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Wohnungseigentümergemeinschaft

Zahlungsverzug - Von Miteigentümern Schadenersatz verlangen

15.10.2012 | 05:45 Uhr
Zahlungsverzug - Von Miteigentümern Schadenersatz verlangen
Die gesamte Eigentümergesellschaft auf Schadenersatz zu verklagen, hat wenig Aussicht auf Erfolg. Stattdessen sollte man die Ansprüche bei den Eigentümern geltendmachen, die tatsächlich mit dem Hausgeld in Verzug geraten sind.Foto: ddp

Saarbrücken.  Eigentümer, die wegen der mangelnden Zahlungsmoral der übrigen Wohnungseigentümer wirtschaftlichen Schaden erleiden, können Schadenersatz verlangen. Ein Anspruch besteht allerdings nicht gegenüber der kompletten Eigentümergemeinschaft, sondern nur gegenüber den einzelnen Wohnungseigentümern.

Wohnungseigentümer, die das Hausgeld nicht zahlen, müssen unter Umständen Schadenersatz an die anderen Wohnungseigentümer zahlen. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Saarbrücken hervor.

Ein Wohnungseigentümer hatte seine Wohnung vermietet. Die Mieterin zog aber aus, weil wiederholt Heizung und Warmwasser ausgefallen waren. Ursache für die Ausfälle war, dass die übrigen Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) die im Wirtschaftsplan beschlossenen Hausgelder entweder überhaupt nicht, verspätet oder nur zum Teil bezahlten und deshalb der Heizöltank leer war.

Ansprüche bei Pflichtverletzung

Deshalb verlangte der Eigentümer von der WEG Schadenersatz für die entgangenen Mieten. Ohne Erfolg. Denn er hatte seinen Schadenersatzanspruch an die Eigentümergemeinschaft geltend gemacht. Die richtige Adresse wären aber die Eigentümer gewesen, die die Hausgelder nicht oder nicht ordnungsgemäß gezahlt hatten.

Falls einem Eigentümer wegen des Zahlungsverhaltens der übrigen Wohnungseigentümer ein Schadenersatzanspruch zustehen sollte, besteht dieser nicht gegenüber der WEG, sondern allenfalls gegenüber den einzelnen Wohnungseigentümern, soweit diese Pflichtverletzungen begangen und diese zu vertreten haben, stellte das Gericht klar. (dapd)


Kommentare
15.10.2012
07:13
Ein Urteil, welches das ganze antiquierte WEG-Gesetz in Frage stellt!
von DerRheinberger | #1

Dieses Urteil löst leider nicht das Grundproblem vieler WEGs. Denn diese bleibt trotz dieses Urteils eine Haftungsgemeinschaft und geht darüber sogar noch hinaus. Wäre nämlich nicht die Heizung kalt geblieben, sondern eine kommunale Abgabe offen geblieben, hätte man wahllos irgendeinen Wohnungseigentümer herausgreifen und diesen für die gesamte Gemeinschaft haftbar machen können.

Deshalb sollte man beim Kauf auf folgendes achten:

Einblick in die Teilungserklärung, ev. Sonderprivillegien einiger Besitzer klären
Einblick in die lückenlosen Versammlungprotokolle
Auskunft über die Seriösität des Verwalters (Referenzen bei anderen WEGs einholen)
Einblick in die Abrechnungen der letzten Jahre
Wie hoch sind die Rücklagen für Instandhaltungen (10% bei kleinen, 5% bei großen Anlagen wären ideal)
Reparaturstau und zukünftig nötige Reparaturen feststellen.
Darauf bestehen, dass Jahresabrechnungen beglichen wurden, für Schulden beim Hausgeld haftet immer der aktuelle Eigentümer




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