Arbeitsplätze sollen nicht in Gefahr sein
25.10.2010 | 19:45 Uhr 2010-10-25T19:45:00+0200
Hagen/Meschede.
Die Spatzen pfiffen es in Meschede seit Wochen von den Dächern. Dem Autozulieferer Honsel geht das Geld aus. Das Ringen um die Zahlungsfähigkeit hat ein Ende Das Unternehmen hat am Amtsgericht Arnsberg einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. In ersten Reaktionen mischt sich die Wut über Mehrheitseigentümer Ripplewood RHJ sowie die Hedgefonds mit neuen Hoffnungen.
„Ein bedauerlicher Schritt“, sagt Meschedes Bürgermeister Uli Hess. „Ich hoffe, dass dieser Einschnitt zu einem echten Neuanfang führt. Das Unternehmen verfügt über das entsprechende Know-how. Die Beschäftigten leisten gute Arbeit. Die Auftragslage ist gut.“ Der Christdemokrat hält es für wahrscheinlich, „dass es zeitnah einen Käufer gibt“.
Die Arbeitsplätze sind aus seiner Sicht nicht gefährdet. Kritik übt er an Ripplewood RHJ und Co.: „Sie saugen Unternehmen aus. Mittlerweile hat jeder begriffen, dass Heuschrecken keine Wohltäter sind.“ Kein Unternehmen könne auf Dauer die Tilgungsraten für den Kauf aus dem laufenden Betrieb bezahlen. Das funktioniere nicht. „Hier ist Kasse gemacht worden - zu Lasten der Kommune und der Arbeitnehmer.“
Ins gleiche Horn bläst Wolfgang Werth, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Arnsberg: „Ripplewood RHJ und die Hedgefonds lassen die Beschäftigten von Honsel im Regen stehen und lehnen jede Verantwortung ab. Das war nicht anders zu erwarten.“ Ripplewood habe bei Opel und der IKB „auf dicke Hose gemacht“, verlange aber von den eigenen Kunden enorme Finanzbeiträge. „Die Eigentümer sind gefordert. Die Refinanzierung war nicht ausreichend.“
Vom frischen Geld seien allein 40 Prozent für Beratungshonorare aus dem Unternehmen gezogen worden. „Ein Phänomen der Finanzinvestoren. Die Roland Bergers dieser Welt verdienen fleißig mit.“ Die Abkehr von der Verantwortung für die Beschäftigten wundert den Gewerkschafter nicht: „Von mittelständischen Unternehmen im Sauerland sind wir mehr Vertrauen gewöhnt, von Heuschrecken haben wir es nicht anders erwartet.“ Werth setzt auf eine Fortsetzung des Betriebs unter besseren Vorzeichen: „Es muss ein strategischer Investor kommen.“
Alle Hoffnung will auch Ralf A. Hueß, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Arnsberg, nicht begraben: „Wichtig ist jetzt, dass alle Beteiligten mit dem Insolvenzverwalter nach einer tragfähigen Lösung suchen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Nachfrage mehr nach den hochwertigen Produkten von Honsel gibt.“ Das Verhalten von Ripplewood umschreibt Hueß höflich: „Die besonderen finanziellen Begleitumstände haben es sicherlich nicht leichter gemacht, an diesem Standort wirtschaftlich zu arbeiten.“
Honsel gilt als weltweit führender Zulieferer für Leichtmetall-Komponenten für die Autoindustrie. Entwickelt und produziert werden Erzeugnisse aus Aluminium und Magnesium. Das Unternehmen mit Stammsitz in Meschede und weiteren Standorten in Soest, Nuttlar und Nürnberg sowie in Frankreich, Spanien, Brasilien und Mexiko erwirtschaftet mit 3800 Mitarbeitern einen Umsatz von 540 Millionen Euro.

18:36
Zu Herrn Werth. Bei Neue Heimat und Coop brauvhte man keine Heuschrecken. Das haben die Gewerkschaften selbst fabriziert.
22:57
Die Spatzen pfiffen es in Meschede seit Wochen von den Dächern
komisch im Werk ist davon sooo nichts angekommen.
Erst heute als die Zulieferer ihre noch nicht bezahlten Sachen wieder auf die LKWs verladen haben, wurde der Belegschaft langsam klar, das irgendwas gewaltig stinkt.
Prinzipiell schließe ich mich Hr. Werth an .. eigentlich kann es nur besser werden. Ob das für alle am Standort beschäftigten gilt ist fraglich und sicherlich nicht leicht weiter wie bisher zum Job zu erscheinen.
Frage mich nur ob so Menschen wie Dr. Engelbert Heimes auch nur ansatzweise ein schlechtes Gewissen haben..
vmtl. nicht.. soviel zur Werte Diskussion.