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Stromrechnung

Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist

24.12.2012 | 08:45 Uhr
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
Tanja H. konnte die 2000 Euro Schulden bei den Stadtwerken nicht begleichen und stand dann ohne Strom da - wie etwa 300.000 Haushalte in Deutschland pro Jahr.Foto: ddp

Hannover.  Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 300.000 Stromanschlüsse gesperrt, weil Mieter ihre Stromrechnungen nicht zahlen können. Den Betroffenen ist das oft peinlich. Sie sitzen lieber im Dunkeln, als sich rechtzeitig Hilfe zu suchen. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, die Stromsperre abzuwenden.

Durch die Dachfenster des Wohnzimmers fällt nur das spärliche Licht der Straßenlaterne, wenn Tanja H. die Lampen in ihrer Wohnung ausschaltet. Es ist Abend, und draußen ist es kalt so kurz vor Weihnachten . "Es gab kein heißes Wasser, kein Licht, keinen Kühlschrank, keinen Herd", erzählt Tanja H. Im November wurde der alleinerziehenden Mutter aus Hannover für zweieinhalb Wochen der Strom gesperrt.

"Ich habe einen Job, zwei Kinder und es gibt immer irgendwas, was liegen bleibt", sagt die 35-Jährige. "Und dann ist die Zeit weg, und plötzlich ist der Strom aus." 2000 Euro Schulden hatte Tanja H. angehäuft, nachdem sie ein Jahr ihre Rechnungen bei den Stadtwerken nicht beglichen hatte. Trotz Stromsperre schlief sie die ersten Nächte noch in ihrer Wohnung, dann wurde es zu kalt. Ihr 6 Jahre alter Sohn und sein 17-jähriger Bruder waren bereits zuvor bei ihrem Ex-Mann untergekommen, wo auch Tanja H. schließlich Zuflucht suchte.

Ist das Sperren von Strom unmenschlich?

Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur 312.000 Stromanschlüsse in Deutschland gesperrt . Sperrandrohungen gab es sechs Millionen. "Die Zahlen bestätigen, dass Stromsperren ein bisher ignoriertes Massenphänomen sind", sagt Aribert Peters, Vorsitzender vom Bund der Energieverbraucher. "Aber Stromsperren sind kein legitimes Mittel, weil sie unmenschlich sind und das Leben der Menschen gefährden."

Peters fordert deshalb, dass die Ursache für Stromsperren untersucht werden. "Nur so können Strategien dagegen ergriffen werden." Denn gerade vor dem Hintergrund steigender Energiekosten sei ein Anstieg der Sperren zu befürchten.

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Kommentare
27.12.2012
22:01
Hohe, soziale Verantwortung!
von Gaslaterne | #8

Wenn die Stadtwerke eine Ratenzahlung ablehnen, sollte der Strom nicht gesperrt werden dürfen. Energie gehört in unserer heutigen Gesellschaft dazu, ein menschenwürdiges Leben zu bestreiten. Dies sollte endlich einmal in Recht und Gesetz gegossen werden, so daß die für die betroffenen Menschen katastrophalen Sperren ein Ende haben. Dies gilt natürlich nur für die Kunden, die willig sind, Ihre Schulden zu begleichen.
Ein Stadtwerker berichtete mir vor zwei Jahren von einer Frau, bei der die Stromsperre das Faß der Lebensmüdigkeit zum Überlaufen brachte. Zweit Tage nach der Sperre hat sie sich das Leben genommen.
Den Energieversorgern kommt hier eine hohe, soziale Verantwortung zu, ob es ihnen paßt oder nicht. Der Gesetzgeber sollte endlich dafür sorgen, daß diese Milliardenscheffler dies einsehen!

27.12.2012
15:04
Nachfragen
von RainerN | #7

Was kaum bekannt ist, ist der Münzautomat für Strombezug gegen Barzahlung.
Dieses zusätzliche Gerät wir mit dem Stromzähler gekoppelt und gibt den Strom nur nach Münzeinwurf frei. Der Verbraucher sieht auf einem Display wie lange er Strom beziehen kann und kann sich somit ausrechnen, wann er den Automat erneut „füttern“ muss. Der Verbraucher hat so eine ständige Kontrolle über seinen Verbrauch und kann diesen im gewissen Sinn auch steuern. Welche Stromanbieter dieses System anbieten ist mir momentan nicht bekannt, einfach mal nachfragen, es könnte sich lohnen.

