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Sperrmüll

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrmüll

04.10.2012 | 07:20 Uhr
Eben noch im Möbelkatalog - jetzt ein Fall für die Sperrmüllabfuhr.Foto: Archiv/Ute Gabriel / WAZ FotoPool

Essen.   Beim Sperrmüll gibt es in den Städten und Gemeinden in NRW keine einheitlichen Regelungen. Das fängt bei den Kosten an und reicht bis zu der Frage, wem das, was man an den Wegesrand stellt, dann eigentlich gehört. Zehn Antworten auf die verbreitesten Irrtümer.

Irgendwann ist auch der größte Keller voll - wenn alte Möbel nicht mehr zur Einrichtung passen, der Wäscheständer rostet, der Herd kaputt ist und man zum wiederholten Mal über die Farb-, Laminat- und Tapetenreste der letzten Wohnungsrenovierung stolpert. Ab zum Sperrmüll heißt die Lösung - doch da liegt man leicht so manchem Irrtum auf.

Irrtum 1: Sobald der Sperrmüll auf der Straße steht, ist er Eigentum der Kommune

Das kann tatsächlich sein - aber nicht überall. In Duisburg etwa erklärt Silke Kersken von den Wirtschaftsbetrieben: „Sowie Sperrmüll auf der Straße steht, ist er Eigentum der Wirtschaftsbetriebe“. Ausnahme: Was auf einem Privatgrundstück zur Abholung aufgehäuft ist. In Hamminkeln im Kreis Wesel wiederum ist Sperrmull grundsätzlich Eigentum der Kommune, die es dann von einem Müllunternehmen abholen lässt, und zwar sobald das Sperrgut „am öffentlichen Verkehrsraum“ abgestellt ist – also auch auf Privatgrundstücken, heißt es in der dortigen Abfallsatzung.

Anders in Düsseldorf: In der Landeshauptstadt bleibt Sperrmüll im Besitz des Eigentümers, bis er vom Personal des örtlichen Abfallunternehmens Awista in die Hände genommen wird. Auch in Essen ist Sperrmüll bis zur Abholung "Eigentum des Absenders".

Generell gilt: Details sind je nach Kommune unterschiedlich und jeweils in der örtlichen „Abfallsatzung“ geregelt.

Irrtum 2: Sperrmüll darf man in unbegrenzter Menge an den Straßenrand stellen

Nein, das soll man nicht. Aber auch hier gilt: jede Kommune hat ihre eigenen Regelungen, wieviel man auf einen Schlag abgeben darf.

Die Entsorgungsbetriebe Essen zum Beispiel entsorgen nur "haushaltsübliche Mengen", sagt Mitarbeiter Rolf Friesewinkel. Bei den Dortmunder Entsorgungsbetrieben sollte man insgesamt „nicht mehr als eine Zimmereinrichtung“ zur Abholung aufhäufen – und zwar nur „bewegliche Möbelgegenstände“, wie Couch, Tisch oder Stuhl. Teppiche gelten als Sperrgut. Sie müssen gerollt auf die Abholung warten - nicht nur in Dortmund.

In Düsseldorf gibt’s Maßangaben: Einzel-Gegenstände sollten nicht länger als zwei Meter und breiter als 1,40 Meter sein – die Sperrmüllleute müssen die Gegenstände ja tragen können. Insgesamt dürfen dort pro Anmeldung nicht mehr als zwei Kubikmeter Sperrmüll am Straßenrand stehen – was grob gesagt ebenfalls einer „Zimmereinrichtung“ entspricht.

Die Sperrmüllabfuhr nimmt - in der Regel - nicht unbegrenzt Sperrgut mit.Foto: Archiv

Luxus pur herrscht in diesem Punkt zum Beispiel im sauerländischen Hallenberg: „Mengengrenzen haben wir bei Sperrmüll nicht“, sagt Gabriele Mause in der Stadtverwaltung. In Hamminkeln am Niederrhein wiederum sind „haushaltsübliche Mengen“ erlaubt, das können aber durchaus auch die Möbel von zwei bis drei Zimmern auf einen Schlag sein. Aber: „Wohnungsentrümpelungen und Haushaltsauflösungen sind beim Sperrgut bei uns nicht erlaubt“, sagt Abfallberater Thomas Michaelis.

