Bedeutungslos schon, aber leider kein Fest

Es war ja nicht nur „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, der Roman der Milan Kundera 1984 Weltruhm bescherte. „Der Scherz“, das „Buch der lächerlichen Liebe“, „Abschiedswalzer“, alle vor der Emigration nach Frankreich 1975 erschienen, sind wichtige Werke. Das Niveau erreichten die ab 1990 auf Französisch geschrieben Bücher nicht mehr. Im Jahr 2000 erschien das letzte. Bis er im Alter von 85 Jahren jetzt „Das Fest der Bedeutungslosigkeit“ vorlegte. Leider.

Männer in Paris. Einer philosophiert darüber, was es bedeutet, wenn junge Mädchen heute ihren Bauchnabel als erogene Zone präsentieren. Ein anderer erzählt Anekdoten über Stalin. Ein arbeitsloser Schauspieler gibt sich bei seinen Kellner-Jobs als Pakistani aus und hat dafür eine eigene Sprache erfunden.Einer würde gerne in die Chagall-Ausstellung gehen, aber die Schlange ist ihm zu lang.Und einer behauptet aus einer Laune heraus, er sei unheilbar an Krebs erkrankt. Sie begegnen sich. sonst fällt es schwer, einen Zusammenhang zu entdecken. Oder eine Bedeutung.

Und die Bedeutungslosigkeit? Bei den Frauen kommt man angeblich besser an, wenn man nicht so originell ist. Dann müssen sie sich nicht anstrengen und sind entspannter. Und generell ist das wichtigste die gute Laune, meinen die Protagonisten. Kann sein. Das Buch aber macht keine, nicht einmal, wenn Sebastian Koch es vorliest.