Verhandeln beim Hauskauf kann sich für Bauherren lohnen
22.10.2012 | 08:45 Uhr 2012-10-22T08:45:00+0200
Berlin. Hauskäufer vergleichen zu selten unterschiedliche Angebote. Dabei lohnt sich auch beim Hauskauf der Vergleich von Baufirmen. Bei dem Abschluss eines Vertrages sollten Käufer darauf achten, dass alle wichtigen Leistungsbeschreibungen explizit im Vertrag aufgelistet sind.
Vor dem Kauf eines Fernsehers oder Fotoapparats wälzen die meisten Kunden Prospekte und vergleichen die Preise im Internet. Eine gründliche Recherche ist auch beim Autokauf oder vor dem Buchen einer Urlaubsreise selbstverständlich. Die größte Investition im Leben aber, der Erwerb einer Immobilie , geschieht oft aus dem Bauch heraus. "Viele Bauherren akzeptieren einfach die vorbereiteten Verträge, die ihnen die Baufirmen vorlegen", sagt der Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes, Rainer Huhle.
Diese Standardangebote fallen aber oft recht mager aus. Deshalb sollten Interessenten über Hausangebote verhandeln, möglichst mit einem erfahrenen Bauexperten an der Seite. "Die Firmen müssen nur das leisten, was vertraglich vereinbart wurde, nicht mehr und nicht weniger", erklärt Huhle.
Deshalb versuchten viele, wichtige Leistungen aus dem Vertrag herauszuhalten und hinterher zusätzlich in Rechnung zu stellen. "Wer als Bauherr hohe Zusatzkosten sparen will, muss also im Vorfeld möglichst viele Leistungen in den Vertrag hineinschreiben", rät Huhle.
Vertrag sollte möglichst umfassend sein
Nach Untersuchungen des Bauherren-Schutzbundes ist bei knapp der Hälfte der Angebote der Vertragsgegenstand nicht eindeutig definiert. "Um Rechtssicherheit zu bekommen, muss der Vertragsgegenstand aber so genau und umfänglich wie möglich beschrieben sein", erklärt Huhle. In der Praxis finden sich jedoch immer wieder laxe Formulierungen wie "Außenwände laut Statik", "Ausstattung mit moderner Zentralheizung" oder "italienische Designerfliesen im Bad".
Das sagt gar nichts aus und sollte genau hinterfragt werden. Gerade davor scheuen sich aber viele Bauherren, weil sie sich mit der Materie nicht auskennen. Doch die Zurückhaltung ist fehl am Platz. "Wenn man etwas nicht versteht, cool bleiben und nachfragen. Es geht um viel Geld", sagt Huhle.
Vergleichen und Verhandeln ist auch im Baugeschäft das gute Recht des Kunden. Wer unsicher ist, kann sich darauf berufen, dass die finanzierende Bank diese Informationen von ihm einfordert.
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