Alles für den Guss ohne Verdruss

Wasser marsch - am Stamm, nicht am Blatt
Wasser marsch - am Stamm, nicht am Blatt
Foto: Jens Dirksen
Was wir bereits wissen
Wenn man Pflanzen vor dem Vertrocknen bewahren will, denkt man gleich ans Gießen. Da ist durchaus was dran – aber das Gießen hat gefährliche Seiten.

Niederrhein..  Wenn man etwa das Wasser überflüssigerweise auf die Blätter schüttet, kommt es an heißen Sommertagen mit Dauersonnenschein manchmal sogar zu Verbrennungen – durch Wasser! Denn die Tropfen auf den Blättern können eine fatale Wirkung erzielen: Im ungünstigen Fall sorgt die Tropfenform für einen Linsen-Effekt, der die Sonnenstrahlen auf einem einzelnen Punkt auf dem Pflanzenblatt bündelt. Und zack!, bekommt das Blatt braune Stellen, im schlimmsten Falle sogar Löcher.

Also: alle Pflanzen immer am besten dort gießen, wo sie aus der Erde kommen. Und möglichst mit Wasser, das dieselbe Temperatur hat wie die Luft – man staunt, wenn man einmal verfolgt, wie lange es dauert, bis sich so ein 500-Liter-Regenfass erwärmt. Noch kälter ist Wasser, das aus Zisternen in der Erde kommt oder aus Brunnen mit Grundwasseranschluss. Natürlich bleibt nicht immer die Zeit dazu – trotzdem sollte man versuchen, bei besonders empfindlichen Pflanzen die Gießkanne ein Stündchen stehen zu lassen.

Einmal hacken spart dreimal gießen

Aber es gibt auch jenseits des Wässerns noch Möglichkeiten, das Austrocknen des Bodens zu bremsen. Eine alte Gartenregel lautet: Einmal hacken spart dreimal gießen. Wenn man den Boden auflockert, fällt es der so wichtigen Untergrundfeuchtigkeit schwerer, nach oben zu dringen und zu verdunsten. Ein zweiter Tipp: Bedecken Sie die Stellen, an denen die Pflanzen gegossen werden, mit Mulch.

Bloß nicht mähen

Und da Laub in diesen Tagen nicht ganz so reichlich zu haben ist wie im Herbst und nur die wenigsten von uns Hobbygärtnern über einen ausreichenden Stroh-Vorrat verfügen, wäre eigentlich Rasenschnitt eine großartige Alternative. Aber haltstopp! Bevor Sie jetzt den Mäher rausholen: Das Schlechteste, was man dem Gras in diesen Tagen antun kann, ist – mähen. So hoch kann man das Messer gar nicht einstellen, dass nicht der Rasen durch einen Schnitt zum Sonnenbrand freigegeben würde. Dass er irgendwann, bei Dauernieselregen, wieder aufs Neue ergrünt, ist auch nur ein schwacher Trost. Denn das Unkraut wird ja noch schneller grün.