Irrtum 3: Sperrmüll darf schon zwei Tage vor der Abholung auf der Straße stehen

Das scheinen immer wieder Leute zu glauben. Stimmt aber nicht. Werner Görtz, der Umweltamtsleiter in Düsseldorf, bringt es auf diese Formel: Sperrmüll ist aufzustellen, und zwar: „um 6 Uhr morgens, zu ebener Erde und leicht erreichbar“. Eine Regel, die so gut wie überall gilt – und so gut wie überall hält sich niemand daran.

Was die Uhrzeit angeht, hat sich in Düsseldorf daher eine etwas abweichende Regel etabliert: Ab 20 Uhr am Vorabend des Abholtages kann Sperrmüll bereits zur Abholung vor’s Haus gestellt werden, sagt Görtz: „Es sollte aber nicht bereits einen oder mehrere Tage dort liegen“. Auch in Essen bitten der Entsorgungsbetrieb die Bürger, "längere Lagerzeiten" zu vermeiden: frühestens ab 18 Uhr des Vortages darf dort der Sperrmüll auf die Straße.

Wer sich nicht dran hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit, aber geahndet wird das so gut wie nicht. Örtliche Ordnungsämter haben mittlerweile Übung darin, aus derartigem Müll Informationen über die Verursacher zu sammeln. In der Regel aber, so ist es in vielen Behörden zu hören, hat eine Müllecke selten Konsequenzen für die Verursacher.



Kommentare
06.10.2012
07:30
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrmüll
von Starhemberg | #5

Es wird Zeit das hier eindeutige Regeln in "allen" Städten gelten und auch angewendet werden.
Meine Nachbarn und ich sind es leid, an den Sperrmülltagen von Dieselstinkern ältester Baujahre, aus aller Herren Länder, "vergiftet" zu werden.
Einen Tag vor dem Termin beginnt die "Tour de Sperrmüll" rund um den Block und endet oft erst nach 22 Uhr.
Was tut die Polizei oder die Gemeinde dagegen? Nichts............

1 Antwort
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrmüll
von dat_Fretchen | #5-1

Doch, Umweltzonen einrichten, damit diese mit ihren Fahrzeugen dort nicht mehr fahren dürfen :-)

05.10.2012
16:42
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrmüll
von Dr.Bluesky | #4

Ein Bissl geht immer, genau kenne ich, einer Meldet an und Morgens lag dann Sperrmüll von 18 Mietparteien da, genau 2 LKW voll, ich dachte es wäre Krieg, Diesen Haufen hat selbst die Müllabfuhr gewundert, seit dem heißt es Welche Gegenstände haben Sie den und mehr wird nicht mitgenommen oder 630 Kilo.

04.10.2012
10:31
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von holmark | #3

In Berlin geht das anders: man stellt die alte Matratze an den nächsten Baum. Oder man nimmt sie mit in die S-Bahn und vergisst sie dort...

3 Antworten
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von baldinsoelde | #3-1

Sowas funktioniert leider auch andernorts.

Das Ergebnis sind zugemüllte Rastplätze an der Autobahn und ausgeschlachtete Kühlschränke im Wald. Dass in der Kühltechnik PCB sind, die in die Umwelt gelangen, interessiert dann niemanden. Aber jeder regt sich über steigende Müllabfuhrgebühren auf. Doch sind darin eben auch die Kosten der Dekontamination der verseuchten Flächen enthalten.

In Berlin geht das anders...
von Blaulichtl | #3-2

in Dortmund-Nordstadt funktioniert das genauso!

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrmüll
von Dr.Bluesky | #3-3

Ne is Klar, ich nehme also meinen Schrank mit und lasse ihn in der S-Bahn, da frage ich mich allerdings was Berlin dazu sagt das man seinen Müll der Bahn aufhalst. Wenn man erwischt wird kostet es Geld.

04.10.2012
10:19
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von Wen_juckts | #2

Interessant, welche Tendenz der Bericht doch in Richtung Schrottsammler hat.
WIeso eigentlich Gebühren fr Elektrogeräte?
Ich wollte letztens eine Waschmaschine vom örtlichen Entsorger abholen lassen, die wollten doch glatt Geld dafür haben, dass diese aus dem Keller geholt wird.
Im Kreislaufwirtschaftgesetz steht aber lediglich, dass diese dem ÖET kostenfrei überlassen werden muss, da steht aber nichts von rausstellen drin.
Also habe ich sie nem Schrotti für 20ct verkauft.........
Welches Gesetz sagt den was Abfall ist und was nicht? Das entscheide ja wwohl ich.

