Reihenfolge bei Dämmung und Heizungseinbau ist unerheblich
09.11.2012 | 05:45 Uhr 2012-11-09T05:45:00+0100
Frankfurt/Main. Viele Hausbesitzer haben Angst, ihre Heizung könnte sich als überdimensioniert herausstellen, nachdem die Außenwände Isoliert worden sind. Mit den heutigen Heizkörpern und ihren technischen Möglichkeiten sei diese Angst jedoch unbegründet, meint ein Experte
Erst dämmen, dann eine neue Heizung einbauen oder umgekehrt? Diese Frage beschäftigt viele Hausbesitzer, denn sie befürchten, dass nach der Dämmung der Außenwände die neue Heizung überdimensioniert sein könnte. "Bei kleineren Gebäuden wie Einfamilienhäusern, Reihenhäusern oder kleinen Mehrfamilienhäusern ist die Reihenfolge nicht mehr entscheidend", sagt der Leiter der Hessischen Energiespar-Aktion, Werner Eicke-Hennig. Die früher gefürchtete Überdimensionierung der Heizung sei heute kein Problem mehr.
Vor einigen Jahren noch waren Kessel mit großer Oberfläche, schlechter Dämmung und nicht geregelter Betriebsweise Standard. Sie wurden ganzjährig mit 60 bis 80 Grad Celsius warmem Wasser beheizt. Neue Kessel sind dagegen kompakt und mit zehn Zentimeter Dämmung versehen. Sie regeln sich nach der Außentemperatur und stellen sich bei fehlender Wärmeabfrage aus dem Haus ab. Sie arbeiten meist bei 30 bis 50 Grad Celsius Kesseltemperatur und nutzen sogar die im Abgas enthaltene Energie.
"Bei solch geringen Kesselverlusten ist die Größe keine Frage mehr. Wer ein Einfamilienhaus mit etwa acht Kilowatt Wärmebedarf besitzt, sollte einen Kessel mit elf bis 18 Kilowatt einbauen, damit dieser einen gewissen Komfort bei der Warmwasserbereitung bietet", rät Eicke-Henning. (dapd)
13:06
Heizungskessel sind seit rund 30 Jahren dick gedämmt u. waren in der Mehrzahl auch mit außentemperaturgeführten, zeitgesteuerten Regelanlagen versehen. Die alten Zentra-Regelgeräte gab es schon in den tiefen 70ern. Selbst die Brennwerttechnik gibt es bereits seit Mitte der 80er, wurde allerdings lange nur selten eingesetzt, hat sich in den letzten 10 Jahren durchgesetzt. Was in dem Artikel als Standard bis angeblich vor ein paar Jahren beschrieben wird, ist irreführend.
Richtig ist, dass wegen der Warmwasseraufbereitung die Kesselleistung nicht zu klein gewählt werden sollte - auch wenn die erforderliche Leistung für Raumwärme durch umfassende Isolierungen gesenkt wurde.