Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Einrichtung

Küchenplanung in Mietwohnungen mit dem Vermieter absprechen

08.02.2013 | 05:45 Uhr
Küchenplanung in Mietwohnungen mit dem Vermieter absprechen
Kein Streit um die Küche - In Mietwohnungen müssen Kompromisse seinFoto: dpa

Recklinghausen.  In der Regel werden Wohnungen heutzutage leer vermietet, lediglich ein Zu- und Abfluss müssen vorhanden sein, damit der Mieter eine Küche einbauen kann. Die Planung einer neuen Küche sollte mit dem Vermieter abgesprochen werden, denn dieser ist nicht verpflichtet, die Küche nach Auszug des Mieters zu übernehmen.

In der eigenen Küche Menüs zu zaubern, liegt im Trend. Induktionsherde, Kühlschränke mit Eiswürfelmachern, Schränke für große Suppentöpfe oder kleine Gewürzgläser - mit dem nötigen Kleingeld können sich Hobbyköche in ihrer Küche einen Traum erfüllen. In der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus ist das auch kein Problem. In einer Mietwohnung müssen die Bewohner zurückhaltender sein. Spätestens beim Auszug kann es sonst teuer werden.

Grundsätzlich muss ein Besitzer die Küche seiner Mietwohnung nicht möblieren. "Es gab einmal - ganz, ganz früher - die unausgesprochene Regel, dass sich eine Spüle in der Küche befinden muss", sagt Claus O. Deese, Geschäftsführer des Mieterschutzbundes in Recklinghausen. Dafür gebe es aber keine Rechtsgrundlage. Ein Zu- und Abfluss müsse vorhanden sein, um eine Küche einbauen zu können - mehr nicht. "Heute werden Wohnungen in der Regel leer vermietet - oder man übernimmt eine Küche vom Vormieter."

Vermieter muss verschlissene Gegenstände tauschen

Stellt der Vermieter eine vollständige Küche oder Teile wie Herd und Spüle zur Verfügung, sind sie normalerweise Teil des Mietvertrags - außer, sie sind ausdrücklich im Mietvertrag ausgeschlossen. Der Vermieter sei in diesem Fall verpflichtet, Geräte auszuwechseln, wenn sie defekt sind, sagt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes in Berlin. Dabei gelten die gleichen Regeln wie für andere Teile in der Wohnung, zum Beispiel Teppich oder Parkett: "Wenn Einrichtungsgegenstände verschlissen sind, muss der Vermieter sie austauschen. Kein Kriterium ist, wenn ich mich an ihnen sattgesehen habe."

Nur, weil der Mieter statt des eingebauten Elektroherds lieber einen Induktionsherd haben wolle, müsse der Besitzer der Wohnung ihn nicht auswechseln. Und wenn der Mietvertrag eine Klausel zu Kleinreparaturen enthält, müsse der Mieter geringe Schäden selbst ersetzen. Will der Nutzer der Wohnung selbst den alten Kühlschrank oder Herd gegen einen moderneren austauschen, dürfe er das, erläutert Beate Heilmann aus Berlin, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein.

"Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes"

Er müsse aber für die ordentliche Aufbewahrung des Vermieterherdes sorgen, der bei der Lagerung keinen Schaden nehmen dürfe. Zieht der Mieter aus, müsse er seinen neuen Herd ausbauen und den alten Herd wieder einsetzen, wenn der Vermieter dies verlangt. "Wenn der alte Herd durch die Lagerung kaputtgeht, muss der Mieter ihn ersetzen, entweder gleich- oder höherwertig", sagt Deese. Das gelte für Einzelgeräte genauso wie für eine ganze Einbauküche.

Entscheidet sich ein Mieter, eine komplette Küche neu einzubauen, sei es ratsam, sich vorher mit seinem Vermieter abzustimmen, sagt Heilmann. "Er kann den Vermieter nicht zwingen, eine von ihm eingebaute Küche später zu behalten und dafür sogar noch Ausgleich an den Mieter zu zahlen." Der Besitzer der Wohnung habe grundsätzlich zum Ende der Mietzeit das Recht, die "Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes" zu verlangen.

  1. Seite 1: Küchenplanung in Mietwohnungen mit dem Vermieter absprechen
    Seite 2: Vermieter kann Schadenersatz verlangen

1 | 2



Kommentare
Aus dem Ressort
Als Hauswächter um alte Gebäude kümmern und günstig wohnen
Wohnkonzept
Stehen öffentliche Gebäude über einen längeren Zeitraum leer, sind sie oft das Ziel von Vandalismus. Was tun? Eine neue Idee: Kommunen setzen Hauswächter ein, die in den Gebäuden wohnen und darauf aufpassen. Viel Wohnraum für wenig Geld. Die Kündigungsfrist ist für beide Vertragsparteien verkürzt.
Immobilienwirtschaft rät zu Wohnungsbau auf dem Land
Wohnungsmarkt
In Großstädten wie Frankfurt oder Mainz wird es eng: Bezahlbarer Wohnraum fehlt. Immobilienexperten warnen deshalb davor, sich beim Wohnungsbau auf die Ballungsräume zu fixieren - und werben fürs Land. Das würde auch den Druck der städtischen Wohnungsmärkte entschärfen.
Was bei einem selbstgebauten Kinderbett wichtig ist
Heimwerker
Wer das Kinderbett für den Nachwuchs selbst bauen möchte, muss einiges beachten, um das Kind keinen Gefahren auszusetzen. So ist der Abstand und die Stabilität der Sprossen wichtig, außerdem muss der Lack des Bettes speichelfest sein. Scharfe Kanten müssen ebenfalls vermieden werden.
Bauauflagen können das geplante Traumhaus unmöglich machen
Bürokratie
Der Traum vom Eigenbau kann schnell zum Alptraum werden, wenn die Details nicht bekannt sind. Bauauflagen können der Fantasie schnell einen Strich durch die Rechnung und den Neubau unmöglich machen. Wer sich vorher informiert, kann realistisch planen und Enttäuschungen verhindern.
Etwas Acryl unter das Kreppband beim Streichen geben
Renovieren
Will man die Wohnung in frischen Farben erstrahlen lassen, gehen meist immer ein paar Farbkleckse daneben. Um Fußleisten, Fenster- und Türrahmen sauber zu halten, empfiehlt es sich daher, diese mit Kreppband abzukleben. Wer Acryl darunter streicht, verhindert das Farbe unter das Kreppband läuft.
Umfrage
Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?

Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?

 
Fotos und Videos
Modisches Design bei Möbelstücken
Bildgalerie
Fotostrecke
Neue Trends beim Küchendesign
Bildgalerie
Fotostrecke
Wandbilder von Essen
Bildgalerie
XXL-Fotos