Bürgermeister aus Schwelm und Lennestadt schreiben an Kanzlerin
21.10.2009 | 18:10 Uhr 2009-10-21T18:10:00+0200
Schwelm/Lennestadt. „Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, wir wenden uns an Sie, weil wir wollen, dass Deutschland bei der nuklearen Abrüstung eine aktive Rolle spielt und Sie dies zur Chefsache machen,” so beginnt der Brief von zehn Bürgermeistern, die ein CDU-Parteibuch in der Tasche haben.
Bürgermeister für Frieden
Unter ihnen der bisherige Schwelmer Bürgermeister Dr. Jürgen Steinrücke und sein Ex-Kollege Alfons Heimes aus Lennestadt. Beide - Dr. Jürgen Steinrücke und Alfons Heimes - sind zwar gestern aus ihrem Amt ausgeschieden, aber als sie den Brief an Angela Merkel unterzeichneten, gehörten die beiden Stadtoberhäupter zur Initiative „Bürgermeister für Frieden”.
Frieden ohne Atomwaffen
„Es gibt nichts Wichtigeres als einen Frieden ohne Atomwaffen”, stellt Dr. Jürgen Steinrücke fest und erinnert sich dabei an seine Zeit bei der Bundeswehr, in der er 15 Jahre als Zeitsoldat diente. „Dort wurde uns erzählte, wir sollten uns eine Plastikplane über den Kopf ziehen, wenn eine Atombombe fällt”, berichtet Steinrücke, „dann würde uns nichts passieren.” Er sei zwar kein Außen- oder Verteidigungsminister, aber als Bürgermeister habe er die Interessen der Bürger zu vertreten: „Und das tue ich mit dem Brief an Frau Merkel.” Alfons Heimes kritisiert: „Im aktuellen Koalitionsvertrag gibt es zwar eine allgemeine Formulierung zur nuklearen Abrüstung, die in die richtige Richtung weist, es wurden aber keine konkreten Schritte vereinbart.”
Aktives Deutschland
Die halten die CDU-Bürgermeister aus Schwelm, Lennestadt, Naumburg, Mutlangen, Bretten, Frankfurt, Ravensburg, Rheinstetten und Burbach aber für notwendig: „Ein atomwaffenfreies Deutschland ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt.” Deutschland müsse endlich aktiv werden und dürfe nicht nur andere zur Abrüstung auffordern.
Mit Präsident Obama habe sich das internationale Klima geändert. Die Bundeskanzlerin solle die Gelegenheit nutzen, die atomare Abrüstung auf die internationale Tagesordnung zu setzen: „Haben Sie Mut zu diesem Schritt.”
Seehofer antwortet
CDU-Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bisher noch nicht auf den Brief ihrer Parteikollegen geantwortet. Anders Horst Seehofer. Wie Peter Seyfried, Bürgermeister in Mutlangen, mitteilt, hat der CSU-Parteichef umgehen zurückgeschrieben. Und wie das Bürgermeisterbüro mitteilt, unterstützt Horst Seehofer das Anliegen der „Bürgermeister für Frieden”.
12:24
Die Atomlobby wird den Schwarz-Gelben auch noch Kernwaffen für die Bundeswehr aufschwatzen!
Wo bitte gehts zu meinem Schutzraum, Herr Innenminister?
18:11
ch weiss überhaupt nicht, warum man so gutmenschlich tun muss. Deutschland hat und hatte noch nie nukleare Waffen, darum kann Deutschland auch keine Führungsrolle bei der nuklearen Abrüstung einnehmen. Das müssen die tun, die solche Waffen besitzen! Aber vielleicht lässt sich ja der nordkoreanische Diktator von den Bürgermeistern beeinflussen....
13:37
Dieser Widerspruch zzur Verläöngerung der Laufzeiten fiel mir auch sofort auf.
Dennoch finde ich es sehr erfreulich, dass sich Bürgermeister mit dieser Frage befassen und so klar Stellung beziehen. Dankeschön, Herrn Heimes und den anderen.
Jetzt ist die Bundesregierung im Klammergriff zwischen Obama und ihrer eigenen Basis. Bin mal gespannt, was daraus wird.
13:23
Die Bürgermeister haben übersehen, dass eine Abkehr von der deutschen Atompolitik viel wichtiger wäre. Ach ja, Verzeihung: Es sind ja CDU-Bürgermeister.
13:03
An Frau Bundeskanzlerin Merkel braucht man nicht zu schreiben, Sie und Ihre Partei gehöhren nicht an die Regierung.
Merkel und Co. gehören abgewählt..