf dem Giller hat es eigentlich schon alles gegeben. Eigentlich. Denn einen kompletten Stromausfall, wie den, der die Eröffnungsgala mit der Philharmonie Südwestfalen kurzzeitig lahmlegte, hatte man bisher noch nicht erlebt. „Wichtig ist, dass die Mannschaft hinter den Kulissen funktioniert”, sagte Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner gelassen. Aus ihm spricht die 19-jährige Routine als Festivalleiter. Zack - keine zehn Minuten später gingen die Lichter wieder an.
Genau diese familiäre und entspannte Stimmung ist es, die das Festival auf einer Lichtung mitten im dunklen Wald nahe Siegen zu etwas Besonderem macht. Obwohl sich tagsüber geschätzte 20 000 Besucher (genau nachzählen mag die keiner) auf dem Areal tummeln: Kein Gedrängel vorm Konzert-Einlass, kein Murren, wenn die Schlange vorm Pommes-Stand oder auf dem Parkplatz zu lang ist und keine Angst davor, sich schmutzig zu machen. Denn ein großer Teil des Festivals findet unter freiem Himmel statt, Natur pur quasi.
„Spielplatz der Sinne”, nennt Suttner das Festivalgelände und meint damit die farbenfrohe Mischung aus Klängen, Kunst und Aktionen zum Mitmachen und Mitlachen. Intelligent und geistvoll soll der Mix des Festivals sein, das sieht Suttner als seine kulturpolitische Verpflichtung an. Pappnasen und Kommerz sucht man vergeblich.
Auffallend viele junge Familien lockte KulturPur auf den Giller. Auf wackeligen Beinchen gingen die Kleinen auf Entdeckungsreise - immer mit Mama oder Papa im Schlepptau. „Ich muss schon aufpassen, dass ich Lina nicht aus den Augen verliere”, sagte Britta Grünert, Mutter einer Zweijährigen. Andere Eltern haben vorgesorgt und ihren Kleinen kurzerhand ein Schild mit Mamis Handynummer um den Hals gehängt.
„Alle ausverkauft - das hatten wir noch nie.”Wolfgang Suttner
„Verlorengegangen ist kein Kind”, versicherte Presseprecher Andreas Schmidt mit einem Lachen. Helge Schneider, Ich+Ich, In Extremo, Hubert von Goisern - auch bei den Topacts waren die Zelte rappelvoll. „Alle ausverkauft - das hatten wir noch nie”, so Suttner. Lediglich bei den Late-Shows u.a. von Thomas D und The Puppini Sisters war gegen 23 Uhr nicht mehr so viel los. Für das kommende Jahr überlegen die Veranstalter die Shows früher beginnen zu lassen. Getreu Suttners Motto: „Wir entwickeln uns ständig weiter.”
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