2 Antworten
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von Lirpa | #7-1

Abgesehen davon,dass es die Münzzähler für spezielle Anwendungen schon seit "Urzeiten" gibt,ist das theoretisch denkbar.Hat aber leider ein paar Haken.So ein Gerät kostet incl.Montage 800,-€ und mehr.Außerdem muß der Zähler,ähnlich wie eine Parkuhr, regelmäßig geleert werden.Das kostet wiederum Personal.Wer soll das alles bezahlen ?

Mißverständlich
von RainerN | #7-2

Lirpa,
Tschuldigung aber ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt. Besser wäre Chip-, statt Münzautomat gewesen. Richtig ist, dass es sich um einen schlüsselähnlichen Chip handelt, den man aufgeladen beim Stromanbieter gegen Bares bekommt. Der Automat lässt sich dann mit dem „Schlüssel“ bedienen. Somit entfällt auch eine Leerung der Geräte Zu den Kosten, die Geräte werden nur vermietet, die Miete wird meines Wissens in den Strompreis miteingerechnet. Unter dem Strich ist es für den Stromanbieter, bei Kunden die immer wieder Probleme haben ihre Rechnung zu bezahlen, vorteilhafter seine Leistung mit Hilfe der Automaten anzubieten, als ständig Mahnbescheide zu verschicken und anderweitig zu versuchen an sein Geld zu kommen, nur um am Ende festzustellen, bei Familie XY gibt es partout nichts zu holen.

27.12.2012
14:52
Angst vor Briefen und überhöhter Strompreis
von HansKolpak | #6

Abgesehen von Weihnachten hat das Thema zwei Aspekte.

1. Es gibt Menschen, die haben Angst, Briefumschläge zu öffnen oder sie überhaupt aus dem Briefkasten zu holen. In Geldangelegenheiten handeln sie nicht vorausschauend, sondern geben alles Geld aus, das ihnen in die Finger kommt. Statt zu verzichten und Rücklagen zu bilden, nehmen sie Kredite auf.

2. In der Bundesrepublik Deutschland sind an den eigentlichen Strompreis versteckte und offene Abgaben enthalten: Offshore-Umlage und §19-Umlage, KWK-G-Umlage, EEG-Umlage und Netzentgelte. Hinzu kommen Steuern, Abgaben und Verwaltungsleistungen, die Unternehmen für Behörden erbringen müssen.

Es ist ein Hohn, dass wir keine 10 Cent pro Kilowattstunde zahlen, sondern mit wachsender Geschwindigkeit die 50 Cent ansteuern. Ein Effekt davon ist, dass immer mehr Menschen ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen.

Der größte Knalleffekt ist hierbei das EEG Erneuerbare Energien Gesetz.

26.12.2012
18:52
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von Lirpa | #5

Verschonen Sie uns bitte mit diesen weihnachtlichen ,.Mitleid heischenden Schmierengeschichten über Leute,die ihr Leben nie in den Griff bekommen werden.Mit denen muß man kein Mitleid haben.Vorausgesetzt die Dame hat keine elektrische ;Heizung,dann hat sie,bei 2000 € Rückständen,ca.3 Jahre keine Rechnungen beim Energieversorger bezahlt.Sie hat einen Job und bezieht Kindergeld.Da ist sie nicht in der Lage die Stromrechnung zu bezahlen ?

26.12.2012
09:35
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von Susan2012 | #4

Eine der Hauptursachen ist , die Leute wissen einfach nicht was sie verbrauchen. Die kaufen billige Computer und Fachbildschirme und wundern sich wenn am Ende der riesige Nachschlag fällig wird. Ein Großteil der billigen Flachbildschirme sind wahre Energiemonster.

Ein weiterer Grund: Zu niedrige Abschlagszahlungen (insbesondere wenn ein Wechsel stattfindet) verinbart.

