Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Garten

Heimwerker können Treppen im Garten selbst anlegen - mit etwas Fachwissen und Planung

28.05.2013 | 11:45 Uhr
Heimwerker können Treppen im Garten selbst anlegen - mit etwas Fachwissen und Planung
Das Anlegen einer Gartentreppe ist gar nicht so schwer - wenn man weiß, was zu beachten ist.Foto: dpa

Köln.  Häuser in Hanglagen brauchen Gartentreppen. Auch sanft abfallendem Gelände tun Wege mit einzelnen Stufen gut. Die kann ein Heimwerker selber anlegen - aber er sollte den Aufwand nicht unterschätzen. Es ist mehr Arbeit, als nur ein paar Steine nebeneinanderzulegen.

Treppensteigen ist ein seit Kindertagen eingespeicherter Bewegungsrhythmus. Mit jeder ersten Stufe merkt sich das Gehirn die Maße der Treppe . Ist eine Stufe höher oder niedriger als die anderen, kommt das Bein aus dem Tritt - und dann kann der Mensch stürzen." Um Stürze zu vermeiden, muss das Steigungsverhältnis über die gesamte Treppenlänge konstant bleiben", erläutert Michael Pommer, Trainer an der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln. Deswegen ist es wichtig, eine Gartentreppe akkurat zu planen und zu bauen.

"Bei einer sicheren Außentreppe sollten die einzelnen Stufen zwischen 12 und 15 Zentimeter hoch sein", sagt Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus (DSH) in Hamburg. Die Breite der Trittfläche sollte an Treppen im Freien nicht kleiner als 40 Zentimeter sein. So finden auch Menschen mit großen Füßen in Arbeitsschuhen sicheren Halt.

Verlegen ohne Helfer praktisch unmöglich

Damit keiner ausrutscht, empfiehlt Woelk grobporige Steinbeläge. Polierte Oberflächen werden bei Feuchtigkeit glatt. Holzbeläge seien nur dann einigermaßen rutschsicher, wenn sie gerillt und gegen Moosbewuchs geschützt sind.

Es gibt verschiedene Bauweisen für Gartentreppen. "Blockstufen sind eine für Do-it-Yourselfer sehr geeignete Methode zum Treppenbau", sagt Pommer. Sie bestehen aus massiven Bauteilen wie vorgefertigten Betonschwellen oder aus Natursteinen wie wetterfestem Sandstein oder Granit. Eine schöne Idee sind auch Schwellen aus den Holzlatten alter Bahnschienen. Die Verbindungsstücke zwischen den Schienen werden aus Umweltschutzgründen vorher abgehobelt.

Der Heimwerker brauche wegen des Gewichts des Materials - es kann schnell über 100 Kilo betragen - einen Helfer", erklärt Pommer. Allein sei es nicht möglich, Schwergewichte wie Betonschwellen passgenau zu verlegen.

Auf den richtigen Untergrund kommt es an

Die soliden Blockstufen brauchen einen festen Untergrund. Der Boden wird dafür mindestens 30 Zentimeter tief ausgehoben, erläutert Pommer den ersten Arbeitsschritt. Hier hinein komme eine 15 Zentimeter dicke Schicht aus einem Mineralgemisch, das als Drainage zur Entwässerung dient. Darauf folge eine Schicht Mörtel aus breiartigem Magerbeton. Dieser werde sehr steif, weshalb das schwere Material der Stufe darüber nicht einsinken kann.

Heimwerker bauen eine Treppe aus Blockstufen von unten nach oben. Belastbar sei eine Stufe nach ein bis zwei Stunden, wenn die Betonschicht aus schnelltrocknendem Material angerührt werde, erläutert Pommer. Doch Vorsicht: Beton, der zu schnell austrocknet, bröckelt ab. Deshalb müsse der Bauherr die Treppe 28 Tage lang feucht halten, indem er etwa feuchte Leinentücher darauflegt oder die Stufen mit dem Gartenschlauch regelmäßig nass macht. Nach dieser Zeit sei das Bauwerk voll belastbar.

