Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Gemüseanbau

Wie Rosenkohl am Besten im eigenen Garten gedeiht

31.10.2012 | 11:45 Uhr
Wie Rosenkohl am Besten im eigenen Garten gedeiht
Rosenkohl ist durch seine langen Erntezeiten von Herbst bis Frühling ein Genuss.

Hamburg/Hannover.  Der genügsame Rosenkohl ist leicht anzubauen und durch die langen Erntezeiten ist er im Herbst sowie im Frühling ein Genuss. Damit man auch möglichst lange etwas von dem Kreuzblütler hat, geben Experten Tipps und Tricks, wie der Rosenkohl am besten zu pflegen ist.

Rosenkohl ist relativ genügsam - und schmeckt den ganzen Winter. Der Anbau im eigenen Garten lohnt also: Je nach Sorte können die grünen Röschen von September bis in den April hinein geerntet werden. Allerdings belegt das Kohlgemüse aus der Familie der Kreuzblütler eben auch sehr lange das Gemüsebeet. Und das sollten Hobbygärtner, die nur wenig Platz im Garten haben, auf jeden Fall beachten, rät Erich Klug, Gemüsebauberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Wintergemüse braucht viel Platz - Wasser und Dünger für guten Wuchs

"Ab Mai belegt der Rosenkohl die Fläche, es ist also eine Gemüsekultur, die im Prinzip das gesamte Jahr über im Garten steht", erklärt Klug. Üblich sei es, das Kohlgewächs im Gewächshaus oder Frühbeetkasten als Jungpflanze zu ziehen. Im März oder April werde er etwa in Schälchen oder kleine Töpfe ausgesät und dann ungefähr ab Mai ins Freiland gepflanzt. Eines müssen Hobbygärtner dabei wissen: Wie andere Kohlsorten benötigt auch Rosenkohl eine recht gute Wasserversorgung.

Info
Rosenkohl ist gesund und schützt
Rosenkohl ist gesund und schützt

Rosenkohl enthält viele B-Vitamine, Folsäure und reichlich Vitamin C. Neben Grünkohl und Brokkoli ist Rosenkohl das Vitamin-C-reichste Kohlgemüse. Die Kohlröschen liefern auch wichtige Mineralstoffe, zum Beispiel Kalium, Eisen, Zink und Magnesium. Die für das typische Kohlaroma verantwortlichen Stoffe sollen außerdem vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze schützen. (dapd)

"Die muss gewährleistet sein, damit die Pflanze vernünftig wächst", betont Klug. Nur so bilde das Edelgemüse reichlich Röschen aus, geschützt von üppigen Kohlblättern darüber. "Gerade auf leichten, sandigen Böden muss man da sehr hinterher sein", erklärt der Gemüseexperte. Im Zweifel helfe etwa eine Beregnungsanlage. Genauso wichtig für einen guten Wuchs ist die richtige Düngung. Denn der Nährstoffbedarf von Rosenkohl ist sehr hoch. "Vor allem beim Stickstoff als Wachstumsmotor und Grundlage für alle Eiweise, die sich in der Pflanze bilden und das Zellwachstum in Schwung halten", erläutert Markus Freier, Gemüsebauberater der Landwirtschaftskammer Hamburg. "Gedüngt wird zur Pflanzung und dann noch einmal nach etwa vier Woche als Kopfdüngung", rät Freier.

Werde Kompost zur Düngung verwendet, sei höchstens eine kleine Düngergabe erforderlich, etwa Blaukorn. Wer jedoch Pferdemist zur Düngung einsetzt, sollte auf jeden Fall noch zusätzlich düngen: Denn der hohe Strohanteil müsse zunächst einmal von den Mikroorganismen im Boden verdaut werden - und das entziehe diesem den für den Rosenkohl so wichtigen Stickstoff.

Gekappter Leittrieb sorgt für Wachstumsschub

Rosenkohl ist nicht nur ein typisches Wintergemüse, sondern auch eine historisch junge Kohlart. Ursprünglich stammt er aus der Nähe von Brüssel, informiert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Dort habe das Miniaturgemüse vor gut 100 Jahren den Namen "Choux de Bruxelles" erhalten. Bei uns wurde er dann als "Brüsseler Sprossen" oder auch "Brüsseler Kohl" bekannt. Bis zu einem Meter hoch können die Kohlstängel mit den etwa walnussgroßen Röschen daran werden.

