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Gerichtsverfahren

Immofinanz-Anlegerverfahren dürfte sich Jahre ziehen

13.09.2012 | 11:45 Uhr
Immofinanz-Anlegerverfahren dürfte sich Jahre ziehen
Immofinanz-Chef Eduard Zehetner hält eine Zusammenlegung der Anlegerklagen für nicht zielführend.Foto: WAZ Foto Pool

Wien.   Das Verfahren gegen den österreichischen Immobilienkonzern Immofinanz könnte sich noch einige Jahre hinziehen. Die Investoren werfen dem Konzern vor, die Erträge aus den Kapitalerhöhungen nicht vollständig in die damalige Tochterfirma Immoeast investiert zu haben.

Die Gerichtsverfahren hunderter Immofinanz-Investoren gegen den österreichischen Immobilienkonzern dürfte sich nach Einschätzung des Unternehmens noch Jahre hinziehen. Derzeit gebe es 480 Anlegerklagen mit einem Streitwert von insgesamt 320 Millionen Euro, sagte der Leiter der Immofinanz-Rechtsabteilung, Josef Mayer, am Dienstag. "Die Verfahren gehen ihren Weg, das wird etliche Jahre dauern."

Hintergrund ist der Beinahe-Zusammenbruch der Immofinanz nach dem Ausbruch der Bankenkrise 2008. Der Konzern hatte - auch über seine damalige Tochter Immoeast - jahrelang über Kapitalerhöhungen Milliarden bei Anlegern eingesammelt und diese in osteuropäische Immobilien gesteckt.

Aktie brach auf unter 50 Cent ein

Mit dem Ausbruch der Krise ging der Immofinanz das Geld aus - sie musste ihre Geschäfte deutlich zurückfahren, um nicht pleitezugehen. An der Börse brach die Aktie von gut sieben Euro im Sommer 2008 auf unter 50 Cent per Ende 2008 ein. Seither versuchen die Investoren, zumindest einen Teil ihrer Verluste wettzumachen und klagen gegen den Konzern, der mit Firmenchef Eduard Zehetner mittlerweile ein neues Management hat.

Sie werfen dem Unternehmen vor, den Erlös von 2,8 Milliarden Euro aus der letzten Immoeast-Kapitalerhöhung 2007 nicht wie erwartet vollständig in Osteuropa-Immobilien investiert zu haben, sowie den Aktienkurs manipuliert und in Kapitalmarktprospekten falsche Angaben gemacht zu haben.

Das Unternehmen klagt gegen den früheren Vorstandschef

Das Unternehmen weist diese Anschuldigungen zurück und hat seinerseits Klage gegen den früheren Vorstandschef Karl Petrikovics eingereicht. Der Konzern will dabei die Rückzahlung von nach seiner Ansicht ungerechtfertigten Provisionen bei einem Immobiliendeal erreichen. Gegen Petrikovics ermittelt aber auch die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue und Marktmanipulation.

Um den Ablauf zu beschleunigen, wollen die Richter nun einige der Anlegerklagen zusammenlegen. Immofinanz-Chef Zehetner hält das nicht für zielführend. Um eine faire Entscheidung herbeizuführen, müssten die Klagen Fall für Fall abgearbeitet werden. Nur so könnten die unterschiedlichen Informationsstände und Beweggründe der Aktionäre berücksichtigt werden, sagte er. (Reuters)



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