Immobilienkauf lohnt sich
17.01.2013 | 11:45 Uhr 2013-01-17T11:45:00+0100
Berlin. Die Zinsen sind derzeit so niedrig wie nie, die Konditionen äußerst verlockend. Der Gedanke, sich eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen, gewinnt an Reiz. Egal ob im Alter als Zusatzrente oder zum Vermieten in lukrativen Gegenden, beachtet werden sollten dennoch einige Punkte.
Die Zinsen sind im Keller. Immer mehr Verbraucher spielen mit dem Gedanken, sich eine Immobilie als Geldanlage zu kaufen. Dafür gibt es einige gute Gründe, egal ob es um ein Vermietungsobjekt oder die Selbstnutzung geht. Es gibt aber auch Einiges zu beachten.
Die Zinsen sind so niedrig wie nie
Die Konditionen sind derzeit verlockend. Ein Darlehen über 300.000 Euro kostet heute kaum mehr als 800 Euro im Monat. Zugleich dürfte eine Wohnung im Wert von 300.000 Euro in Städten wie Hamburg, München oder Berlin aber immer deutlich mehr als 800 Euro an Miete abwerfen - so die einfache Rechnung vieler Anleger. Natürlich kann diese Rechnung aufgehen, sie muss aber nicht, wie Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg erklärt.
Für ihn liegt der Gewinn im Einkauf: "Gerade für Neubauten werden atemberaubende Preise verlangt - da stehen wir schon manchmal am Rand einer Immobilienblase", sagt der Verbraucherschützer. Deshalb sind günstige Zinsen nicht alles. Der Preis, die Lage, die Ausstattung und damit die Vermietbarkeit der Immobilie sind die entscheidenden Faktoren.
Die Immobilie kann eine Zusatzrente sein
Eine selbst genutzte Immobilie ist auch als Altersvorsorge ideal: Die Mietersparnis ist eine Zusatzrente, die nicht versteuert werden muss. "Eine abbezahlte Immobilie schließt die Rentenlücke, außerdem bietet die Immobilie Schutz vor Mietpreissteigerungen", sagt Jan Enno Einfeld, Leiter Beratung bei der Comdirect Bank.
Alternativ fließt bei einer Vermietung der eigenen vier Wände eine Zusatzrente in die Kasse. Ein weiteres Plus: Eine selbst genutzte Immobilie ist die einzige Altersvorsorge, die bereits im Berufsleben wirtschaftlich genutzt werden kann. Und notfalls besteht immer noch die Möglichkeit, das Haus oder die Wohnung später zu einem attraktiven Preis zu veräußern, denn gerade bei Immobilien in Metropollagen sieht Experte Einfeld deutliche Wertsteigerungen.
Die Mieten steigen
Ein Immobilienkauf war in den vergangenen 50 Jahren fast immer ein Erfolg - das beweist die Mietentwicklung in Deutschland. In Hamburg stiegen die Mieten in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um bis zu 20 Prozent, in Berlin waren es 18 und in München 14 Prozent. Und selbst in kleineren Städten waren es meist zwischen sechs und zehn Prozent. Solche Zuwächse beim Ertrag kann kaum eine andere Geldanlage mit vergleichbarer Sicherheit bieten.
Allerdings sind solche Werte nur in begehrten Lagen zu erreichen. Abseits der "angesagten" Städte und Ballungsräume klagen viele Vermieter über Leerstände und schlecht vermietbare Immobilien. Vor dem Kauf ist also der Immobilienmarkt der regionalen Tageszeitung die Pflichtlektüre: Tauchen Wohnungen in bestimmten Regionen immer wieder auf, könnte eine Vermietung schwierig werden.
Staatliche Förderung
Der Staat unterstützt alle, die eine Immobilie anschaffen wollen. Selbstnutzer erhalten auf Wunsch eine Riester-Förderung für die eigenen vier Wände, außerdem gibt es zinsgünstige KfW-Darlehen für Bauherren, Immobilienkäufer und -Sanierer. Wer eine Immobilie kauft, um sie dann zu vermieten, profitiert von deutlichen Steuervorteilen.
So sind die Finanzierungskosten steuerlich absetzbar, außerdem die Abschreibung der Immobilie und weitere Betriebskosten. Der meist steuerliche Verlust daraus senkt dann die Steuerbelastung auf das übrige Einkommen. (dapd)
23:44
Eine Studie des Bundesbauministeriums kam vor einiger Zeit zu dem Resultat, dass nur etwa ein Drittel aller Mietimmobilien wirklich rentabel war. Dies steht im Widerspruch zu manchen im Artikel gemachten Aussagen. Vieles ist hier auch sachlich falsch. Eine Mietentwicklung in wenigen Boomstädten für die letzten fünf Jahre zu beschreiben u. daraus allgemein eine zukünftige Gewinnentwicklung abzuleiten bei sich völlig verändernden Rahmenbedingungen ist unsinnig.
Wenn ein selbstgenutztes Haus im Rentenalter der Besitzer selbst in die Jahre gekommen ist, sind kostspielige Sanierungen angesagt. Meist werden die Flächen, die man vorher mit Kindern bewohnte nicht mehr benötigt u. eine Mietwohnung kommt weit günstiger. In Zukunft werden durch die Bevölkerungsalterung, Bevölkerungsschwund, zunehmende Flexibilisierung des Berufslebens selbstgenutzte Immobilien zunehmend uninteressant u. damit einen deutlichen Wertverlust erleiden oder sich nur noch schwer verkaufen lassen.