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Petersburger Hängung

Museums-Charme im heimischen Wohnzimmer

17.10.2012 | 11:45 Uhr
Museums-Charme im heimischen Wohnzimmer
Wem ein Bild an der Wand nicht genügt kann durch verschiedene Methoden eine Petersburger Hängung im eigenen Wohnzimmer errichten.

Nürnberg.  Oft bestaunt und selten nachgemacht - gerade in Museen sieht man die mit zahlreichen Bildern geschmückten Wände besonders oft. Doch auch an heimischen Wänden kann die sogenannte Petersburger Hängung genutzt werden, solange man dabei einige Regeln beachtet.

Wenn Dutzende Bilder an einer Wand präsentiert werden, nennt man das eine Petersburger Hängung. Der Begriff stammt aus der Eremitage in Sankt Petersburg , wo diese Methode angewendet wird. Wie also lässt sich die Charakteristik eines der größten Kunstmuseen in die eigene Wohnung übertragen?

"Voraussetzung für eine Petersburger Hängung ist eine geeignete Wand", sagt Rainer Hilf, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern im Bund Deutscher Innenarchitekten. Man müsse sich vor der Anbringung erkundigen, ob der Wandputz stabil genug ist, um viele Bilder zu tragen. "In der Regel dürfte das aber kein Problem sein", sagt Hilf. Da eine Petersburger Hängung eine Wand sehr präsent mache, seien große Räume besser dafür geeignet.

Im nächsten Schritt gilt es, geeignete Bilder auszuwählen. Sie sollten in der Art der Darstellung gemischt werden. "Jedoch sollte man vermeiden, etwa feine Grafiken oder Zeichnungen mit stark farbigen Postern zu vermengen oder sensible Malereien mit Fotos zu kombinieren", rät der freischaffende Innenarchitekt aus Nürnberg. Sonst gingen Bilder in der Masse unter. Außerdem entstehe eine unruhige Wirkung. "Spannung zwischen den Bildern ist trotzdem wichtig", merkt Hilf an. Bei überwiegend hellen Bildern wirke ein dunkles zum Beispiel besonders stark.

Aufhängen und anleuchten

Für die Hängung gebe es verschiedene Methoden. Am einfachsten sei es, die Bilder mit einem Nagel anzubringen. Sie können beispielsweise in systematischen Reihen über- und untereinander angeordnet werden. Bilder und Rahmen sollten laut Hilf idealerweise alle gleich groß sein, müssten es aber nicht. Alternativ könne man die Bilder dem Gefühl nach und völlig frei anordnen. Zu viele und zu große Freiflächen sollte man in beiden Fällen vermeiden.

Eine aufwendigere Methode sei eine Seil-Hängung, erläutert Hilf. Dabei werden Führungsschienen unter der Decke angebracht, von denen dünne Seile herunterführen, an denen dann die Bilder hängen. "Ich empfehle, das von einem Profi machen zu lassen", sagt Hilf. Wichtig für die Wirkung der Bilderwand ist die richtige Beleuchtung. "Eine Deckenlampe reicht nicht", sagt der Innenarchitekt. Stattdessen seien Spotlichter angebracht, um einzelne Gemälde hervorzuheben oder die Bilder gemeinsam wirken zu lassen. Dabei sollte man kalte Lichtfarben vermeiden. Besser seien Warmtonlampen, die den warmen Farben des Abendlichts nachempfunden sind. (dapd)

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