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Naturnahe Gärten bieten Tieren Nahrung und Schutz im Winter

12.12.2012 | 08:45 Uhr
Wer Vögeln im Winter etwas Gutes tun will, der sollte seinen Garten naturnah gestalten.Foto: Getty

Berlin.   Winterzeit heißt für viele Tiere Winterschlaf. Aber nicht alle Tiere fahren zum Jahresende ihre Kraftreserven herunter und sind auf kleine Hilfestellungen angewiesen. Wir geben Tipps für einen tierfreundlichen Wintergarten.

Damit Vögel auch im Winter Fressbares sowie einen Unterschlupf finden, sollten Gärten möglichst nicht allzu steril gestaltet werden. Darauf verweist Anja Sorges, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU), Landesverband Berlin. "Ein einzelner Baum und dazu 50 Quadratmeter Rasen sind denkbar ungeeignet, um den Tieren zu helfen." Besser seien strukturierte Gärten. Es dürfe auch mal ruhig etwas Laub in einer Ecke liegen bleiben, erklärt die ausgebildete Försterin.

Laubhaufen dienen Gartenbewohnern als Unterschlupf

"Um während des Winters Wildtiere im Garten zu unterstützen, reicht es schon aus, einfach einen Laubhaufen zusammen zu rechen und liegen zu lassen", betont sie - am besten dort, wo die Blätter nicht so schnell vom Wind aufgewirbelt werden. "Das sind meist sowieso genau die Stellen, an denen sich das Laub von alleine anhäuft." Das Blattwerk biete verschiedenen Kleinlebewesen wie Insekten und ihren Larven, dazu Schnecken und vor allem auch Regenwürmern einen Lebensraum und Schutz vor der Winterkälte, erklären auch die Naturschützer der NABU-Naturgartengruppe Berlin.

Regeln für die Winterfütterung
Regeln für die Winterfütterung

Wer ein Futterhäuschen für Vögel einrichten möchte, sollte einige Regeln beachten:

  • Die Futterstelle sauber halten: Regelmäßig auskehren oder auch mit heißem Wasser reinigen.
  • Die Tiere sollten nicht im Futter umherlaufen und es so mit Kot verunreinigen können: Ideal sind deshalb Futtersilos.
  • Keine salzige Nahrung oder Brot anbieten.
  • Darauf achten, dass das Futter nicht nass wird. (dapd)

Und davon hat in der nächsten Gartensaison dann sogar der Gärtner etwas. Denn die Laubbewohner würden bei der Humusbildung helfen und damit die Bodenfruchtbarkeit verbessern. Nach und nach zersetzen die Würmer die Blätter. Was dann im Frühjahr von solchen Laubhaufen übrig geblieben ist, empfiehlt Sorges unter den Kompost zu mischen: "So habe ich nicht nur einen Unterschlupf für Kleintiere geschaffen, sondern noch  dazu eine ganz gute Düngerwirkung", erklärt sie.

Werde dagegen das Herbstlaub entfernt, sei der natürliche Stoffkreislauf unterbrochen: Dem Boden würden Nährstoffe entzogen, die ihm dann unter Umständen wieder zugesetzt werden müssen, warnen die Experten. Sie raten deshalb, nur von Pilzerkrankungen wie zum Beispiel von der Obstmonilia befallenes organisches Material zu entsorgen. Viele Nützlinge wie zum Beispiel die Marienkäfer , die dann im nächsten Jahr die Blattläuse in Schach halten, überwintern ebenfalls im Laub, berichtet die NABU-Naturgartengruppe. Ecken mit liegen gelassenem Laub oder aufgeschichtetem Reisig sollten Gartenbesitzer weitestgehend sich selbst überlassen - als Rückzugsgebiet und Nahrungsquelle etwa für Igel. Die Tiere fänden dort ideale Bedingungen für ihren Winterschlaf - und Amseln oder andere Vogelarten dazu noch einen reich gedeckten Tisch.

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