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Gebrauchtimmobilien werden immer stärker nachgefragt

09.03.2013 | 08:45 Uhr
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Gebrauchtimmobilien werden immer stärker nachgefragt
Altbauten sind in der Regel günstiger als neue Immobilien und deshalb aktuell sehr gefragt.Foto: Getty

Essen.  Altbauwohnungen sind im Trend: 2012 haben die Landesbausparkassen und die Sparkassen einen erhöhte Nachtfrage nach Gebrauchtimmobilien wahrgenommen. Experten meinen, dass dies kein Zufall sei, denn Altbauten sind im Vergleich zu neugebauten Immobilien etwas preiswerter in der Anschaffung.

Die Zahlen der Vermittler bei den Landesbausparkassen (LBS) und Sparkassen sind Jahr für Jahr ein guter Gradmesser für die Entwicklung des Immobilienmarkts. Für 2012 haben sie eine lebhafte, aber nicht zu stürmische Nachfrage nach Wohnhäusern und Eigentumswohnungen beobachtet.

Das hat sich bei den Gebrauchtimmobilien auch auf die Preise ausgewirkt: Sie waren im Durchschnitt drei Prozent teurer als im Jahr zuvor. Damit war der Anstieg nach Angaben von LBS-Verbandsdirektor Hartwig Hamm niedriger als 2011. „Und die Preise liegen immer noch unter denen aus dem Jahr 2000“, betont er.

Interesse an Altbauten kein Zufall

Aus seiner Sicht ist die LBS- und Sparkassen-Analyse aus 35.000 Vermittlungen mit einem Gesamtvolumen von 5,7 Milliarden Euro höchst repräsentativ. Den Großteil der Immobilien bildeten dabei über 15.000 Einfamilienhäuser und gut 12.000 Eigentumswohnungen, darunter weit überwiegend Bestandsobjekte. Dass sich Gebrauchtimmobilien so großer Beliebtheit erfreuten (und immer noch erfreuen), war und ist aus Hamms Sicht kein Zufall. „Natürlich gab es eine Belebung im Neubaubereich. Aber was neu auf den Markt kommt, ist schlichtweg noch viel zu wenig und kann die Nachfrage nicht decken“, erläutert er. Außerdem hätten die unbestrittene hohe Qualität und die energetischen Vorzüge der Neubauten ihren Preis, den viele Interessenten nicht bezahlen mochten oder konnten.

So kosteten neue Eigenheime bei den Vermittlern von LBS und Sparkassen im Jahr 2012 im Durchschnitt gut 325.000 Euro. Dem gegenüber wurden Gebrauchtimmobilien im Schnitt für lediglich 161.000 Euro gekauft. „Auch wenn man den in der Regel noch anfallenden Aufwand für Instandsetzung und Sanierung mit einkalkuliert, ergeben sich so günstige Einstiegspreise für Wohneigentum“, meint Hamm.

Entwicklung auf dem Immobilienmarkt sind kein Drama

Ähnlich groß waren die Unterschiede bei den vermittelten Eigentumswohnungen: 106.000 Euro für Gebrauchtobjekte standen hier mehr als 220.000 Euro für neue Wohnungen gegenüber. Gerade beim Wohneigentum auf der Etage müsse aber – wie generell bei der Diskussion über Immobilienpreise – im Vergleich genau hingeschaut werden. „Denn Neubauten sind auch deswegen im Schnitt teurer, weil sie immer stärker in den großen Ballungsräumen entstehen“, gibt der LBS-Verbandsdirektor zu bedenken.

Hamm sprach sich angesichts der Zahlen dagegen aus, im Hinblick auf die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt zu dramatisieren. Lange Zeit seien die Preise vielerorts absolut stabil gewesen, teils sogar leicht rückläufig. Mittlerweile hätten die erfreulich positive Wirtschaftslage und die Zunahme wieder zum Zuzug gerade in die Ballungszentren geführt, die zuvor Jahrzehnte über Abwanderung geklagt hätten.

Zinsen laut Fachleuten niedriger als je zuvor

„Das ist eine gesunde Aufholentwicklung, in der wir noch mitten drinstecken“, ist Hamm überzeugt. Ob die Immobilienpreise die zuletzt häufig in Abrede gestellte „Bodenhaftung“ noch hätten, ist aus seiner Sicht eine Frage, die im Einzelfall betrachtet und diskutiert werden muss. Insgesamt hat er da jedoch keine Bedenken und sieht beste Argumente für eine Entscheidung zur Anschaffung von Wohneigentum. „Da die Preise im Schnitt immer noch unter denen des Jahres 2000 liegen, die Zinsen niedriger sind als je zuvor und die Finanzierung nicht oder nur wenig mehr kostet als eine vergleichbare Miete, ist das ein ganz starkes Kaufsignal“, sagt der Verbandsdirektor. Das gelte durchaus nicht nur für Vermögende, sondern auch und gerade für Durchschnittsverdiener, die sich für eigene vier Wände interessieren.

Tobias Krell

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