Viel hilft nicht unbedingt viel - Gartentipps für die heißen Tage

Hobbygärtner sollten im Sommer nicht zu viel gießen, das kann den Pflanzen schaden.
Hobbygärtner sollten im Sommer nicht zu viel gießen, das kann den Pflanzen schaden.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
In der Sommerhitze brauchen Pflanzen viel Wasser. Aber sie einfach damit zu überschütten, tut ihnen nicht gut. Im Gegenteil, wenn Tropfen auf den Blättern zurückbleiben, verbrennen die Pflanzen im Beet sogar. Experten verraten, worauf Hobbygärtner im Sommer achten sollten.

Berlin.. Viel gießen ist nicht immer das Richtige für Pflanzen an heißen Tagen. Denn sie und die trockene Erde können gar nicht so viel auf einmal aufnehmen. Das bedeutet: Wasser wird verschwendet. Außerdem kann verschüttetes Wasser auf den Blättern sogar schaden: Die Pflanzen verbrennen dann in der Mittagssonne. Experten geben folgende Tipps für das Gießen an heißen Tagen:

Im Sommer leiden viele Pflanzen nicht nur unter Wassermangel, ihnen fehlen auch Nährstoffe. Denn diese befinden sich im Boden, und ohne Wasser können die Pflanzen sie schlecht aufnehmen, erläutert die Bayerische Gartenakademie. Daher ist es wichtig, die Pflanzen im Sommer oft und ausgiebig zu gießen.

Regelmäßig Wasser geben

Hobbygärtner sollten die trockene Erde in Pflanzkübeln erst anfeuchten und nach ein paar Minuten dann richtig gießen. Denn ist das Substrat nicht komplett trocken, kann das Wasser besser eindringen, erläutert der Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE). Zu viel Wasser schadet manchen Pflanzen sogar, wenn es sich im Boden staut und die Wurzeln faulen. Daher sollte man zwar ausreichend, aber nicht übermäßig gießen. Und das Wasser sollte bei Topfpflanzen gut ablaufen können.

Umpflanzen Aber wie viel braucht aber der Rasen, bis er genug hat? Beim Bemessen hilft ein Marmeladenglas. Es wird auf den Rasen gestellt, während der Sprinkler läuft. Ist es 12 bis 15 Millimeter hoch gefüllt, hat das Gras ausreichend Wasser erhalten, erläutert die Königliche Gartenakademie in Berlin.

Morgens wässern

Gegossen wird am besten morgens, wenn es draußen noch angenehm kühl ist. In dieser Zeit verdunstet das Gießwasser weniger. Laut dem BVE werden beim klassischem Gießen mit Kanne und Schlauch zur falschen Tageszeit bis zu 90 Prozent des Wassers verschwendet.

Damit das Wasser nicht zu schnell verdunstet, sollten Gießkanne und Gartenschlauch am Wurzelbereich angesetzt werden. Viele raten auch zum Gießen in den Abendstunden - dann ist die Erde aber noch recht warm, und es verdunstet vergleichsweise viel.

Vor allem die Beete gießen

Grundsätzlich tut es vielen Pflanzen gut, wenn sie mit Wasser besprüht werden. Das erhöht auch die Luftfeuchtigkeit um sie. Aber: Bei starker Sonnenstrahlung wirken die Tropfen auf den Blättern wie Linsen, wodurch es zu Verbrennungen an den Pflanzen kommt, warnt der Zentralverband Gartenbau. Schattiernetze können den Pflanzen Hitzestress ersparen.

Vor allem die Beete muss der Hobbygärtner gießen. Bäume können sich selbst aus tiefen Bodenbereichen versorgen. Und auch der Rasen kommt noch besser klar als die Pflanzen im Beet - er erholt sich eher, erklärt die Königliche Gartenakademie.

Mulchen - Das Schnittgut vom Rasenmähen kann auf dem Grün liegen bleiben, manche Rasenmäher verteilen dieses automatisch. Das Mulch schützt den Rasen und auch Gemüsebeete besser vor dem Austrocknen, erläutert die Gartenakademie. (dpa)