Auch andere Treppenvarianten brauchen einen solchen Untergrund. Bei Legestufen kommen darüber flache Steine oder Platten, erläutert Peter Himmelhuber, Gärtner und Fachbuchautor aus Regensburg. Klinker könne ein Belag sein, der mit Mörtel verfugt wird.

Auch an Sicherheit denken

"Bei Stellstufen bilden senkrechte Bretter oder Platten die Stufenfront", erklärt Himmelhuber. Diese werden etwa mit Holzpflöcken im Boden gesichert oder kommen auf ein ebenfalls senkrechtes Betonfundament im Boden. Dazwischen kommt Schotter als Entwässerungsschicht. Die Trittfläche kann laut Himmelhuber mit losem Belag wie Schotter, Kies oder Rindenmulch aufgefüllt werden. Natürlich gehen auch Pflastersteine.

Große Höhenunterschiede lassen sich nur durch viele Stufen überwinden. Um auf dem Weg nach oben eine Pause einlegen zu können, empfiehlt Woelk, nach fünf bis sieben Stufen ein größeres Podest einzubauen. Diese breitere Stufe oder das Plateau sollte mindestens so groß geplant werden, dass ein Stuhl oder eine Bank zum Verweilen darauf passen. Das sei gerade für Senioren und Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit ein Plus an Komfort - und an Sicherheit.

Zu Letzterem tragen auch Bewegungsmelder bei. Denn bei Nacht und in der dunklen Jahreszeit kann jede Stufe zur Stolperfalle werden. Diese Gefahr lässt sich durch eine gute Außenbeleuchtung entschärfen, sagt Woelk. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Moderne Kaminöfen wärmen, nachdem das Feuer erloschen ist
Feuerstelle
Kaminöfen erleben eine umweltfreundliche Renaissance. Die neuen Modelle sind schlank, schick und mit neuer Technik ausgestattet. Zum Beispiel hat die Feuerstelle der Neuzeit einen Wärmespeicher und produziert längst nicht mehr so viel Feinstaub wie Kamine älteren Jahrganges.
Was vor dem Ende des Gartenjahres noch zu erledigen ist
Gartenarbeit
Spätestens im November muss der Hobbygärtner im Garten die letzten Aufgaben erledigen. Denn jeden Tag kann der Winter ins Land einziehen. Es gibt noch ein bisschen was zu tun, zum Beispiel sollten Pflanzen zurückgeschnitten und Kletterpflanzen vor Stürmen gesichert werden.
Einfarbige Treppen können für Senioren gefährlich werden
Sicherheit
Besonders ältere Menschen, die an einer Sehschwäche leiden, benötigen bei Treppen einen deutlichen farblichen Kontrast. Einfarbige Treppe können dagegen zur Stolperfalle werden, ebenso Glastreppen, die eine Absturzgefahr simulieren. Auch sorgen Socken auf Holzstufen schnell für Rutschgefahr.
Hausbesitzer sollten ihre Mülltonnen vor Waschbären sichern
Wildtiere
Waschbären verbreiten sich immer mehr in den Städten. Doch so possierlich die Tierchen auch sind, an Häusern und in Gärten können sie große Schäden anrichten. Vor allem weggeworfene Lebensmittel locken die Waschbären an. Worauf Hausbesitzer bei der Müllentsorgung achten sollen, lesen Sie hier.
Vor Vertrag über Hausbau Beispielhäuser besichtigen
Eigenheim
Die eigenen vier Wände - das ist der große Traum vieler Menschen. Damit er nicht zum Alptraum wird, sollten Bauherren auf der Suche nach der passenden Baufirma gut vergleichen und sich bei Beratungen nicht zu schnell zur Unterschrift drängen lassen.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

 
Fotos und Videos
Modisches Design bei Möbelstücken
Bildgalerie
Fotostrecke
Neue Trends beim Küchendesign
Bildgalerie
Fotostrecke
Wandbilder von Essen
Bildgalerie
XXL-Fotos