"Im unteren Bereich sind die Röschen dann bereits stärker als oben im Kopfbereich", erklärt Gemüseexperte Klug. Denn die Pflanze bildet die kleinen Röschen nach und nach. Wer pro Strunk einen möglichst gleichmäßigen Ertrag haben möchte, könne jetzt im Herbst den Leittrieb kappen, das heißt, den Kopf herausbrechen. "Dann bilden sich auch die oberen Röschen entsprechend schneller aus." Wirklich entscheidend sei das jedoch eher im Erwerbsanbau und weniger im Privatgarten. "Hier wird ja ohnehin etagenweise von unten nach oben eine Portion nach der anderen abgepflückt" - dass die Röschen bei der Ernte also in etwa gleich groß sind, sei somit automatisch gewährleistet.

Frost lässt Rosenkohl lecker schmecken - Röschen frisch zubereiten

Im Volksmund heißt es, dass neben Grünkohl auch Rosenkohl erst dann richtig gut schmeckt, wenn er Frost abbekommen hat. Und das stimmt, bekräftigt Klug: "Für einen guten Geschmack sind lang anhaltende niedrige Temperaturen außerordentlich wichtig." Denn die Pflanzen reagierten auf Kälte, indem sie Stärke in Zucker umwandelten. Und das beeinflusst den Geschmack. "Allerdings kompensieren die heutigen Sorten das oft schon von Haus aus", erklärt er.

Eine Frosteinwirkung sei dann nicht mehr so entscheidend. Sind die Kohlröschen frisch geerntet, sollten sie druckfest und geschlossen sein, betonen die Ernährungsexperten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Gelbe oder welke Außenblätter und braune Schnittflächen - etwa auch bei gekauftem Rosenkohl - deuteten dagegen auf eine zu lange Lagerung hin. Frisch seien sie auf jeden Fall grün. Dann sollten sie möglichst bald zubereitet werden und dabei nicht zu lange im Wasser bleiben. So behalten die Röschen ihre Nährstoffe. Und nur kurz gegart schmeckt das Edelgemüse am besten. (dapd)



Kommentare
Aus dem Ressort
Französisches "Savoir vivre" zeigt sich auch beim Mobiliar
Einrichtung
Die Franzosen lieben Einrichtungen, die elegant aber nicht streng sind. Alte Erbstücke spielen eine große Rolle, genauso wie hochwertige Teppiche, Kissen und Vorhänge. Aber auch eine neue Generation von Designern macht sich mit modernen aber verspielten Akzenten einen Namen.
Asiatisches Würzkraut lässt sich im Kräuterbeet gut anbauen
Kräutergarten
Ein Kräuterbeet lässt sich vielfältig bestücken. Nicht nur die traditionellen Kräuter können dort gut gedeihen, auch Perillo oder Shiso, ein asiatisches Würzkraut, das wunderbar zu Sushi passt, kann der ambitionierte Hobbygärtner dort anbauen. Dabei macht es sich nicht nur in der Küche gut.
Vermieter muss Baugerüst  rechtzeitig ankündigen
Mietrecht
Vor dem Wochenende bekommen die Mieter Post, dass ab der nächsten Woche ein Gerüst vor dem Haus aufgebaut wird: An der Fassade stehen Reparaturarbeiten an. So ein kurzer Vorlauf ist ärgerlich. Ein Experte erläutert, was Mieter dagegen tun können und welche Unannehmlichkeiten er hinnehmen muss.
Totenköpfe und bunte Blüten sind die Deko-Trends im Herbst
Einrichtungstipps
Der neue Einrichtungstrend in diesem Herbst ist nicht nur außergewöhnlich, sondern auch sehr farbenfroh: Fröhliche Totenköpfe und bunte Blüten halten Einzug in deutschen Wohnzimmern und sind immer öfter auf Tassen und Kissen zu finden. Die Totenköpfe stammen aus der mexikanischen Folklore.
Mieter beklagen Sanierungsstau beim Wohnungsriesen Annington
Annington
Viele Wohnungen des Bochumer Wohnungskonzerns Deutsche Annington sind in die Jahre gekommen. Mieterschützer klagen über einen „Sanierungsstau“ und „die Verwahrlosung ganzer Immobilienbestände“. Der Konzern verspricht Investitionen – unter anderem zur Schimmelbeseitigung.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Fotos und Videos
Modisches Design bei Möbelstücken
Bildgalerie
Fotostrecke
Neue Trends beim Küchendesign
Bildgalerie
Fotostrecke
Wandbilder von Essen
Bildgalerie
XXL-Fotos
Kölner Möbelmesse
Bildgalerie
Fotostrecke