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Wie Sie schmackhafte Speisepilze im eigenen Garten ziehen können

24.09.2012 | 08:45 Uhr
Pilze lassen sich auch im heimischen Garten züchten.Foto: Getty

Hannover/Salzgitter.  Viele schmackhafte Pilze lassen sich im eigenen Garten anbauen. Voraussetzung sind ein gutes Stück Holz und Geduld. Wer regelmäßig im eigenen Pilzgarten ernten will, sollte dazu noch einige Regeln beachten.

Statt Sommerflieder wachsen Austernpilze, an Stelle eines Oleanders stehen Stockschwämmchen: Was für viele Menschen zunächst einmal irritierend klingt, ist tatsächlich möglich - denn nicht nur Pflanzen können Hobbygärtner in ihrem Reich kultivieren, sondern auch viele Pilzarten. Wer sich einmal auf diese besondere Art des Gärtnerns eingelassen hat, wird schnell belohnt. Ähnlich wie ein Kräuter-, Obst- oder Gemüsegarten lädt auch ein Pilzgarten zur regelmäßigen Ernte ein.

"Pilze sind keine Pflanzen. Wer sie anbauen oder züchten will, muss sich zunächst einmal darüber im Klaren sein, dass sie völlig andere Lebensansprüche haben", sagt Dieter Honstraß in Salzgitter, Betreiber des Info-Portals pilzschule.de. Das bedeute vor allem, dass Pilze anders als die Photosynthese betreibenden Pflanzen kein Bedürfnis nach Licht haben - auch nicht nach Mineralstoffen. "Pilze ernähren sich von totem organischen Material oder leben in Verbindung mit bestimmten Bäumen. So haben sich einige Pilzarten darauf spezialisiert, Holz gewissermaßen zu fressen, andere lieben dagegen Stroh, Blätter, Gras, Rinde oder andere abgestorbene Pflanzenreste", sagt Honstraß.

Pilzbrut aus dem Online-Shop

Zwar könne man auch auf Kompost oder Stroh Pilze kultivieren. Relativ leicht zu züchten seien aber vor allem die auf Holz spezialisierten Pilze, sagt Honstraß - deswegen seien sie für Einsteiger am besten geeignet. Das gelte insbesondere für den oft auch im Lebensmittelhandel angebotenen Austernpilz sowie den aus Japan stammenden Shiitake.

Um sie zu züchten, müsse man ein geeignetes Stück Holz mit kleinen Pilzproben imprägnieren, der sogenannten Pilzbrut, die man in vielen Online-Shops erhalten könne. "Was wir als Pilz kennen, ist nur die Frucht. Der eigentliche Pilz ist ein ultrafeines, hauchdünnes Geflecht von weißlichen Fäden, wie man das vom Schimmel kennt. Dieses Geflecht durchwächst die Nahrungsgrundlage, zum Beispiel Holz." Habe er sich einmal angesiedelt, könne man das Holz regelmäßig abernten.

"Um den Pilz ins Holz zu bekommen, gibt es mehrere Methoden. Die einfachste ist das sogenannte Impfen mit sogenannten Impfdübeln", sagt Nicola Krämer in Hannover, Autorin des Buchs "Shiitake und Austernpilze - Anbau im eigenen Garten, vegetarische Rezepte." Dazu bohrt man zunächst Löcher in den Stamm und schlägt anschließend mit einem Gummihammer Holzdübel hinein, die mit dem Pilz durchwachsen sind . "Das ist im Grunde nichts anderes als bei Pflanzen Stecklinge zu setzen ."

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