Bündnis gegen Ausbeutung von Leiharbeitern formiert sich
06.10.2009 | 08:12 Uhr 2009-10-06T08:12:00+0200
Düsseldorf. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) erhofft sich von der neuen schwarz-gelben Regierung eine Verbeserung der Arbeitsbedingungen von Leih- und Zeitarbeitern. Darin stimmt er mit DGB-Landeschef Guntram Schneider und NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft überein.
Leih- und Zeitarbeiter sollen besser vor Lohndumping und Jobverlust geschützt werden. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann(CDU) beklagte, dass durch die Wirtschaftskrise in den vergangenen Monaten mehrere 100 000 Leiharbeiter ihre Arbeit verloren haben. Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung werde den Missbrauch aber eindämmen, erwartet Laumann.
DGB will Gesetzesänderungen
DGB-Landeschef Guntram Schneider hält die Leiharbeit zwar für geeignet, um Auftragsspitzen abzufedern. Es sei aber ein Skandal, wenn Leiharbeiter Stammbelegschaften ersetzten und mit Stundenlöhnen teilweise unter fünf Euro abgespeist würden. Der DGB-Chef drängt auf eine Gesetzesänderung, wonach Leih- und Zeitarbeiter bei Gehalt und Arbeitsbedingungen mit den Stammbelegschaften gleich gestellt werden. Ausnahmen dürfe es nur für die Einarbeitung geben.
Auch SPD-Landeschefin Hannelore Kraft hält gesetzliche Schritte gegen die missbräuchliche Ausweitung der Leiharbeit für unverzichtbar. Die gute Idee, Menschen über Zeitarbeit wieder in Arbeit zu bringen, werde von immer mehr Firmen missbraucht.
Gewerkschaft erwartet kräftigen Anstieg
In einem Diskussionspapier fordert der NRW-DGB zudem:
- Neun Monate längerer Bezug von Arbeitslosengeld I (bisher 12 bzw.18 Monate).
- Flexiblere Regelung für die Rente mit 67 Jahren.
- NRW-Sonderprogramm für Ausbildungsplätze.
- Verlängerung Kurzarbeitergeld von zwei auf drei Jahre.
Schneider erwartet einen kräftigen Anstieg der Leiharbeit nach der Krise. Nur mit einer neuen Regelung könne vermieden werden, dass Firmen den schlechteren Kündigungsschutz der Zeitarbeiter bei Neueinstellungen ausnutzten. Schneider forderte ein Mindestmaß an Schutz, damit Leiharbeiter von dem Verleihbetrieb nicht nur für einen konkreten Auftrag bei einem Entleiher eingestellt werden. Außerdem verlangt der DGB einen Strafkatalog mit Bußgeldern für Verleihfirmen, die gegen das Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz verstoßen.
Bisher können Verstöße nur durch Entzug der Verleih-Erlaubnis geahndet werden. Vom Jahr 2011 an gilt in der EU Freizügigkeit für Arbeitnehmer. Wenn die Koalition einen Wettbewerb um Dumping-Löhne vermeiden wolle, müsse der Bund bis dahin schärfere Gesetze für die Leih- und Zeitarbeit beschließen, sagte Schneider.
19:58
Ich arbeite seit 5 Jahren für ein großes europäisches Unternehmen, erhalte zwar (fast) 100% dieselben Leistungen, aber von zeitlich befristeten Spitzen kann man da wohl nicht mehr ausgehen. Es ist schlichtweg ein Umverlagern von Ausgaben, sowie ein scheinbar einfacher weg, sich vom Kündigungsschutz freizukaufen. Mich würde mal interessieren, welche Steuerlücke dahintersteckt...
12:33
es gibt Leiharbeitsfirmen, wo die Inhaber an ihren Leiharbeitern (mit niedrigsten Löhnen und zu schlechten Bedingungen ). verdienen, dass einem die Augen tränen. Wo sind wir eigentlich inzwischen gelandet in unserem Land? Die Menschen, die noch Arbeit haben, werden sich wundern, wenn sie diese verlieren sollten, es läuft immer mehr bei neuen Jobs auf Leiharbeit hinaus. Dann wiederum fehlt durch die schlechte Bezahlung immer mehr Geld in den Sozialkassen, wann wir bloß endlich was unternommen? Ich verstehe unsere Politiker schon lange nicht mehr.
16:42
hallo zusammen,
Ziel kann es nicht sein, dass der kleine mann betraft wird, der hungerlöhne annehmen muss, um zu überleben, sondern ziel muss vielmehr sein, die arbeitgeber und deren auftraggeber mit aller gewalt in den gesetzlichen rahmen zurückzuholen.
