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Athos ist der Freund der Außenseiter

14.12.2008 | 19:28 Uhr

Schulhund hilft Kindern bei Konzentration

An der Grundschule Büttenberg in Ennepetal hat der Klassenclown ausgedient. Diese Rolle übernimmt seit fast einem Jahr Vierbeiner Athos. Der schwarze Labrador ist ein ausgebildeter Schulhund und wahrer „Türöffner” zu den Herzen der Grundschulkinder. Für Schulleiterin Kornelia Lehnen-Schaller ist Athos' Einsatz auf vier Pfoten aber viel mehr als unterhaltsamer Zeitvertreib: Der Rüde wird an der Lehrstätte als tierischer Therapeut eingesetzt.

Nur wenige Schulen in der Region haben bisher die Fähigkeiten eines Schulhundes für sich entdeckt. „Es sind vor allem Förderschulen, die mit einem Hund arbeiten”, weiß Lehnen-Schaller. Denn der pelzige Vierbeiner hilft beim täglichen Umgang mit ängstlichen, schwierigen und auffälligen Kindern. Aktuell genießt ein siebenjähriger Junge regelmäßig die volle Aufmerksamkeit des Rüden. „Das Kind traut sich nicht zu, eigene Entscheidungen zu treffen, es fehlt ihm einfach an Selbstbewusstsein”, erklärt Kornelia Lehnen-Schaller.

Nun soll der Grundschüler bei täglichen, beaufsichtigten Spaziergängen nicht nur Entscheidungen für sich, sondern auch für seinen tierischen Begleiter treffen. Ein Konzept, das auch schon in einem anderen Fall ganz erhebliche Erfolge gebracht hat. So hat Athos einem anderen Grundschüler beigebracht, sich wieder auf seine Umwelt zu konzentrieren und die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Und das so ganz nebenbei beim täglichen Gassigehen.

Das Konzept ist ganz einfach: Über den Hund können Kinder zeigen, was in ihnen steckt. So ist Athos darauf trainiert, seine kleinen Kunststückchen nicht nur bei Frauchen und Herrchen zu machen, sondern auch bei allen Kindern. Und die sind mächtig stolz, wenn der hübsche Hund auf ihre Befehle hört. „Das schenkt Selbstvertrauen”, freut sich die Pädagogin über die Erfolge mit dem Schulhund. Gerade Außenseiter bedienten sich unbewusst Athos' Hilfe, um mit ihren Klassenkameraden Kontakt zu knüpfen.

 „Die Kinder ermahnen sich gegenseitig. Schließlich wollen alle, dass es dem Hund gut geht.” Kornelia Lehnen-Schaller 

Und auch für Kornelia Lehnen-Schaller selbst ist der Umgang mit den Mädchen und Jungen leichter geworden, seit sie täglich Seite an Seite mit Athos im Schulgebäude unterwegs ist. „Die Kinder freuen sich, wenn sie uns sehen. Sie haben ihre Scheu vor mir als Schulleiterin verloren.” Doch bevor ihr Partner mit der kalten Schnauze seinen „Arbeitsplatz” zwischen Lehrerzimmer und Schulhof voll ausfüllte, mussten klare Regeln für den Umgang mit dem Vierbeiner aufgestellt werden. So darf immer nur ein Kind den Labrador streicheln, Müll darf nicht auf dem Boden herum liegen und im Unterricht darf es nicht zu laut sein. Athos könnte den Unrat verschlucken oder der Lärm sein empfindliches Gehör schädigen. „Und da ermahnen sich die Kinder auch gegenseitig. Schließlich wollen alle, dass es dem Hund gut geht”, hat Lehnen-Schaller beobachtet. Und nebenbei hat sich die Sache mit dem Klassenclown erledigt, denn das kann keiner so gut wie der süße Vierbeiner mit seinem Hundeblick.

Hannah Senger

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