Barrios: „Ich habe immer an meine Fähigkeiten geglaubt”
30.11.2009 | 17:41 Uhr 2009-11-30T17:41:47+0100
Dortmund. Es dauerte zwar etwas, aber mittlerweile erledigt Stürmer Lucas Barrios (25) das, wozu ihn der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund vor der Saison verpflichtete: Er schießt Tore. Fünfmal jubelte er an den zurückliegenden fünf Spieltagen.
Westfalenpost: Herr Barrios, viele Profis aus Südamerika sind unter schwierigen Bedingungen groß geworden und mussten früh mit dem Fußball ihr Geld verdienen. Sie auch?
Barrios: Gott sei dank hat mein Vater immer gearbeitet und dafür gesorgt, dass es uns an nichts fehlte. Wir waren nicht reich, aber uns ging es immer ganz gut. Wir sind eine Familie aus der mittleren Schicht. Heute geht es mir natürlich sehr gut, und wenn ich helfen kann, helfe ich meiner Familie gerne.
Frage: Sie leben getrennt von Ihrer Familie und Ihrem Sohn, wie hoch ist da Ihre monatliche Telefonrechnung?
Barrios: Es gibt ja mittlerweile Programme, mit denen man über das Internet reden kann, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen.
Frage: Und was erzählen Sie Ihrem Sohn von Dortmund?
Barrios: Das erste, was ihn sehr überraschen wird, wenn er kommt, sind die Fanmassen. Außerdem freut er sich schon auf den Schnee, den er so wie hier wahrscheinlich noch nie gesehen hat.
Frage: Wie haben Sie sich persönlich eingelebt?
Barrios: Ich fühle mich wohl in Dortmund und kann mich mit meinen Mannschaftskameraden sowie Leuten aus dem Verein schon unterhalten. Mein Deutsch ist natürlich noch nicht so gut, aber wir gehen Essen, ein Bier trinken oder ähnliches.
Frage: Das Umfeld wurde unruhig, als Ihre Tore ausblieben. Haben Sie an sich gezweifelt?
Barrios: Nein, nein. Ich habe immer an meine Fähigkeiten geglaubt und ich weiß auch, dass das Umfeld im Verein an mich geglaubt hat. Das war nur ein Teil des Anpassungsverfahrens. Diese zwei Monate waren natürlich kompliziert, aber ich habe es Gott sei dank geschafft.
Frage: Wie groß ist der Unterschied zwischen der chilenischen Liga und der Bundesliga?
Barrios: Hier spielt man wesentlich kompakter, hier muss man mehr arbeiten. Mein Job in Chile war es, einfach nur Tore zu machen. Hier muss ich fast zwei Positionen spielen. Ich muss vorne meine Tore machen, aber auch in der Defensive tätig sein. Sonst ist Fußball eigentlich auf der ganzen Welt gleich. Ich habe die Copa Libertadores in Südamerika gespielt und das Niveau ist dasselbe. Nur muss ich hier wesentlich mehr arbeiten.
Frage: Wie motivieren Sie sich für diese neuen Aufgaben?
Barrios: Was mich antreibt ist nicht mein persönlicher Erfolg, sondern der Erfolg der Mannschaft. Na klar: Ich bin Stürmer und werde an Toren gemessen. Wenn ich vielleicht Torschützenkönig in der Bundesliga werde, freut mich das. Aber es zählt nur der Erfolg der Mannschaft.
Frage: Welche Rolle spielte Trainer Jürgen Klopp in Ihrer Anpassungsphase?
Barrios: Einfluss hat der Trainer natürlich schon gehabt. Allein die Situation, als er mich für ein paar Wochen aus der ersten Mannschaft genommen hat - heute kann ich sagen, es war die absolut richtige Entscheidung. Er hat mir ein bisschen mehr Freiraum gegeben. Das alles hat seinen Zweck erfüllt und ich bin heute eine Stütze der Mannschaft.
Frage: Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona ließ Sie bereits beobachten, Sie dürften aber auch für Paraguay spielen. Könnte das eine Option sein?
Barrios: Nein, nein. Ich weiß, dass die Türen offen stehen, aber mein Traum ist es, irgendwann einmal für Argentinien zu spielen.
Frage: Am Samstag trifft der BVB auf Mainz, die ehemalige Mannschaft des Trainers. Merken Sie, dass dies ein besonderes Spiel ist?
Barrios: Es ist für uns kein spezielles Spiel. Für uns zählt nur, von Beginn an Gas zu geben und drei Punkte zu holen.
Mit Lucas Barrios sprach Falk Blesken.
19:46
Und die Königsgrauen spielen zur Zeit am obersten Limit, der Papst gönnt es ihnen. In der Rückserie, und da wette ich meinen Schal, geht denen die Luft aus.
19:44
Mein Gott, der Junge hat 5 Tore nach 12 Spielen - das haben viele, und einige viele haben mehr Tore auf dem Konto. Wofür ist denn ein Stürmer auch da? Wie hoch (tief) ist denn die Untergrenze, wo dann die Kritik anfangen darf? Der Junge wird noch das ein oder Tor machen, aber sonst ist beim BVB keiner da. 13 Tore in 13 Spielen ist nicht gerade eine Topquote!!!
15:41
Ja nee is klar...BVB Wiegehtfußball 09
18:54
Mein Gott, der Junge hat 5 Tore nach 12 Spielen - wie kann man da eigentlich immer noch von einer schwierigen Eingewöhnung sprechen??
Nelson Valdez gewöhnt sich offenbar nach 10 Jahren Bundesliga immer noch ein.....