Besonders schlimm fand ich die berichterstattung im spiegel: dort wurde berichtet, dass Ermittler Stundenlöhne von 1,50 Euro bei Friseuren aufgedeckt haben. Link anbei:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,654069,00.h...
Solche Berichterstattungen tragen sicherlich dazu bei, dass endlich das Prinzip des Mindestlohns und auch die Einhaltung von Gesetzen mehr Beachtung findet. Die Notwendigkeit hierfür ist gegeben, auch wenn die FDP in Berlin das noch nicht verstanden zu haben scheint. Übrigens: selbst in den USA gibt es Mindestlohn! Siehe dazu: http://www.mindestlohn.de/meldung/mindestlohnerhoehung-usa/
18:43
Keine Frage, der Zeitarbeitsstrich, die Mogelpackung Jobwunder gehört zurück in die Schmuddelecke des Arbeitsmarktes, da wo er herkommt, da wo er hingehört.
Von der Tatsache abgesehen, daß der rechtlose Zustand im Entleihbetrieb, die soziale Verwahrlosung der Tagelöhner - nie wissen sie, was die nächste Woche bringt und der Niedriglohn ein Skandal sind, hat auch das Arbeitsklima in den Entleihbetrieben extrem gelitten.
Man erinnert sich der Machenschaften eines gewissen Herrn Clement, seine absolute Unfähigkeit zur Solidarität und seiner maßlosen Denunziationen. So seriös wie Clement, so seriös die Branche. Die Branche, die ihn fürstlich belohnt, die Branche in die er hingehört.
Fazit: Gute Arbeit, guter Lohn und Mitbestimmung im Betrieb in dem man arbeitet. Einen Zuhälter benötigt man dazu nicht.
http://www.gleichearbeit-gleichesgeld.de/leiharbeit-kampagne/unterstuetzen/bildunterstuetzer/
14:44
Fragt doch mal bei den Freuden der Leih- und Teitarbeit von der cDU und F.D.P. nach.
schließlich müssen diese Parteien ihre Klientel hochhalten und sind nartürlich gegen die Abschaffung der Leih-und Zeitarbeit...
14:33
Anmerkung....in Frankreich bekommen Leiharbeiter 10% mehr, nicht als deutsche Leiharbeiter nein 10% mehr als die Stammbelegschaft in den Betrieben
14:29
Ich lach mich schlaff...was wollen die uns denn jetzt wieder Unter-jubeln....war es nicht der DGB der den Clement fleißig hat an seiner Zukunft in der Führung der Leiharbeit arbeiten lassen....Jahre später geht denen dann plötzlich ein Licht auf...oder hatten die eine andere Erscheinung...ach ja es gibt immer weniger Mitglieder in den Gewerkschaften....auch durch Leiharbeit, und durch die Untätigkeit der Gewerkschaften.
11:15
Ich habe selbst schon bei Zeitarbeitsfirmen -Seelenverkäufer- arbeiten müssen, dank der Agentur ohne Arbeit. Lediglich die Firma START Zeitarbeit NRW in Verbindung mit dem konfliktbereiten Betriebsrat der Fa Schwing, oder auch die kleine Firma Liesen, ebenfalls mit einem
kämpferischen Betriebsrat ausgestattet, haben mir den Stundenlohn der Stammbelegchaft ( 15,20 Euro bzw 16,40 Euro) gezahlt. Zu START habe ich mich selber bemüht, denn der Sachbearbeiter des Arbeitsamtes sprach über diese sehr abfällig. Also, solche Löhne sind möglich- aber es liegt an mehreren Faktoren: WER sind die Gesellschafter der Zeitarbeitsfirmen, wie stark ist der Betriebsrat in den Entleihfirmen und wie verhält sich der Entleiher. Da diese Firmen Rosinen in der Arbeitswelt darstellen, muss eine politische Lösung geschaffen werden:
Gleiche Bezahlung ! Und da ist auch wieder dieser Mediengewerkschafter G.Schneider gefordert: Seine Kollegen sitzen überall: In den Betriebsräten, in den Parteien, in den Verwaltungsgremien der Agenturen ohne Arbeit! Ja, sie sitzen da und müssen wach geküsst werden.
Also, in die Händegespuckt --- oder doch nur wieder: schön, dass wir mal wieder darüber gesprochen haben!
10:15
#2
Auch von mir VOLLE ZUSTIMMUNG! Was spricht eigentlich dagegen? Eine einfache aber wirksame und sozial gerechte Lösung. Es sei denn, Leih-/Zeitarbeit ist als Lohndumping für marktradikale Unternehmer konzipiert worden.
09:44
@2
volle Zustimmung!