Und natürlich viel zu lange warten, wenn die Mahnungen kommen. Es wird nicht von heute auf morgen abgeschaltet, das dauert eine ganze Zeit bis ein Versorger den Strom abdreht.

Und was es in 99,9 Prozent garantiert nie ist = Fehlerhafte Zähler und Stromklau.


24.12.2012
11:12
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von Jorgel | #3

Es ist traurig, wenn Menschen nicht in der Lage sind ihren Strom zu bezahlen. Trotzdem kann es nicht angehen, sämtliche Mahnungen über Monate einfach zu ignorieren und so zu tun, als ginge einen dies alles gar nichts an. Wenn dann der Strom abgestellt wird , sind die Betroffenen selbst Schuld.

Es gibt nun mal Möglichkeiten, z.B. in dem man sich nach der ersten Mahnung mit dem Stromversorger in Verbindung setzt und Ratenzahlung vereinbart. Was dieser natürlich nach mehreren fruchtlosen Mahnungen ablehnt.

Selbst Jobcenter und Sozialamt bieten Hilfestellung, man muß sie nur in Anspruch nehmen. Da rennen diese Leute schließlich auch hin, wenn ihre monatliche Zahlung ausbleibt oder zu gering ausfällt. Dann schämen sie sich auch nicht, denn das trifft sie ja sofort...

Nur beim Strom lassen sie Gott einen guten Mann sein. So lange, bis der plötzlich abgesperrt ist. Dazu gehört schon ein gehöriges Maß an Ignoranz - und Dummheit. Deshalb muß man auch kein Mitleid mit diesen Leuten haben...

1 Antwort
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von Schorlemme | #3-1

Sie haben vollkommen Recht. In Deutschland gibt es vielfältige Hilfe. Zum Schutz vor Obachlosigkeit gewähre Sozialämter Kredite wenn man ein Jahr seine Miete nicht gezahlt hat, bei Stromsperren wird geholfen usw. Nur muß man sich selbst darum kümmern. Die Ämter können nicht regelmäßig 40 Millionen Haushalte auf suchen um nach zu fragen ob alles in Ordnung ist.

24.12.2012
10:26
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von Optio | #2


Der Strom, der von den säumigen Schuldnern nicht bezahlt ist, bezahlen ehrliche Kunden indirekt mit.
Den säumigen Kunden sollte man Münzzähler einbauen, dann bekommen sie nur noch den Strom der bezahlt ist.
Das würde Wunder wirken.

2 Antworten
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von fraka | #2-1

Wer also seine Rechnung aus irgendwelchen Gründen nicht bezahlen kann ist unehrlich.
Und Sie sind, egal unter welchen Ihrer zahlreichen nicks, immer der Ehrliche.
Und so treiben Sie hier seit Jahren Ihr Unwesen.
Immer gegen die vermeintlich Schwächeren.
Wie erbärmlich unehrlich.

Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von Optio | #2-2

fraka, gehen Sie mal ohne Geld in einen Bäckerladen und verlangen zwei Brötchen.

24.12.2012
09:11
Stromsperre - Wenn vor Weihnachten der Strom weg ist
von noergler2012 | #1

Wenn die Betroffene eine Schuldnerberatung aufsuchen will, ist davon auszugehen das sie auch anderweitig verschuldet war und evtl. Kaufräusche ihr wichtiger waren als die elementaren Rechnungen, wie Strom oder ähnliches zu bezahlen. Hinzu kommt der oft sorglose Umgang mit dem Strom, der ja nun einfach mal aus der Steckdose kommt.
Natürlich gehören auch die unverschämten Preiserhöhungen der Energieversorger hinzu, die aber von unserer Regierung verursacht und unterstützt werden.
Mir passt es auch nicht auf viele Dinge zu verzichten weil mein Anbieter mal eben wieder 10% draufgeschlagen hat, aber Strom gehört wie die Wohnung und das Wasser nun mal zu den unverzichtbaren Dingen und sollte deshalb auf der Prioritätenliste der zu zahlenden Rechnung ganz weit oben stehen. Ohne Handy kann man leben, aber es läßt sich ohne Versorgung durch den Anbieter auch nicht aufladen.

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