Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Rechtstipp

Urteil hilft privaten Immobilienverkäufern

06.09.2012 | 08:45 Uhr
Urteil hilft privaten Immobilienverkäufern
Privatpersonen, die eine vermietete Immobilie mit Verlust verkaufen, sind künftig gegenüber Unternehmen nicht mehr benachteiligt.Foto: dapd

München.  Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs kann Hausbesitzern Finanzvorteile schaffen, die eine Immobilie vermieten: Unter bestimmten Voraussetzungen können sie die auf die Restschuld fälligen Zinsen als Werbungskosten geltendmachen. Bisher war dies nur Unternehmen möglich.

Privatpersonen, die eine vermietete Immobilie mit Verlust verkaufen, sind künftig gegenüber Unternehmen nicht mehr benachteiligt. Auch sie können die auf die Restschuld noch fälligen Zinsen steuerlich geltend machen, wie am Mittwoch der Bundesfinanzhof (BFH) in München entschied. Mit Blick auf eine veränderte Gesetzeslage gab er damit seine bislang gegenteilige Rechtsprechung auf.

Der Kläger hatte 1994 ein Wohngebäude gekauft, dies vermietet und die erzielten Einkünfte versteuert. 2001 verkaufte er das Haus wieder, allerdings mit hohem Verlust. Der Verkaufserlös reichte nicht aus, die restlichen Kredite abzuzahlen. Wenigstens die Zinsen auf den noch verbliebenen Kreditbetrag wollte er daher als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das Finanzamt erkannte die "nachträglichen Schuldzinsen" nicht als Werbungskosten an. Dies entsprach der früheren Rechtsprechung. Diese gab der BFH nun aber auf und gab dem Kläger recht.

Zur Begründung verwiesen die Münchener Richter auf eine Änderung des Einkommensteuergesetzes , mit der seit 1999 der Zugriff der Finanzämter auf private Verkaufserlöse ausgedehnt wurde. Waren zuvor nur Verkäufe innerhalb von zwei Jahren erfasst, sind es nunmehr zehn Jahre. Dadurch seien früher private Verkäufe in den steuerlichen Bereich gerückt, argumentierte der BFH. Dies müsse dann aber mit allen Konsequenzen gelten - auch für "nachträglichen Schuldzinsen".

Damit werde zudem die Benachteiligung privater Immobilienverkäufe gegenüber Unternehmen aufgehoben. Offen blieb, ob die neue Rechtsprechung auch dann greift, wenn ein Haus erst mehr als zehn Jahre nach seinem Erwerb wieder verkauft wird. (AFP)



Kommentare
Aus dem Ressort
Bei Holzöfen auf CE-Kennzeichnung achten
Immobilien
Herstellung, Leistungsvermögen und Sicherheit: Die CE-Kennzeichnung belegt, dass ein Holzofen der europäischen Norm entspricht. Kunden sollten darauf beim Kauf Wert legen.
Mehr Platz durch neue Badewanne - Mieter müssen Austausch dulden
Immobilien
Kleine Bäder können durch einen Austausch der Badewanne an Qualität gewinnen - zum Beispiel, wenn der Raum so besser genutzt werden kann. In dem Fall kann der Mieter nicht gegen die Modernisierung vorgehen, da sie den Wohnwert steigert.
Beim LED-Kauf auf CRI-Wert achten
Wohnen
LED-Leuchtmittel können sich in der Qualität der Farbwiedergabe stark unterschieden. Sie ist verantwortlich dafür, wie viel Farbvielfalt im Licht zu erkennen ist. Eine Richtlinie ist der CRI-Wert.
Wolle bei der Handwäsche nicht kneten
Wohnen
Kaschmir, Alpaka, Merionowolle - Decken und Kleidungsstücke daraus müssen schonend behandelt werden. Das gilt erst recht fürs Waschen. Auswringen ist tabu.
Große Preisunterschiede beim gleichen Gasanbieter
Verbraucher
Bei der Suche nach einem Gasanbieter lohnt ein genauer Blick auf die Konditionen. Die Preise können bei ein und demselben Anbieter durchaus deutlich variieren.
Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

 
Fotos und Videos
Modisches Design bei Möbelstücken
Bildgalerie
Fotostrecke
Neue Trends beim Küchendesign
Bildgalerie
Fotostrecke
Wandbilder von Essen
Bildgalerie
XXL-Fotos