5 Antworten
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von Dr.Noetigenfalls | #2-1

Echt, sie entscheiden was Müll ist und was nicht???
Für ganz Deutschland oder auch EU-weit?
Bitte kommen Sie mal bei meinen Nachbarn vorbei, da stehen einige Entscheidungen an!

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von AnnetteP | #2-2

Die örtlichen Entsorger müssen Elektroschrott kostenlos annehmen. Das machen sie auch. Sie müssen Elektroschrott aber nicht kostenlos abholen. Das sind doch zwei grundverschiedene Sachen.

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von Wen_juckts | #2-3

Selbstverständlich entscheide ich was von meinen Besitztümern Müll ist und was nicht, Sie nicht?

Also nehme ich als gesetzestreuer Bürger jetzt meine Waschmaschine, verbringe Sie in Bus und Bahn um sie zu Sammelstelle zu bringen, anstatt mir diese Kosten- und Arbeitsneutral aus dem Keller holen und entsorgen zu lassen?

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von Jorgel | #2-4

Ist doch schön, wenn sie jemand gefunden haben, der ihre kaputte Waschmaschine kostenneutral aus ihrem Keller geholt und weggebracht hat.

Ist mir auch schon passiert, das meine defekte Waschmaschine gegen Entgeld beim liefern des neuen Gerätes entsorgt werden sollte. Da boten mir die Männer an, das Gerät kostenlos mitzunehmen, wenn sie es selbst verwerten dürften. Sie schlachteten nämlich die Maschinen aus und bauten neue daraus zusammen.

Das wird wohl in ihrem Fall ählich gewesen sein. Aber das funktioniert längst nicht bei allen Elektrogeräten, nur da wo es sich lohnen kann.

Aber das heißt doch nicht, dass die Stadt schwere Waschmaschinen kostenlos aus dem Keller holt. Heißt es doch in jeder Sperrmüllverordnung, das Sperrmüll und Elektrogeräte abholbereit an der Straße abgestellt werden müssen. Da ist es doch wohl normal, wenn für zusätzliche Arbeiten zusätzliche Gebühren anfallen.

Manchmal muß man sich doch über das Anspruchsdenken mancher Mitmenschen wundern...

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrmüll
von Wen_juckts | #2-5

Nein mit allen Geräten geht das nicht.
Kühlchränke nimmt so gut wie kein Schrotti mit.
Das hat mir Anspruchsdenken relativ wenig zu tun, nur war der Klüngelskerl bilang eine äusserst bequeme Einrichtung.Zudem werden durch solche Gesetze gezielt Existenzen zerstört, da vielen Leuten von heute auf morgen in grossen Teilen die Existenzgrundlage entzogen wird.Hinzu kommt, dass wenn man die Geräte nicht selbst zur Sammelstelle bringt, man Wochen warten darf, bis der Abfall abgeholt wird, da sehe ich doch eine enorme verschlechterung der Lage.Zumal es ja auch kein wirkliches Argument gibt was solche Gesetze rechtfertigt, von wenigen Ausnahmen wie Kühlgeräten mal abgesehen. Der Kondensator im 20 Jahre alten Fön oder was auch immer enthält auch kein PCB mehr.Es ist doch lediglich beabsichtig, den Kommunen nicht nur ein Stück, sondern den gesamten Kuchen zu überlassen.

04.10.2012
08:38
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von neuich | #1

Noch entscheide ich wer meinen alten Herd, Elektogerät, bekommt und wenn ich dem Schrotthändler das Gerät für einen Cent verkaufe.

3 Antworten
Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von baldinsoelde | #1-1

Prima,

Sie entscheiden auch, in welche Richtung in der Einbahnstraße gefahren werden darf und wie schnell.

Die Rechtsordnung bindet jeden und damit auch Sie.

Zur Kenntnis: hier der Link zum Elektrogesetz http://www.elektrogesetz.de/

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von buntspecht2 | #1-2

Wenn er ihn dann mit nimmt meistens wollen die noch was dafür haben

Sperrmüll ist für alle da! Zehn Irrtümer zum Thema Sperrgut
von dutsche | #1-3

Der wird Ihnen aber nicht einen Cent bezahlen!

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