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Lieblingsstücke für die Ewigkeit - Möbel aus Marmor

12.03.2013 | 14:45 Uhr
Lieblingsstücke für die Ewigkeit - Möbel aus Marmor
Marmor erlebt derzeit eine Renaissance im Möbeldesign.Foto: dpa

Berlin  Schwer, mächtig, unverrückbar: Marmor ist ein massiver Werkstoff. Und doch fasziniert er seit jeher Designer. Eine Zeitlang war er zwar aus der Mode gekommen - wegen seiner Masse. Das ändert sich nun wieder, immer mehr Designer entdecken den Naturstein für sich und verarbeiten ihn zu Tischen, Lampen und Accessoires.

Marmor brachte man lange Zeit ausschließlich mit Grabsteinen und teuren Edelaschenbechern in Verbindung. Nun erleben Natursteine im Möbeldesign eine Renaissance - häufig in eindrucksvoller Gestalt. Der "Tobi Ishi" für B&B Italia ist so ein Möbelstück, wie man es nur selten zu Gesicht bekommt. In der Ausführung aus weißem Carrara-Marmor wiegt der kreisrunde Esstisch 460 Kilogramm. Auch den Preis des Designobjekts gilt es zu schultern. Der im vergangenen Jahr zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellte Tisch soll für rund 23.000 Euro in diesem Jahr in den Handel gehen.

Edward Barber und Jay Osgerby haben das spektakuläre Luxusmöbel gestaltet. Die beiden Designer aus London wollten mit ihrem Entwurf etwas Unverrückbares schaffen, sich gleichzeitig aber auch mit dem Thema freischwebende Konstruktionen befassen. "Tobi Ishi" sind in Japan die "fliegenden Steine", mit denen die Landschaftsarchitekten Wege in Gärten oder im Wasser anlegen. Mit seinen zwei asymmetrischen Fußelementen ist der gleichnamige Tisch tatsächlich sehr luftig konstruiert. Die Leichtfüßigkeit steht in starkem Kontrast zum Material. "Uns war wichtig, dass der Tisch massiv und wuchtig wirkt", sagt Edward Barber.

Material mit unkontrollierbarem Eigenleben

Schwere, opulente Materialien waren im Design lange Zeit verpönt. Leicht sollten die Werkstoffe sein, ebenso neu und innovativ. Barber und Osgerby halten sich nicht mehr an dieses Diktat des Modernismus und verwenden mit dem Marmor ein Material, das bis zu 600 Millionen Jahre alt ist. Architekten und Kunsthandwerker verarbeiten den edlen Stein bereits seit der Antike. Im Gegensatz zu vielen modernen Werkstoffen ist der Marmor ein Material mit einem unkontrollierbaren Eigenleben. Der Stein kann aufgrund seiner kristallinen Struktur wild und unruhig wirken, ebenso fein und sanft.

Wegen seiner Massigkeit war Marmor eine Zeitlang im zeitgenössischen Interior-Design nicht sonderlich gefragt. Protzig geflieste Bankfoyers und angeschmuddelte, steinerne Edel-Aschenbecher haben dessen Image ebenfalls nicht gerade befördert. Nun kommen aber wieder verstärkt Marmormöbel auf den Markt. e15 aus Deutschland, De Padova aus Italien oder Ox Design aus Dänemark haben Tische mit Marmorplatten aktuell neu aufgelegt.

Naturstein bietet spannende Perspektiven

Der Designer Bjoern Berger vom Unternehmen Supergrau beschäftigt sich ebenfalls intensiv mit hochwertigen Natursteinen. Er arbeitet bei seinen Entwürfen mit Marmor, ebenso mit der deutlich jüngeren Gesteinsart Travertin. "Bei uns liegt der Fokus darauf, mit Werkstoffen zu arbeiten, die an sich schon Wert mitbringen", erläutert Berger. In einer Zeit, wo abstrakte, kaum zu fassende Krisen an der Tagesordnung sind, setzen die Designer auf echte Werte.

Am Naturstein interessiert Berger nicht nur dessen Wertigkeit. Auch gestalterisch biete das Material spannende Perspektiven. "Vielleicht ist einer unserer Hauptansätze, in der schnelllebigen Zeit statische, alte und romantische Materialien verarbeiten zu wollen", sagt der Supergrau-Designer. "Auf der formalen Ebene setzen wir das Material allerdings sehr sachlich ein. Die Opulenz beim Material steht in Kontrast zum Minimalismus bei der Gestaltung. So entstehen sehr interessante Dinge."

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